Die Schweizergarde




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Vorbehaltlos an Christus binden
Zu den vielfältige Formen der Anwesenheit von Laien in der katholischen Kirche gehört auch jene Präsenz ganz besonderer Art der Päpstlichen Schweizergarde: dieser jungen Männer, die sich, motiviert von der Liebe zu Christus und zur Kirche, in den Dienst des Nachfolgers Petri stellen. Für einige von ihnen ist die Zugehörigkeit zu dem Gardekorps zeitlich begrenzt, für andere dauert sie länger, um für manche schliesslich zur Berufswahl für das ganze Leben zu werden. Bei einigen - und das sage ich mit grosser Freude - hat der Dienst im Vatikan die Antwort auf eine Priester- oder Ordensberufung reifen lassen. Schweizergardist zu sein bedeutet aber für alle, sich vorbehaltlos an Christus und die Kirche zu binden, bereit, sein Leben dafür zu geben. Der aktive Dienst kann zu Ende gehen, aber im Herzen bleibt man immer Schweizergardist. Davon haben rund 80 ehemalige Gardisten Zeugnis gegeben, die vom 7. April bis 4. Mai einen aussergewöhnlichen Marsch von der Schweiz nach Rom zurücklegten, wobei sie weitgehend der historischen Route der Via Francigena folgten.
Predigt bei dem 500-Jahr-Jubiläum der Päpstlichen Schweizergarde, 6. Mai 2006



Wahre Freunde Gottes
Liebe Freunde, für euch und für die Verstorbenen eures Korps bringe ich in besonderer Weise dieses eucharistische Opfer dar, das den geistlichen Höhepunkt eures Festes darstellt. Lasst das eucharistische Brot eure Nahrung sein, und seid vor allem Menschen des Gebetes, auf dass die göttliche Weisheit euch zu wahren Freunden Gottes und Dienern seines Reiches der Liebe und des Friedens mache. Im Opfer Christi erreicht der Dienst, den eure grosse Schar in diesen 500 Jahren geleistet hat, seine volle Bedeutung und seinen vollen Wert. Indem ich gedanklich im Namen all der Päpste spreche, denen euer Korps im Laufe der Jahrhunderte treu gedient hat, bringe ich den verdienten und tiefempfundenen Dank zum Ausdruck, und ich fordere euch mit dem Blick in die Zukunft auf, "acriter et fideliter", mutig und treu, voranzugehen. Die Jungfrau Maria und eure Schutzpatrone, der hl. Martin, der hl. Sebastian und der hl. Niklaus von Flüe, mögen euch helfen, eure täglichen Arbeit mit hochherziger Hingabe und stets beseelt vom Geist des Glaubens und der Liebe zur Kirche zu erfüllen.
Predigt bei dem 500-Jahr-Jubiläum der Päpstlichen Schweizergarde, 6. Mai 2006



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Was sich nicht ändert...
Vor zwei Jahren, im Jahr 2006, wurde mit festlichen Veranstaltungen die Fünfhundertjahrfeier der Gründung Eurer Truppe begangen. Dies war eine gute Gelegenheit, einen Blick auf Eure Geschichte zu werfen und dabei die grossen Veränderungen des gesellschaftlichen Umfelds zu erfassen, in dem die Jahrhunderte hindurch der Heilige Stuhl gemäss dem Auftrag, den Christus dem Apostel Petrus anvertraut hat, lebt und wirkt. Gerade vor dem Hintergrund dieser eindrucksvollen Entwicklung tritt das noch mehr hervor, was sich nicht ändert - so auch die Identität eurer kleinen, aber qualifizierten Truppe, die dazu ausersehen ist, über die Sicherheit der Person des Papstes und seines Wohnsitzes zu wachen. Nach fünf Jahrhunderten ist der Geist unverändert, der junge Schweizer dazu bringt, ihr schönes Land zu verlassen, um für den Heiligen Vater im Vatikan Dienst zu leisten. Mit derselben Liebe legt ihr für die katholische Kirche Zeugnis ab, und zwar mehr als mit Worten mit Eurer Person, die dank der typischen Uniform an dem Eingängen zum Vatikan und bei den Papstaudienzen gut erkenntlich ist. Eure historischen Uniformen sprechen zu Pilgern und Touristen aus allen Teilen der Welt über etwas, das sich trotz allem nicht ändert, nämlich über Euren Einsatz, Gott zu dienen, indem Ihr dem "Diener seiner Diener" dient.
Ansprache bei der Audienz für die Schweizergardisten, 5. Mai 2008



Die Schweizergarde: eine Schule des Lebens
Mein besonderer Gruss geht nun an Euch, liebe neue Hellebardiere. Strebt vor allem danach, den christlichen und kirchlichen Geist in Euch aufzunehmen, der die Grundlage und Antriebskraft jeder von Euch ausgeführten Tätigkeit ist. Vertieft insbesondere Euer Gebet und eure geistliches Leben, indem Ihr euch auf die wertvolle Gegenwart Eures Kaplans stützt. Seid offen, bescheiden und loyal. Bemüht Euch auch, die zwischen euch bestehenden Unterschiede hinsichtlich der Persönlichkeit und des Charakters wertzuschätzen, denn auch mit Uniform ist jeder eine einzigartige Person, die von Gott berufen ist, seinem Reich der Liebe und des Friedens zu dienen. Wie ihr wisst, ist die Schweizergarde auch eine Schule des Lebens, und im Laufe ihrer Erfahrungen im Vatikan haben viele Eurer Vorgänger ihre Berufung entdecken können: in einer christliche Ehe, im Priestertum oder im geweihten Leben. Dafür wollen wir Gott loben und Eurem Korps unsere Wertschätzung aussprechen.
Ansprache bei der Audienz für die Schweizergardisten, 5. Mai 2008



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