Mission




bild
Auf die Nächstenliebe ausgerichtet
Wenn die Mission nicht auf Nächstenliebe ausgerichtet ist, wenn sie also nicht aus einem tiefgreifenden Akt göttlicher Liebe hervorgeht, läuft sie Gefahr, auf eine rein philanthropische und soziale Tätigkeit reduziert zu werden. Die Liebe Gottes zu jedem Menschen ist in der Tat das Herz der Erfahrung und der Verkündigung des Evangeliums, und alle, die sie annehmen, werden ihrerseits Zeugen dieser Liebe. Die Liebe Gottes, die der Welt Leben schenkt, ist die Liebe, die uns in Jesus, dem Wort des Heils, dem vollkommenen Ebenbild der Barmherzigkeit des himmlischen Vaters, geschenkt wurde.
Botschaft zum Weltmissionssonntag, 22. Oktober 2006



Aus Ihm leben und entflammen
Der Apostel Johannes sagt: "Jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt Gott" (1 Joh 4,7). Um also so zu lieben, wie Gott will muss man in ihm und aus ihm leben: Gott ist die erste "Wohnung" des Menschen, und nur wer in ihm wohnt, brennt von einem Feuer göttlicher Liebe, das imstande ist, die Welt zu "entflammen". Ist das nicht die Sendung der Kirche zu jeder Zeit? Es ist also nicht schwer zu verstehen, dass echter missionarischer Eifer, die vorrangige Pflicht der kirchlichen Gemeinschaft, gebunden ist an die Treue zur göttlichen Liebe, und dies gilt für jeden einzelnen Christen, für das ganze Gottesvolk.
Botschaft zum Weltmissionssonntag, 22. Oktober 2006



Gott vollständig lieben
Missionar zu sein bedeutet also, Gott mit seinem ganzen Selbst zu lieben und, wenn nötig, auch das Leben für ihn hinzugeben. Wie viele Priester, Ordensmänner, Ordensfrauen und Laien haben auch in unserer Zeit durch das Martyrium das höchste Zeugnis der Liebe für ihn erbracht! Missionar zu sein heisst, sich wie der barmherzige Samariter über die Nöte aller Menschen zu beugen, besonders die der Ärmsten und Bedürftigsten, denn wer mit dem Herzen Christi liebt, sucht nicht die Verwirklichung eigennütziger Interessen, sondern allein die Herrlichkeit des Vaters und das Wohl des Nächsten. Hier liegt das Geheimnis der Apostolischen Fruchtbarkeit der Missionstätigkeit, die Grenzen und Kulturen überschreitet, die Völker erreicht und sich bis an die äussersten Grenzen der Welt verbreitet.
Botschaft zum Weltmissionssonntag, 22. Oktober 2006



bild
Alle sind betroffen
Der Weltmissionssonntag möge eine nützliche Gelegenheit sein, um immer besser zu verstehen, dass das Zeugnis der Liebe, die Seele der Mission, alle betrifft. Der Dienst am Evangelium darf in der Tat nicht als Abenteuer des einzelnen betrachtet, sondern muss als gemeinsame Verpflichtung jeder Gemeinschaft angesehen werden. Neben jenen, die sich ganz vorne an den Vorposten der Evangelisierung befinden – und hierbei denke ich voll Dankbarkeit an die Missionare und Missionarinnen -, tragen viele andere – Kinder, Jugendliche und Erwachsene – durch ihr Gebet und ihre Mitarbeit auf unterschiedliche Weise zur Verbreitung des Reiches Gottes auf Erden bei. Es ist zu wünschen, dass diese gemeinsame Beteiligung durch die Mitarbeit aller immer grösser werden möge.
Botschaft zum Weltmissionssonntag, 22. Oktober 2006



Der wahre Hauptakteur
Man denkt bisweilen, dass der missionarischen Erfolg hauptsächlich von einer genauen Planung abhänge, auf die dann konkretes Bemühen um ihre intelligente Umsetzung folgen müsse. Sicher, der Herr verlangt unsere Mitarbeit, aber vor jeder Antwort unsererseits bedarf es seiner Initiative: Sein Geist ist der wahre Hauptakteur der Kirche. Die Wurzeln unseres Seins und unseres Handelns liegen im klugen, im weisen Schweigen Gottes.
Predigt am Hochfest Pfingsten, 4. Juni 2006



Den Durst stillen
Wenn die Kirchen den Durst der Männer und Frauen nach Wahrheit und echten Werten stillen will, auf denen sie ihr Leben aufbauen können, dann darf keine Mühe gescheut werden, um wirksame pastorale Initiativen zu finden, durch die Christus verkündet werden kann. Daher ist es von grosser Bedeutung, dass die [...] katechetischen und religiösen Unterrichtsprogramme die Gläubigen auch weiterhin zu einem tieferen Verständnis des Herrn und seiner Kirche und in ihnen den Eifer für das im Taufsakrament wurzelnde christliche Zeugnis neu erwecken.
"Ad-limina"-Besuch der Bischöfe der kanadischen Atlantikprovinzen, 20. Mai 2006



bild
Nicht nur Vermittlung von Dingen
Die Unterweisung im Glauben kann sich nicht auf eine blosse Vermittlung von "Dingen" oder Worten beschränken und auch nicht auf ein Lehrgebäude aus abstrakten Wahrheiten. Die Tradition der Kirche ist lebendig! Sie ist die ständige Umsetzung der tätigen Gegenwart des Herrn Jesus in seinem Volk, die vom Heiligen Geist bewirkt und in jeder Generation in der Kirche zum Ausdruck gebracht wird. In diesem Sinne ist sie wie ein Fluss, der uns mit den stets gegenwärtigen Ursprüngen verbindet und uns zum Hafen der Ewigkeit führt.
"Ad-limina"-Besuch der Bischöfe der kanadischen Atlantikprovinzen, 20. Mai 2006



Katechisten
Durch euch möchte ich den guten Dienst der Katechisten in euren Diözesen würdigen und sie in ihrer Pflicht und ihrem Privileg bestärken, anderen das wunderbare "Ja" Gottes zur Menschheit (vgl. 2 Kor 1,20) zu verkünden. Ferner rufe ich unmittelbar und in besonderer Weise die jungen Erwachsenen in euren Diözesen auf, die lohnende Aufgabe des katechetischen Dienstes anzunehmen und an der Freude teilzuhaben, den Glauben weiterzugeben. Die Vorbildfunktion, die sie als christliche Zeugen für diejenigen innehaben, die jünger sind als sie, wird ihren eigenen Glauben stärken und anderen jenes Glück vermitteln, das dem Bewusstsein entspringt, dass das Leben ein Ziel und einen Sinn hat, die vom Herrn offenbart werden.
"Ad-limina"-Besuch der Bischöfe der kanadischen Atlantikprovinzen, 20. Mai 2006



Die Bedrohung in der Verachtung Gottes
Die Völker Afrikas und Asiens bewundern zwar die technischen Leistungen des Westens und unsere Wissenschaft, aber sie erschrecken vor einer Art von Vernünftigkeit, die Gott total aus dem Blickfeld des Menschen ausgrenzt und dies für die höchste Art von Vernunft ansieht, die man auch ihren Kulturen beibringen will. Nicht im christlichen Glauben sehen sie die eigentliche Bedrohung ihrer Identität, sondern in der Verachtung Gottes und in dem Zynismus, der die Verspottung des Heiligen als Freiheitsrecht ansieht und Nutzen für zukünftige Erfolge der Forschung zum letzten Massstab erhebt.
Predigt auf dem Gelände "Neue Messe", München, 10. September 2006



bild
Toleranz schliesst die Ehrfurcht Gottes ein
Liebe Freunde! Der Zynismus ist nicht die Art von Toleranz und von kultureller Offenheit, auf die die Völker warten und die wir alle wünschen. Die Toleranz, die wir dringend brauchen, schliesst die Ehrfurcht vor Gott ein – die Ehrfurcht vor dem, was dem anderen heilig ist. Diese Ehrfurcht vor dem Heiligen der anderen setzt aber wiederum voraus, dass wir selbst die Ehrfurcht vor Gott wieder lernen. Diese Ehrfurcht kann in der westlichen Welt nur dann regeneriert werden, wenn der Glaube an Gott wieder wächst, wenn Gott für uns und in uns wieder gegenwärtig wird.
Predigt auf dem Gelände "Neue Messe", München, 10. September 2006



Die Kirche ist ihrem Wesen nach missionarisch
Der Oktober ist auch der Missionsmonat, und am Sonntag, dem 22. werden wir den Weltmissionstag begehen. Die Kirche ist ihrem Wesen nach missionarisch. "Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch" (Joh 20,21), sagte der auferstandene Jesus zu den Aposteln im Abendmahlssaal. Die Sendung der Kirche setzt die Sendung Christi fort: allen Menschen die Liebe Gottes zu bringen und sie mit Worten und dem konkreten Zeugnis der Nächstenliebe zu verkünden. In der Botschaft zum kommenden Weltmissionssonntag habe ich die Nächstenliebe als "Seele der Mission" dargelegt. Der heilige Völkerapostel Paulus schrieb: "Die Liebe Christi drängt uns" (2Kor 5,14). Möge sich jeder Christ diese Worte zu eigen machen in der freudigen Erfahrung, ein Missionar der Liebe zu sein an dem Ort, an den die Vorsehung ihn gestellt hat, mutig und mit Demut, indem er dem Nächsten ohne Hintergedanken dient und die Kraft zur frohen und tätigen Nächstenliebe aus dem Gebet schöpft (vgl. Deus caritas est, 32-39).
Angelus, 1. Oktober 2006



Im Herzen
Die Mission beginnt im Herzen: Wenn man betend vor dem Gekreuzigten innehält und den Blick auf seine durchbohrte Seite richtet, spürt man im Innern unweigerlich die Freude, sich geliebt zu wissen, sowie den Wunsch zu lieben und selbst zum Werkzeug der Barmherzigkeit und der Versöhnung zu werden.
Angelus, 22. Oktober 2006



bild
In einem von der Liebe gewandelten Herzen
Franziskus hörte, wie Jesus vom Kreuz herab, das jetzt in der Basilika der hl. Klara aufbewahrt wird, zu ihm sagte: "Geh, und richte mein Haus wieder her, das, wie du siehst, ganz verfallen ist". Jenes "Haus" war in erster Linie sein eigenes Leben, das er durch eine echte innere Umkehr "wiederherrichten" sollte; es war die Kirche, jedoch nicht die Kirche aus Ziegelsteinen, sondern die Kirche, die aus lebendigen Menschen besteht und die stets der Läuterung bedarf; es war auch die gesamte Menschheit, in der Gott wohnen möchte. Die Mission beginnt immer in einem von der Liebe Gottes verwandelten Herzen, das bezeugen die unzähligen Geschichten der Heiligen und Märtyrer, die unter verschiedenen Umständen ihr Leben im Dienst des Evangeliums hingegeben haben.
Angelus, 22. Oktober 2006



Wo den Seelen nichts gegeben wird, schadet die Entwicklung
Wo man nur Entwicklung vorangetrieben und der Seele nichts gegeben hat, schadet die Entwicklung. Dann kann man zwar technisch mehr, aber daraus werden vor allem neue Möglichkeiten des Zerstörens. Wenn nicht mit der Entwicklungshilfe, mit dem Lernen all dessen, was der Mensch kann, was sein Verstand erdacht hat und was sein Wille ermöglicht, auch die Seele erleuchtet wird und die Kraft Gottes kommt, dann lernt man vor allem zerstören. Und insofern, glaube ich, muss uns die missionarische Verantwortung neu überkommen, dass, wenn wir selber des Glaubens froh sind, wir uns verpflichtet wissen, anderen davon zu reden. Gottes Sache ist es, wie weit die Menschen dann ihn annehmen können oder nicht.
Ansprache an die Schweizer Bischöfe, 7. November 2006



Die Frohe Botschaft verändert das Leben
In einer Welt, in der die Menschen so viele Schwierigkeiten haben, die Güter der Erde untereinander zu teilen, und in der man sich zu Recht Sorgen zu machen beginnt aufgrund des Mangels an Wasser, jenem so kostbaren Gut für das Leben des Leibes, entdeckt die Kirche, dass sie reich ist an einem noch grösseren Gut. Als Leib Christi hat sie die Aufgabe erhalten, sein Evangelium bis an die Grenzen der Erde zu verkünden (vgl. Mt 28,19), das heisst den Männern und Frauen unserer Zeit eine Frohe Botschaft zu übermitteln, die ihr Leben nicht nur erhellt, sondern es verändert, bis hin zur Überwindung des Todes und zum Sieg über ihn. Diese Frohe Botschaft ist nicht nur ein Wort, sondern sie ist eine Person, Christus selbst, der Auferstandene, der Lebendige! Durch die Gnade der Sakramente wurde das Wasser, das am Kreuz aus seiner geöffneten Seite floss, zu einer sprudelnden Quelle, zu "Strömen von lebendigem Wasser", einer Gabe, die niemand zum stillstand bringen kann und die wieder Leben schenkt. Wie könnten die Christen das, was sie empfangen haben, für sich allein behalten? Wie könnten sie diesen Schatz beschlagnahmen und diese Quelle verbergen? Die Sendung der Kirche besteht nicht darin, Macht zu verteidigen oder Reichtümer zu erlangen. Ihre Sendung ist es, Christus zu schenken, am Leben Christi teilhaben zu lassen, das kostbarste Gut des Menschen, das Gott selbst uns in seinem Sohn gibt.
Predigt in der Heilig-Geist-Kathedrale in Istanbul, 1. Dezember 2006



bild
Leuchtende Vorbilder für Uneigennützigkeit und Hochherzigkeit
Diese drei Männer [Barnabas, Silas und Apollos] glänzen alle am Firmament der Zeugen des Evangeliums – über die Wesensmerkmale jedes einzelnen hinaus – wegen eines gemeinsamen Merkmals. Ausser der jüdischen Herkunft ist ihnen die Hingabe an Jesus Christus und das Evangelium gemeinsam, zusammen mit der Tatsache, dass sie alle drei Mitarbeiter des Apostels Paulus gewesen sind. In dieser ursprünglichen Mission der Evangelisierung haben sie den Sinn ihres Lebens gefunden und als solchen stehen sie vor uns als leuchtende Vorbilder für Uneigennützigkeit und Hochherzigkeit. Und denken wir am Schluss noch einmal an diesen Satz des hl. Paulus: "Wir alle, sowohl Apollos wie ich, sind Diener Jesu, jeder auf seine Weise. Denn es ist Gott, der wachsen lässt." Dieses Wort gilt auch heute für alle, für den Papst genauso wie für die Kardinäle, die Bischöfe, die Priester, die Laien. Wir sind alle demütige Diener Jesu. Dienen wir dem Evangelium, so weit wir können, entsprechend unseren Gaben, und beten wir zu Gott, dass er heute sein Evangelium, seine Kirche wachsen lasse.
Generalaudienz, 31. Januar 2007



Missionsgebiete
In diesen Jahrzehnten wurden grossen Anstrengungen unternommen zur Verbreitung des Evangeliums, besonders seit dem zweiten Vatikanischen Konzil. Es bleibt jedoch noch viel zu tun, um dem Missionsauftrag nachzukommen, den der Herr unermüdlich an jeden Getauften richtet. Er ruft weiterhin an erster Stelle die sogenannten Kirchen mit alter Tradition auf, die in der Vergangenheit ausser materiellen Gütern auch eine ansehnliche Zahl an Priestern, Ordensmännern, Ordensfrauen und Laien zur Verfügung gestellt und auf diese Weise eine wirksame Zusammenarbeit zwischen den christlichen Gemeinden geschaffen haben. Aus dieser Zusammenarbeit sind reiche apostolische Früchte hervorgegangen, sowohl für die jungen Kirchen in den Missionsgebieten als auch für die kirchlichen Realitäten, aus denen die Missionare stammten. Angesichts des Vordringens der säkularisierten Kultur, die zuweilen immer stärker in die westlichen Gesellschaften einzudringen scheint, sowie auch im Hinblick auf die Krise der Familie, den Rückgang der Berufungen und die fortschreitende Überalterung des Klerus laufen diese Kirchen Gefahr, sich in sich selbst zu verschliessen, mit weniger Hoffnung in die Zukunft zu blicken und in ihrem missionarischen Einsatz nachzulassen. Aber gerade dies ist der Augenblick, in dem man sich vertrauensvoll der Vorsehung Gottes öffnen muss, der sein Volk niemals verlässt und der es durch die Kraft des Heiligen Geistes zur Erfüllung seines ewigen Heilsplanes führt.
Botschaft zum Weltmissionssonntag 2007, 27. Mai 2007



Missionarische Zusammenarbeit vertiefen
Ich wünsche von Herzen, dass die missionarische Zusammenarbeit vertieft und die Möglichkeiten und Charismen eines jeden genutzt werden. Ausserdem ist es mein Wunsch, dass der Weltmissionssonntag dazu beitrage, allen christlichen Gemeinschaften und jedem Getauften immer stärker zu Bewusstsein zu bringen, dass der Aufruf Christi, sein Reich bis zum äussersten Ende der Erde zu verkünden, universal ist. "Die Kirche ist ihrer Natur nach missionarisch, da der Auftrag Christi nicht bedingt und äusserlich ist, sondern das Herz der Kirche betrifft.
Botschaft zum Weltmissionssonntag 2007, 27. Mai 2007


bild
Missionarischer Einsatz ist vorrangiger Dienst der Kirche
Der missionarische Einsatz bleibt daher, [...] der vorrangige Dienst, den die Kirche der heutigen Menschheit schuldet, um den kulturellen, sozialen und ethischen Veränderungen Orientierung zu geben und sie zu evangelisieren; um den Menschen unserer Zeit, die in vielen Teilen der Welt durch weit verbreitete Armut, durch Gewalt und durch die systematische Verweigerung der Menschenrechte gedemütigt und unterdrückt sind, das Heil Christi anzubieten.
Botschaft zum Weltmissionssonntag 2007, 27. Mai 2007



Das Mass des Mutes
Die Liebe der Gläubigen zu ihrem Herrn wird auf der Grundlage ihres Mutes zur Evangelisierung, bemessen. So könnten wir sagen, dass es sich für die einzelnen Gläubigen nicht mehr einfach darum handelt, an der Evangelisierungstätigkeit mitzuwirken, sondern dass sie sich selbst als Protagonisten und Mitverantwortliche der Mission der Kirchen fühlen sollen. Diese Mitverantwortlichkeit bringt es mit sich, dass die Gemeinschaft unter den Gemeinden und die gegenseitige Hilfe zunehmen, sei es in Bezug auf das Personal – Priester, Ordensmänner, Ordensfrauen und freiwillige Laien -, sei es zur Nutzung der heute notwendigen Mittel zur Evangelisierung.
Botschaft zum Weltmissionssonntag 2007, 27. Mai 2007



Das Gebet ist der erste und wichtigste Beitrag für die Mission
Liebe Brüder und Schwestern, der Missionsauftrag, den Christus den Aposteln anvertraut hat, betrifft uns wirklich alle. Der Weltmissionssonntag soll daher eine günstige Gelegenheit sein, uns diese Tatsache stärker ins Bewusstsein zu rufen und gemeinsam geeignete Wege der Spiritualität und Ausbildung zu erarbeiten, die die Zusammenarbeit unter den Kirchen und die Vorbereitung neuer Missionare für die Verbreitung des Evangeliums in unserer Zeit fördern. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass das Gebet der erste und wichtigste Beitrag ist, den wir für die Missionstätigkeit der Kirche zu leisten aufgerufen sind.
Botschaft zum Weltmissionssonntag 2007, 27. Mai 2007


bild
Alle sind Missionare
Die missionarische Erfahrung hinterlässt in dem, der sie vollzieht, ein unauslöschliches Zeichen und trägt gleichzeitig dazu bei, jene kirchliche Gemeinschaft zu stärken, die bewirkt, dass sich alle Getauften als Glieder der einen Kirche, des mystischen Leibes Christi, fühlen. Im Laufe dieser Jahrzehnte sind die missionarischen Kontakte und der Austausch, auch dank der Entwicklung und Vermehrung der Kommunikationsmittel ausgeweitet und intensiviert worden, so dass die Kirche praktisch mit jeder Zivilisation und Kultur in Kontakt gekommen ist. Andererseits stellt der Gabenaustausch zwischen alten und neu gegründeten Kirchengemeinden eine gegenseitige Bereicherung dar und hat das Wachsen des Bewusstseins gefördert, dass alle "Missionare" sind, das heisst, dass alle, wenn auch auf verschiedene Weise, in die Verkündigung und in das Zeugnis des Evangeliums mit einbezogen sind.
Ansprache an die Teilnehmer an der Tagung des Obersten Rates der päpstlichen Missionswerke, 5. Mai 2007



Leid und Ungerechtigkeit der Kolonisatoren
Gewiss, die Erinnerung an eine glorreiche Vergangenheit darf die Schatten, die das Werk der Evangelisierung des lateinamerikanischen Kontinents begleiteten, nicht ignorieren: Es ist in der Tat nicht möglich, das Leid und die Ungerechtigkeiten zu vergessen, die von den Kolonisatoren den oft in ihren grundlegenden Menschenrechten mit Füssen getretenen indigenen Völkern zugefügt worden sind. Aber die gebührende Erwähnung derartiger nicht zu rechtfertigender Verbrechen – Verbrechen, die allerdings schon damals von Missionaren wie Bartolomeo de Las Casas und von Theologen wie Francisco da Vitoria von der Universität Salamanca verurteilt wurden – darf nicht daran hindern, voll Dankbarkeit das wunderbare Werk wahrzunehmen, das im Lauf dieser Jahrhunderte von der göttlichen Gnade unter diesen Völkern vollbracht wurde.
Generalaudienz, 23. Mai 2007



Märtyrermissionare
"Siehe, ich bin die Magd des Herrn: mit geschehe, wie du es gesagt hast". Die Antwort Marias an den Engel dauert in der Kirche fort; diese ist berufen, Christus in der Geschichte durch ihre Bereitschaft zu vergegenwärtigen, damit Gott auch weiterhin die Menschheit mit seiner Barmherzigkeit besuchen kann. Das "Ja" Jesu und Marias wiederholt sich also im "Ja" der Heiligen und besonders der Märtyrer, die um des Evangeliums willen getötet werden. Ich betone dies in der Erinnerung daran, dass gestern, am 24. März, dem Jahrestag der Ermordung des Erzbischofs von San Salvador, Oscar Romero, der Gebets- und Fastentag für die Missionare stattfand, die den Märtyrertod erlitten haben: Bischöfe, Priester, Ordensmänner, Ordensfrauen und Laien, die bei der Erfüllung ihres Auftrages zur Evangelisierung und Förderung des Menschen ums Leben gebracht wurden. Sie , die Märtyrermissionare, sind "Hoffnung für die Welt", wie das diesjährige Thema sagt, weil sie bezeugen, dass die Liebe Christi stärker ist als Gewalt und Hass. Sie haben das Martyrium nicht gesucht, waren aber bereit, ihr Leben hinzugeben, um dem Evangelium treu zu bleiben. Das christliche Martyrium rechtfertigt sich nur als höchster Akt der Liebe zu Gott und zu den Brüdern und Schwestern.
Angelus, 25. März 2007


bild
Rückschritte
Die Utopie, den präkolumbischen Religionen durch die Trennung von Christus und von der Gesamtkirche wieder Leben zu geben, wäre kein Fortschritt, sondern ein Rückschritt. Sie wäre in Wirklichkeit eine Rückentwicklung zu einer in der Vergangenheit verankerten geschichtlichen Periode.
Ansprache bei der V. Generalversammlung der Bischofskonferenzen von Lateinamerika, 13. Mai 2007



Bewahren und nähren
Die Kirche hat die grosse Aufgabe, den Glauben des Volkes Gottes zu bewahren und zu nähren und auch die Gläubigen [...] daran zu erinnern, dass sie kraft ihrer Taufe dazu berufen sind, Jünger und Missionare Jesu Christi zu sein. Das schliesst ein, dass sie ihm folgen, in Vertrautheit mit ihm leben, sein Beispiel nachahmen und Zeugnis geben. Jeder Getaufte erhält, wie die Apostel, von Christus den Missionsauftrag: "Geht hinaus in die Ganze Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet" (Mk 16,15f.). Jünger und Missionare Jesu Christi zu sein und das Leben "in ihm" zu suchen, setzt voraus, dass man tief in ihm verwurzelt ist.
Ansprache bei der V. Generalversammlung der Bischofskonferenzen von Lateinamerika, 13. Mai 2007



Liebe und Verkündigung
Der Jünger, der [...] fest auf dem Felsen des Wortes Gottes steht, fühlt sich dazu angespornt, seinen Brüdern die gute Nachricht vom Heil zu bringen. Jüngerschaft und Mission sind gleichsam die zwei Seiten ein und derselben Medaille: Wenn der Jünger in Christus verliebt ist, kann er nicht aufhören, der Welt zu verkünden, dass allein Christus uns rettet (vgl. Apg 4,12). Der Jünger weiss nämlich, dass es ohne Christi kein Licht, keine Hoffnung, keine Liebe und keine Zukunft gibt.
Ansprache bei der V. Generalversammlung der Bischofskonferenzen von Lateinamerika, 13. Mai 2007


bild
Unterstützung für die Missionen
Um den Jünger auszubilden und den Missionar in seiner grossen Aufgabe zu unterstützen, bietet ihnen die Kirche ausser dem Brot des Wortes das Brot der Eucharistie. In diesem Zusammenhang inspiriert und erleuchtet uns der Abschnitt des Evangeliums über die Emmaus-Jünger. Als diese sich zu Tisch setzen und von Jesus Christus das gesegnete und gebrochene Brot empfangen, gehen ihnen die Augen auf, es enthüllt sich ihnen das Antlitz des Auferstandenen. Sie fühlen in ihrem Herzen, dass alles, was er gesagt und getan hat, wahr ist und dass die Erlösung der Welt bereits begonnen hat.
Ansprache bei der V. Generalversammlung der Bischofskonferenzen von Lateinamerika, 13. Mai 2007



Die Liebe Gottes brennen lassen
Es muss Jugendliche geben, die in sich die Liebe Gottes brennen lassen und grossherzig auf seinen dringlichen Ruf antworten, wie es so viele junge Selige und Heilige in der Vergangenheit und auch vor gar nicht langer Zeit getan haben. Ich versichere Euch insbesondere, dass der Geist Jesu Euch Jugendliche heute dazu einlädt, Überbringer der guten Nachricht Jesu an Eure Altersgenossen zu sein. Die zweifellose Mühe der Erwachsenen, in verständlicher und überzeugender Weise dem Bereich der Jugendlichen zu begegnen, kann ein Zeichen sein, mit dem der Heilige Geist Euch Jugendliche antreiben will, das zu übernehmen.
Botschaft an die Jugendlichen zum XXIII. Weltjugendtag, 20. Juli 2007



bild
Heilige Missionare werden
Habt keine Angst heilige Missionare zu werden wie der Hl. Franz Xaver, der den Fernen Osten durchquerte und die Frohe Botschaft bis zum Äussersten seiner Kräfte verkündete, oder wie die hl. Theresia vom Kinde Jesu , die Missionarin war, ohne jemals den Karmel zu verlassen; beide sind "Patrone der Missionen". Seid bereit, Euer Leben einzusetzen, um die Welt mit der Wahrheit Christi zu erleuchten, um mit Liebe auf den Hass und die Verachtung des Lebens zu antworten; um die Hoffnung des Auferstandenen Christus in jedem Winkel der Erde zu verkünden.
Botschaft an die Jugendlichen zum XXIII. Weltjugendtag, 20. Juli 2007



Den Blick auf Jesus gerichtet halten
Mögen die Ordensmänner und Ordensfrauen ihr Herz und ihren Blick immer auf Jesus gerichtet halten, damit sie durch ihr Wirken und durch ihre vollkommene Hingabe allen die Liebe Gottes vermitteln, die sie in ihrem Leben empfangen! Der Dienst an dem Ärmsten der Gesellschaft ohne Unterschied, der eine Hauptaufgabe für die meisten von ihnen darstellt, darf niemals Gott und Christus unbeachtet lassen, der verkündet werden soll, ohne deshalb den Glauben der Kirche aufzwingen zu wollen. "Der Christ weiss, wann es Zeit ist, von Gott zu reden, und wann es recht ist von ihm zu schweigen und nur einfach die Liebe reden zu lassen" (Deus caritas est, 31). Ich lade auch die Mitglieder der kontemplativen Gemeinschaften ein, durch ihre unaufdringliche Anwesenheit ein ständiger Aufruf für alle Gläubigen zu sein, unablässig das Antlitz Gottes zu suchen und ihm für alle seine Wohltaten zu danken.
"Ad-limina"-Besuch der Bischöfe von Benin, 20. September 2007



Die Universalität, die Katholizität der Kirche
Mit der heutigen Feier werdet ihr, liebe Brüder, voll und ganz in die ehrwürdige Kirche von Rom eingegliedert, deren Hirt der Nachfolger Petri ist. Im Kardinalskollegium lebt das alte Presbyterium des Bischofs von Rom weiter, dessen Mitglieder - während sie pastorale und liturgische Aufgaben in den verschiedenen Kirchen ausübten - es nicht an ihrer wertvollen Zusammenarbeit in der Erfüllung der Aufgaben fehlen liessen, die mit seinem universalen apostolischen Dienst zusammenhängen. Die Zeiten haben sich geändert, und die grosse Familie der Jünger Christi ist heute auf jedem Kontinent, bis zu den fernsten Enden der Erde, verbreitet, spricht praktisch alle Sprachen der Welt, und zu ihr gehören Völker aller Kulturen.
bild Die Verschiedenheit der Mitglieder des Kardinalskollegiums, sowohl hinsichtlich der geographischen wie der kulturellen Herkunft, macht dieses von der Vorsehung gewollte Wachstum deutlich und markiert zugleich die veränderten pastoralen Anforderungen, auf die der Papst antworten muss. Die Universalität, die Katholizität spiegelt sich deshalb in der Zusammensetzung des Kardinalskollegiums wider: Sehr viele sind Bischöfe von Diözesangemeinschaften, andere stehen im direkten Dienst des Apostolischen Stuhls, wieder andere haben wertvolle Dienste in spezifischen pastoralen Bereichen geleistet.
Predigt anlässlich der Kreierung von 23 neuen Kardinälen, 24. November 2007



Verkündigung der Botschaft Jesu Christi
Die Geschichte braucht zu ihrer Vollendung die Verkündigung der Botschaft [von Jesus Christus] an alle Völker, an alle Menschen (vgl. Mk 13,10). Und in der Tat: Wie wichtig ist es, dass in die Menschheit Kräfte der Versöhnung, Kräfte des Friedens, Kräfte der Liebe und Gerechtigkeit einströmen - dass im Haushalt der Menschheit gegenüber all den Gesinnungen und Wirklichkeiten der Gewalt und des Unrechts, von denen sie bedroht wird, die Gegenkräfte geweckt und gestärkt werden! Genau dies geschieht in der christlichen Mission: Dem Haushalt der Menschheit werden durch die Begegnung mit Jesus Christus und seinen Heiligen, durch die Begegnung mit Gott jene Kräfte des Guten zugeführt, ohne die all unsere Sozialordnungen nicht Wirklichkeit werden sondern bloss abstrakte Theorie bleiben, angesichts des übermächtigen Drucks anderer Interessen, die dem Frieden und der Gerechtigkeit entgegenstehen.
Weihnachtsempfang für die Römische Kurie, 21. Dezember 2007



Die Katholizität ist ein grosses Geschenk
Heute gehen nicht nur die Missionare aus dem Westen in die anderen Kontinente, sondern es gibt einen Gabenaustausch: Inder, Afrikaner, Südamerikaner, arbeiten bei uns, und unsere Leute gehen in die anderen Kontinente. Es ist ein Geben und Nehmen von allen Seiten, und gerade das ist die Lebenskraft der Katholizität: Wir alle sind Schuldner der Gaben des Herrn, und dann kann einer den anderen beschenken. In diesem Gabenaustausch, diesem Geben und Nehmen, lebt die katholische Kirche. Ihr [Priester aus Indien] könnt aus dem Umfeld und den Erfahrungen im Westen lernen und wir nicht weniger von euch. Ich sehe, dass gerade der Geist der Religiosität, der in Asien ebenso wie in Afrika vorhanden ist, die Europäer, die oft ein wenig kalt sind im Glauben, überrascht. Und so ist die Lebendigkeit des religiösen Geistes wenigstens in diesen Kontinenten ein grosses Geschenk für uns alle, vor allem für uns Bischöfe der westlichen Welt und besonders jener Länder, in denen das Phänomen der Einwanderung von den Philippinen, aus Indien und so weiter stark ausgeprägt ist. Unser kalter Katholizismus wird durch die Leidenschaft, die von euch ausgeht, belebt. Die Katholizität ist also ein grosses Geschenk.
Audienz für die Pfarrer und den Klerus der Diözese Rom, 7. Februar 2008



Neue Wege finden
In multireligiösen und in säkularisierten Umfeldern müssen neue Wege gefunden werden um Jesus besonders den jungen Menschen nahezubringen, damit sie seine fortwährende Anziehungskraft wahrnehmen.
Schreiben an die Teilnehmer am Generalkapitel der Salesianer Don Boscos, 1. März 2008



bild
Die Mission ist eine verpflichtende Aufgabe
Auch in dieser Phase der Geschichte der Kirche, die sich ihrem Wesen nach als missionarisch definiert, sind das Charisma und die Arbeit der Päpstlichen Missionswerke nicht erschöpft und dürfen nicht nachlassen. Der Auftrag, die Menschheit zu evangelisieren, bleibt weiterhin dringend und notwendig. Die Mission ist eine verpflichtende Aufgabe, die man erfüllen muss: "Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde" (Kor 9,16).
Ansprache an den Obersten Rat der Päpstlichen Missionswerke, 17. Mai 2008



Die Liebe drängt uns
Es ist die Liebe, die uns drängen muss, allen Menschen offen und mutig die Heilswahrheit zu verkündigen (vgl. Gaudium et spes, 28). Eine Liebe, die überallhin ausstrahlen und das Herz jedes Menschen erreichen soll. Die Menschen warten nämlich auf Christus.
Die Worte Jesu. "Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe" (Mg 28,19-20) stellen noch immer für die ganze Kirche und für jeden einzelnen Christgläubigen einen verpflichtenden Auftrag dar.
Ansprache an den Obersten Rat der Päpstlichen Missionswerke, 17. Mai 2008



Jedem Menschen die Hand reichen
Es ist die Liebe Christi, welche die Kirche drängt, jedem Menschen, ohne Unterschiede, über die Grenzen der sichtbaren Kirche hinaus die Hand zu reichen. Die Quelle der kirchlichen Sendung ist die göttliche Liebe. Diese Liebe wird in Christus offenbart und durch das Wirken des Heilige Geistes gegenwärtig gemacht.
Ansprache an den Päpstlichen Rat für den Interreligiösen Dialog, 7. Juni 2008



bild
Den Glauben vorschlagen, nicht aufzwingen
So ist es die Liebe, die jeden Gläubigen drängt, dem andern zuzuhören und nach Bereichen der Zusammenarbeit zu suchen. Sie ermutigt die christlichen Partner im Dialog mit den Anhängern anderer Religionen, den Glauben an Christus, der "der Weg und die Wahrheit und das Leben" (Joh 14,6) ist, vorzuschlagen, aber nicht aufzuzwingen.
Ansprache an den Päpstlichen Rat für den Interreligiösen Dialog, 7. Juni 2008



Christliches Mitleid
Das christliche Mitleid hat nichts mit Pietismus, mit reiner Wohlfahrt zu tun. Es ist vielmehr ein Synonym für Solidarität und gemeinsames Teilen, und seine Seele ist die Hoffnung. Entsteht nicht etwa aus der Hoffnung jenes Wort, das Jesus an die Apostel richtet, "Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe" (Mt 10,7)? Es ist dies eine Hoffnung, die auf dem Kommen Christi gründet und letztlich mit seiner Person und mit seinem Heilsgeheimnis zusammenfällt - wo er ist, da ist das Reich Gottes, da ist die Neuheit der Welt [...].
Predigt bei Eucharistiefeier im Hafen von Brindisi, 15. Juni 2008



Die Sehnsucht nach Zugehörigkeit
Einheit gehört zum Wesen der Kirche (vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, 813), sie ist eine Gabe, die wir anerkennen und in Ehren halten müssen. Lasst uns heute Abend um die Entschlossenheit beten, die Einheit zu fördern: Tragt Ihr dazu bei! Widersteht der Versuchung, wegzugehen!
Denn die Allseitigkeit, der Weitblick unseres Glaubens - fest und doch offen, gleichbleibend und doch dynamisch, wahr und doch ständig wachsend in der Einsicht -, gerade das ist es, was wir unserer Welt zu bieten haben. Liebe junge Freunde, war es nicht wegen eures Glaubens, dass Freunde in Schwierigkeiten oder auf der Suche nach Sinn in ihrem Leben sich an euch gewendet haben?
Seid wachsam! Horcht auf! Könnt Ihr durch die Disharmonie und die Uneinigkeit unserer Welt hindurch den einmütigen Ruf der Menschheit vernehmen? Von dem verlassenen Kind in einem Lager in Darfur oder einem innerlich aufgewühlten Teenager, von angstvollen Eltern in irgendeinem Vorstadtviertel oder vielleicht sogar jetzt aus der tiefe eures eigenen Herzens - von überall her steigt derselbe Ruf des Menschen nach Anerkennung, nach Zugehörigkeit, nach Einheit auf.
Wer befriedigt diese wesentliche menschliche Sehnsucht, eins zu sein, eingeschlossen in eine Gemeinschaft, aufgebaut und zur Wahrheit geleitet zu werden? Der heilige Geist! Das ist die Rolle des Geistes: Christi Werk zur Vollendung zu führen. Bereichert durch die Gaben des Geistes, werdet Ihr die Kraft haben, über das Stückwerk, die leere Utopie, das Vergängliche hinauszugehen und die Beständigkeit und Sicherheit des christlichen Zeugnisses anzubieten!
Ansprache bei Gebetsvigil in Sydney, 19. Juli 2008



bild
Die Liebe Gottes drängt uns
Die Missionstätigkeit ist eine Antwort auf die Liebe, mit der Gott uns liebt. Seine Liebe erlöst uns und drängt uns zur "missio ad gentes"; die geistliche Energie ist in der Lage unter der Menschheitsfamilie mehr Harmonie, mehr Gerechtigkeit, mehr Gemeinschaft unter Personen, Rassen und Völkern zu schaffen, nach der sich alle sehnen (vgl. Enzykl. Deus caritas est, 12). Es ist deshalb Gott, der Liebe ist, der die Kirche zu den Grenzen der Menschheit führt und die Verkünder des Evangelium einlädt, "aus der ersten, der ursprünglichen Quelle zu trinken - bei Jesus Christus, aus dessen geöffnetem Herzen die Liebe Gottes selber entströmt" (Deus caritas est, 7). Nur aus dieser Quelle kann man Aufmerksamkeit, Zuneigung, Leidenschaft, Annahme, Bereitschaft und Interesse an den Problemen der Menschen schöpfen, und jene anderen Tugenden, die notwendig sind, damit die Boten des Evangeliums alles lassen und sich ganz und bedingungslos der Verbreitung des Duftes der Liebe Christi widmen können.
Botschaft zum Weltmissionssonntag am 26. Oktober 2008, Botschaft datiert 11. Mai 2008



Die Evangelisierung der Völker bleibt Priorität
Während die Erstevangelisierung in nicht wenigen Teilen der Welt notwendig und dringlich bleibt, bereiten heute Priestermangel und das Fehlen von Berufungen vielen Diözesen und Instituten des gottgeweihten Lebens Kummer. Es muss jedoch betont werden, dass trotz wachsenden Schwierigkeiten der Auftrag Christi zur Evangelisierung aller Völker weiterhin eine Priorität bleibt. Kein Grund kann eine Drosselung oder einen Stillstand rechtfertigen, denn "der Auftrag zur Evangelisierung aller Menschen stellt das Leben und die wesentliche Sendung der Kirche dar" (vgl. Paul VI., Apost. Schr. Evangelii nuntiandi, 14).
Botschaft zum Weltmissionssonntag am 26. Oktober 2008, Botschaft datiert 11. Mai 2008



Das Evangelium verkünden ist ein Auftrag und eine Freude
Liebe Brüder und Schwestern, "duc in altum"! Lasst uns hinausfahren auf das weite Meer der Welt und der Einladung Jesu folgend, furchtlos die Netze auswerfen und dabei auf seine fortwährende Hilfe vertrauen. Der hl. Paulus erinnert uns daran, dass es kein Ruhm ist, das Evangelium zu verkünden (vgl. 1 Kor 9,16), sondern ein Auftrag und eine Freude.
Botschaft zum Weltmissionssonntag am 26. Oktober 2008, Botschaft datiert 11. Mai 2008



bild
Zeichen der Fürsorge unter den Kirchen
Die Kollekte, die am Weltmissionstag in allen Pfarrgemeinden stattfindet, soll Zeichen der Gemeinschaft und der gegenseitigen Fürsorge unter den Kirchen sein. Schliesslich soll unter dem christlichen Volk auch das Gebet mehr und mehr intensiviert werden, denn es ist ein unverzichtbares geistliches Instrument, damit unter allen Völkern das Licht Christi, "das Licht selber" verbreitet wird, "das über allen Dunkelheiten der Geschichte" (Spe salvi, 49) leuchtet.
Botschaft zum Weltmissionssonntag am 26. Oktober 2008, Botschaft datiert 11. Mai 2008

nach oben