Lehrerin




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Nicht nachgeben
Das in der Volkstradition so beliebte Fest der Aufnahme Marias in den Himmel ist für alle Gläubigen eine gute Gelegenheit, über den wahren Sinn und Wert des menschlichen Daseins im Hinblick auf die Ewigkeit nachzudenken. Liebe Brüder und Schwestern, der Himmel ist unsere endgültige Heimat. Maria ermutigt uns von dort aus durch ihr Beispiel, den Willen Gottes anzunehmen, uns nicht von flüchtigen Anreizen all dessen, was unwichtig und vergänglich ist, verführen zu lassen und den Versuchungen des Egoismus und des Bösen nicht nachzugeben, die im Herzen die Lebensfreude auslöschen.
Angelus, Castelgandolfo, 15. August 2005



In der Eucharistie anwesend
Auch Maria, die auf dem Kalvarienberg unter dem Kreuz stand, ist mit der Kirche und als Mutter der Kirche in jeder unserer Eucharistiefeiern anwesend (vgl. Ecclesia de Eucharistia, 57). Deshalb kann niemand uns besser lehren als sie, die heilige Messe zu verstehen und sie gläubig und in der Liebe zu leben, indem wir uns dem Erlösungsopfer Christi anschliessen. Wenn wir die heilige Kommunion empfangen, versammeln auch wir uns – wie Maria und mit ihr vereint – um das Holz, das Jesus durch seine Liebe in ein Werkzeug des Heils verwandelt hat, und wir sprechen unser "Amen", unser Jahwort zur gekreuzigten und auferstandenen Liebe.
Angelus in Castelgandolfo, 11. September 2005



Verliebt in die Eucharistie, wie sie
Liebe Freunde, wir alle müssen im Hinblick auf die Eucharistie einen Neubeginn wagen. Maria, die eucharistische Frau, helfe uns, in die Eucharistie verliebt zu sein. Sie helfe uns, in der Liebe Christi zu bleiben, damit wir von Ihm im Innersten erneuert werden. In Gehorsam gegenüber dem Wirken des Geistes und aufmerksam für die Bedürfnisse der Menschen wird die Kirche immer mehr zum Ausstrahlungspunkt des Lichtes, der wahren Freude und der Hoffnung werden und wird so ihre Sendung erfüllen, "Zeichen und Werkzeug ... für die Einheit der ganzen Menschheit" (Lumen gentium, 1) zu sein.
Predigt am Weltmissionssonntag 23. Oktober 2005

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Ja zum göttlichen Willen
"Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe, wie du es gesagt hast." Maria nimmt so die dritte Bitte des Vaterunsers vorweg: "Dein Wille Geschehe!" Sie sagt ja zum mächtigen Willen Gottes, einem Willen, der scheinbar zu gross für einen Menschen ist: Maria sagt ja zu diesem göttliche Willen, sie fügt sich diesem Willen, mit einem allumfassenden Ja stellt sie ihr ganzes Dasein in den Willen Gottes hinein und öffnet Gott so die Tür zur Welt. Adam und Eva hatten durch ihr Nein zum Willen Gottes diese Tür geschlossen. "Gottes Wille geschehe": Maria lädt uns ein, ebenfalls dieses Ja auszusprechen, das manchmal so schwierig zu sein scheint. Wir sind versucht, unseren eigenen Willen vorzuziehen, aber sie sagt zu uns: "Hab Mut, sprich auch du: 'Dein Wille geschehe,' denn dieser Wille ist gut." Er mag uns anfangs wie eine beinahe unerträgliche Last erscheinen, wie ein Joch, das zu tragen unmöglich ist, aber in Wirklichkeit ist Gottes Wille keine Last, sondern der Wille Gottes verleiht uns Flügel, so dass wir hoch fliegen und es mit Maria auch selbst wagen können, Gott die Tür zu unserem Leben zu öffnen, die Türen zu dieser Welt, indem wir ja sagen zu seinem Willen, im Bewusstsein, dass dieser Wille das wahre Gut ist und uns zum wahren Glück führt.
Predigt in der römischen Pfarrei "Santa Maria Consolatrice a Casal Bertone", 18. Dezember 2005



Nicht das Vertrauen verlieren
Maria ist Vorbild und Stütze aller Gläubigen: Sie ermutigt uns, nicht das Vertrauen zu verlieren angesichts der Schwierigkeiten und der unvermeidlichen Probleme des Alltags. Sie sichert uns ihre Hilfe zu, und sie erinnert uns daran, dass das Wesentliche ist, "das Himmlische und nicht das Irdische" zu suchen und unseren Sinn darauf zu richten (vgl. Kol 3,2). Beansprucht von unserer täglichen Arbeit, laufen wir nämlich Gefahr zu glauben, dass hier, in dieser Welt, in der wir nur auf der Durchreise sind, der letzte Sinn des menschlichen Daseins liege. Das Paradies ist jedoch das wahre Ziel unserer irdischen Pilgerreise. Wie viel anders wären doch unsere Tage, wenn sie von dieser Erwartung beseelt wären! So war es für die Heiligen. Ihr Dasein bezeugt, dass, wenn man stets mit dem Herzen Gott zugewandt lebt, die irdischen Wirklichkeiten in ihrem richtigen Stellenwert gelebt werden, weil die ewige Wahrheit der göttlichen Liebe sie erleuchtet.
Angelus, 15. August 2006



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Sie überlässt alles dem Herrn
Maria überlässt alles dem Herrn. Sie hat in Nazareth ihren Willen in Gottes Willen hineingegeben: "Siehe, ich bin die Magd des Herrn. Mir geschehe nach deinem Wort" (Lk 1,38). Das ist ihre bleibende Grundhaltung. Und so lehrt sie uns beten: Nicht unseren Willen und unsere Wünsche – so wichtig, so einsichtig sie uns auch sein mögen – Gott gegenüber durchsetzen wollen, sondern sie zu ihm hintragen und ihm überlassen, was er tun wird. Von Maria lernen wir die helfende Güte, aber auch die Demut und die Grosszügigkeit, Gottes Willen anzunehmen und ihm zu vertrauen, ihm zu glauben, dass seine Antwort, wie sie auch sein wird, das wahrhaft Gute für uns, für mich ist.
Predigt in Altötting, 11. September 2006



Lehre uns "Ja" und "Nein" sagen
"Voll der Gnade" bist du, Maria, die du mit deinem "Ja" die Pläne des Schöpfers angenommen und uns damit den Weg zum Heil eröffnet hast. Lehre in deiner Schule auch uns, unser "Ja" zum Willen des Herrn zu sprechen. Ein "Ja", das sich mit deinem ohne Vorbehalt und Zweifel gesprochenen "Ja" verbindet. Auf das der himmlischen Vater angewiesen sein wollte, um den neuen Menschen zu zeugen, Christus, den einzigen Retter der Welt und der Geschichte. Gib uns den Mut, "Nein" zu sagen zu den Täuschungen der Macht, des Geldes und der Vergnügen, zum unehrlichen Profit, zu Korruption und Heuchelei, zu Egoismus und Gewalt. "Nein" zu sagen zum Bösen, dem lügnerischen Fürsten dieser Welt. "Ja" zu sagen zu Christus, der die Macht des Bösen durch die Allmacht der Liebe zerstört. Wir wissen, dass nur die Herzen, die sich zur Liebe, die Gott ist, bekehrt haben, eine bessere Zukunft für alle aufbauen können.
Gebet vor der Mariensäule auf den Spanischen Platz, 8. Dezember 2006



Maria: Zeichen für den Sieg der Liebe
Maria hat den Tod hinter sich gelassen; sie ist ganz mit dem Leben bekleidet, sie ist mit Leib und Seele in die Herrlichkeit Gottes aufgenommen. Und so sagt sie, die in die Herrlichkeit hineingestellt ist und den Tod überwunden hat, zu uns: Habt Mut, am Ende siegt die Liebe! Mein Leben war es zu sagen: Ich bin die Magd Gottes. Mein Leben war meine Selbsthingabe, für Gott und für den Nächsten. Und dieses Leben des Dienstes kommt jetzt im wahren Leben an. Habt Vertrauen, habt den Mut, so zu leben, auch gegen alle Bedrohungen des Drachen. Dies ist die erste Bedeutung der Frau, zu der Maria geworden ist. die "Frau, mit der Sonne bekleidet" ist das grosse Zeichen für den Sieg der Liebe, den Sieg des Guten, den Sieg Gottes. Ein grosses Zeichen des Trostes.
Predigt am Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel, 15. August 2007



Gott vertrauen und Maria nachahmen
Gewiss sehen wir, dass auch heute der Drache den Gott, der ein Kind geworden ist, verschlingen will. Habt keine Angst um diesen scheinbar schwachen Gott. Der Kampf ist bereits ausgetragen. Auch heute ist dieser schwache Gott stark. Er ist die wahre Kraft. Und so ist das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel die Einladung, Gott zu vertrauen., und auch eine Einladung, Maria nachzuahmen. Wie sie selbst gesagt hat: Ich bin die Magd des Herrn, ich stelle mich dem Herrn zur Verfügung. Das sollen wir daraus lernen: auf ihrem Weg zu gehen, unser Leben hinzugeben und nicht das Leben zu nehmen. Und eben so sind wir auf dem Weg der Liebe, der eine Selbstentäusserung ist, aber eine Selbstentäusserung, die in Wirklichkeit der einzige Weg ist, um sich selbst wahrhaft zu finden, um das wahre Leben zu finden.
Predigt am Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel, 15. August 2007



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Maria als Vorbild...
Schaut auf das junge Mädchen Maria! Der Engel stellte ihr etwas wirklich Unfassbares in Aussicht: teilzuhaben am wunderbarsten der Pläne Gottes, dem Heil der Menschheit - in einer Weise, die sie stärker nicht einbeziehen konnte, vor diesem Angebot erschrak Maria - wie wir im Evangelium gehört haben -, da sie die ganze Kleinheit ihres Seins gegenüber der Allmacht Gottes spürte. Und sie fragte sich: Wie ist das möglich, warum gerade ich? Sie war jedoch bereit, den göttlichen Willen zu erfüllen und sprach bereitwillig ihr "Ja", das ihr leben und die Geschichte der gesamten Menschheit änderte.
Ansprache bei der Vigil am Internationalen Jugendtreffen im Loreto, 1. September 2007



Die Mutter Gottes nachahmen
Die Haltung der Mutter Gottes, ihre unerschütterliche Zuversicht auf den göttlichen Beistand bei allem Tun, wollen wir nachahmen.
Angelus, 1. Juni 2008



Helferin auf dem Weg zu Gott
Maria helfe uns und ermutige uns, dass es uns gelinge, jeden Augenblick unseres Daseins zu einem Schritt auf diesem Exodus, auf diesem Weg hin zu Gott, werden zu lassen. Sie helfe uns, so auch die Wirklichkeit des Himmels, die Grösse Gottes, im Leben unserer Welt gegenwärtig zu machen. Ist dies nicht im Grunde die österliche Dynamik des Menschen, eines jeden Menschen, der "himmlisch" werden will, völlig glücklich, kraft der Auferstehung Christi? Und ist vielleicht nicht gerade dies der Anfang und die Vorwegnahme einer Bewegung, die jeden Menschen und den ganzen Kosmos betrifft? Sie, von der Gott sein Fleisch angenommen hatte und deren Seele auf dem Kalvarienberg von einem Schwert durchbohrt wurde, fand sich als erste und in einzigartiger Weise vor dem Geheimnis dieser Umwandlung, nach der wir alle streben, wobei auch wir vom Schwert des Leidens in dieser Welt durchdrungen werden.
Predigt bei Eucharistiefeier am Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel, 15. August 2008



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Den Blick hoffnungsvoll auf Maria richten
In dieser unserer Welt, die wie damals von Sorgen und Ängsten hinsichtlich ihrer Zukunft belastet ist, in dieser Welt, in der sich heute - vielleicht noch stärker als damals - viele Menschen von der Wahrheit und der Tugend weit entfernen und sich hoffnungslose Szenarien vor uns auftun, lädt uns Pius XII. ein, unseren Blick auf Maria zu richten, die in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen worden ist. Er lädt uns ein, sie voller Hoffnung anzurufen, damit sie uns immer mehr den Wert des Lebens auf der Erde schätzen lassen möge und uns helfe, den Blick auf die wahre Bestimmung, zu der wir alle ausersehen sind, zu richten: jenes ewige Leben, das, wie Jesus bekräftigt, all jene, die sein Wort hören und befolgen, bereits besitzen. Amen!
Predigt bei Gedenkmesse aus Anlass des 50. Todestages von Papst Pius XII.



Die Rolle Marias
Das Evangelium hebt auch die Rolle Marias hervor. Sie wird am Anfang als "Mutter Jesu" bezeichnet, aber später nennt sie der Sohn selbst "Frau" - und das hat eine sehr tiefe Bedeutung: es heisst nämlich, dass Jesus zu unserm Erstaunen der Verwandtschaft das geistliche Band voranstellt, demzufolge Maria die geliebte Braut des Herrn verkörpert, also das Volk, das er auserwählt hat, um seinen Segen über die ganze Menschheitsfamilie kommen zu lassen.
Predigt bei der Eucharistiefeier in Pompeji, 19. Oktober 2008



Maria lehrt uns
Maria zeigt uns die rechte Weise, vor den Herrn hinzutreten. Sie lehrt uns, sich ihm in Aufrichtigkeit und Schlichtheit zu nähern. Dank ihr entdecken wir, dass der christliche Glaube keine Last ist, sondern gleichsam Flügel verleiht, die uns erlauben, in höchste Höhen zu fliegen, um in den Armen des Herrn Zuflucht zu finden.
Angelusgebet in Lourdes, 14. September 2008



Maria zeigt uns den Weg
Heute kommt Maria uns entgegen, um uns die Wege für eine Erneuerung des Lebens unserer Gemeinden und unseres eigenen Lebens aufzuzeigen. Wenn wir ihren Sohn aufnehmen, den sie uns zeigt, tauchen wir ein in eine lebendige Quelle, in der der Glaube neue Kraft zu finden vermag, an der sich die Kirche stärken kann, um das Geheimnis Christi immer mutiger zu verkünden. Jesus, geboren von Maria, ist der Sohn Gottes, der einzige Erlöser aller Menschen, der in seiner Kirche und in der Welt lebt und wirkt.
Predigt bei der Eucharistiefeier in Lourdes, 14. September 2008



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Quelle lebendigen Wassers
Das Lächeln Mariens ist eine Quelle lebendigen Wassers. „Wer an mich glaubt“, sagt Jesus, „aus dessen Innerem werden Ströme von lebendigem Wasser fliessen“ (vgl. Joh 7,38). Maria ist jene, die geglaubt hat, und aus ihrem Inneren sind Ströme von lebendigem Wasser geflossen, die die Geschichte der Menschen tränken sollen.
Predigt bei der Eucharistiefeier mit den Kranken in Lourdes, 15. September 2008

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