Gebildet...




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Katholische Universität
Die Katholische Universität vom Heiligen Herzen zählt heute an ihren fünf Standorten und 14 Fakultäten ungefähr 40.000 eingeschriebene Studenten. Da kommt einem spontan der Gedanke: Was für eine Verantwortung! Tausende und Abertausende junge Menschen kommen in die Hörsäle der "Cattolica". Wie kommen sie heraus? Welcher Kultur sind sie begegnet? Was für eine Kultur haben sie aufgenommen, verarbeitet? Hier liegt die grosse Herausforderung, die an erster Stelle die Leitung der Hochschule, den Lehrkörper und dann die Studenten selbst betrifft: Eine authentische Katholische Universität ins Leben zu rufen, die sich durch die Qualität von Forschung und Lehre und zugleich durch die Treue zum Evangelium und zum Lehramt der Kirche auszeichnet.
Ansprache in der Katholischen Universität vom Heiligen Herzen anlässlich der Eröffnung des Akademischen Jahres, 25. November 2005



Die Frage nach dem Wahren und Guten
Die Katholische Universität ist daher ein grosses Laboratorium, in dem, den verschiedenen Fachgebieten entsprechend, immer neue Forschungsansätze erarbeitet werden in einer anregenden Gegenüberstellung von Glaube und Vernunft, die zum Ziel hat, die von Thomas von Aquin und anderen grossen christlichen Denkern erreichte harmonische Synthese wiederzugewinnen, eine Synthese, die leider von bedeutenden Strömungen der modernen Philosophie bestritten wurde. Die Folge dieser Anfechtung war, dass sich als Kriterium für Rationalität immer ausschliesslicher die Beweisbarkeit durch das Experiment durchgesetzt hat. Die Grundfragen des Menschen - wie soll man leben und sterben - erscheinen so aus dem Bereich des rationalen Denkens ausgeklammert und werden in die Sphäre des Subjektiven verwiesen. Als Folge verschwindet am Ende die Frage, die den Anstoss zur Gründung der Universität gegeben hat - die Frage nach dem Wahren und Guten; sie wird durch die Frage der Machbarkeit ersetzt. Darin liegt also die grosse Herausforderung der Katholischen Universitäten: Wissenschaft betreiben im Blickfeld einer wahren Rationalität. Die sich von jener, die heute weithin dominiert, unterscheidet, entsprechend einer Vernunft, die offen ist für die Frage nach der Wahrheit und nach den in das Sein selbst eingeschriebenen erhabenen Werten, offen also für das Transzendente, für Gott.
Ansprache in der Katholischen Universität vom Heiligen Herzen anlässlich der Eröffnung des Akademischen Jahres, 25. November 2005



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Berufliche Kompetenzen im Dienst des Reiches Gottes
Werft mit neuer Leidenschaft für die Wahrheit und für den Menschen die Netze weit hinaus in das tiefe Meer des Wissens, im Vertrauen auf das Wort Christi, auch wenn ihr die Beschwernis und Enttäuschung erfahren müsst, nichts "gefangen" zu haben. Im weiten Meer der Kultur braucht Christus immer "Menschenfischer", das heisst gewissenhafte und gut ausgebildete Personen, die ihre beruflichen Kompetenzen in den Dienst am Guten und letztlich in den Dienst am Reich Gottes stellen. Auch die Forschungsarbeit innerhalb der Universität gehört, wenn sie aus einer Sicht des Glaubens erfolgt, zu diesem Dienst am Reich Gottes und am Menschen!
Ansprache in der Katholischen Universität vom Heiligen Herzen anlässlich der Eröffnung des Akademischen Jahres, 25. November 2005



Religionsunterricht
Was den Religionsunterricht und die Katechese in der Schule betrifft, darf man jedoch diese Fächer nicht auf die Dimension einer Religionskunde oder Religionswissenschaft verkürzen, auch wenn das der Erwartung gewisser Kreise entspräche. Der von Klerikern und Laien an der Schule erteilte Religionsunterricht muss, vom Zeugnis gläubiger Lehrer unterstützt, die authentische, das heisst evangeliumsgemässe, Dimension der Gaubensvermittlung und des Glaubenszeugnisses bewahren.
"Ad-limina"-Besuch der polnischen Bischöfe, 26. November 2005



Verschiedenste Dokumente für die Bildung
Die Mitwirkung an der Erziehungsarbeit seitens der Eltern und der anderen Laien erfordert eine persönliche Vorbereitung und eine ständigen Vertiefung des religiösen Wissens, der Spiritualität und der Korrektur des Verhaltens auf Grund des Evangeliums und des Lehramtes. Daher fordere ich euch Bischöfe inständig auf: Verstärkt die Anstrengungen, dort wo es daran mangelt, die Erwachsenenkatechese aufzubauen und die Kreise zu unterstützen, die bereits einen derartigen Unterricht durchführen. Diese Katechese sollte sich auf die Schrift und auf das Lehramt stützen. Hilfreich bei der Durchführung der Katechese kann der Katechismus der Katholischen Kirche, das Kompendium der Soziallehre der Kirche, und das kürzlich veröffentlichte Kompendium des Katechismus der Katholischen Kirche sein. Von besonderer Hilfe in der Erwachsenenkatechese kann die reiche Lehramtliche Verkündigung meines verehrten Vorgängers Johannes Paul II. sein. Während seiner zahlreichen Pilgerreisen in Polen hat er ein reiches Erbe der aus dem Glauben erwachsenen Weisheit hinterlassen, das man sich - wie es scheint - bisher noch nicht ganz zu eigen gemacht hat. Wie sollte man in diesem Zusammenhang nicht an die Enzykliken, Apostolischen Schreiben, Briefe und die vielen anderen Beiträge erinnern, die eine unerschöpfliche Quelle christlicher Weisheit darstellen?
"Ad-limina"-Besuch der polnischen Bischöfe, 26. November 2005



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Geistige, sittliche und soziale Werte weitergeben
Es ist für eine immer harmonischere Entwicklung der Völker wichtig, der Jugend besondere Aufmerksamkeit zu widmen, indem den Familien und den unterschiedlichen Erziehungseinrichtungen die nötigen Mittel gegeben werden, um die jungen Menschen auszubilden und zu erziehen, um ihnen die wesentlichen geistigen, sittlichen und sozialen Werte weiterzugeben und sie dadurch vorzubereiten auf eine bessere Zukunft und eine echte Bewusstmachung ihrer Rolle in der Gesellschaft wie auch der Einstellung, die sie pflegen müssen, um dem Gemeinwohl zu dienen und Interesse gegenüber allen Mitmenschen zu zeigen.
Ansprache an die neuen Botschafter beim Heiligen Stuhl, 1. Dezember 2005



Studieren im Ausland
Nun möchte ich mich an die ausländischen Studierenden wenden. Ihre Präsenz ist ein ständig wachsendes Phänomen und stellt für die Kirchen einen wichtigen Bereich pastoraler Tätigkeit dar. Die jungen Menschen, die ihr Land wegen des Studiums verlassen, gehen nicht wenigen Problemen entgegen, insbesondere besteht die Gefahr einer Identitätskrise, des Verlusts spiritueller und moralischer Werte. Andererseits ist die Möglichkeit, im Ausland zu studieren, für zahlreiche junge Menschen eine einmalige Gelegenheit, die notwendigen Fähigkeiten zu erlangen, um zur Entwicklung ihrer Länder besser beitragen zu können und auch auf aktive Weise an der Mission der Kirche teilzunehmen. Es ist wichtig, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen, um den Bedürfnissen dieser unserer Brüder und Schwestern entgegenzukommen.
Ansprache an die Studenten der Universitäten Roms und Latiums, 15. Dezember 2005



Die Liebe zu Wissen; in Gott
Die universitären Einrichtungen waren stets gekennzeichnet von ihrer Liebe zur Gelehrsamkeit und ihrer Suche nach der Wahrheit als dem wahren Zweck der Universität, wobei sie stets Bezug nahmen auf die christliche Sichtweise, die im Menschen das Meisterwerk der Schöpfung erkennt, da er als Abbild Gottes geschaffen ist (vgl. Gen 1,26-27). Diese Sichtweise war stets von der Überzeugung geprägt, dass eine tiefe Einheit besteht zwischen dem Wahren und dem Guten, zwischen den Augen des Geistes und denen des Herzens: [...] Die Liebe macht sehend. Die Universität ist aus der Liebe zum Wissen entstanden, aus der Neugier heraus, die Welt und den Menschen kennenzulernen, zu wissen, was die Welt ist und was der Mensch ist. Sie ist aber auch aus einem Wissen entstanden, das zum Handeln führt, das letztendlich zur Liebe führt.
Ansprache an die Teilnehmer am Seminar "The Cultural Heritage...", 1. April 2006



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Durch die Universität helfen, dass Europa die Seele bewahrt
Der Mensch kann sich selbst nicht vollkommen verstehen, wenn er Gott nicht in Betracht zieht. Das ist der Grund, warum die religiöse Dimension der menschlichen Existenz in dem Moment, in dem man Hand anlegt, das Europa des dritten Jahrtausends aufzubauen, nicht vernachlässigt werden darf. Hier kommt die besondere Rolle der Universitäten als wissenschaftliches Universum und nicht nur als Miteinander unterschiedlicher Spezialgebiete zum Vorschein: In der gegenwärtigen Lage wird von ihnen verlangt, dass sie sich nicht damit zufrieden geben, nur auszubilden und technischen und berufliche Kenntnisse zu vermitteln, die wichtig, aber nicht ausreichend sind. Sie müssen sich ebenso dafür einsetzen, eine gewissenhafte erzieherische Rolle im Dienst der jungen Generationen zu übernehmen, indem sie sich auf das Erbe an Idealen und Werten berufen, die die vergangenen Jahrtausende geprägt haben. Die Universität wird auf diese Weise Europa helfen können, seine "Seele" zu bewahren und wiederzufinden, indem es jene christlichen Wurzeln, die sie hervorgebracht haben, neu belebt.
Ansprache an die Teilnehmer am Seminar "The Cultural Heritage...", 1. April 2006



Erziehung zum Schweigen und zur Betrachtung
Die Vertiefung der christlichen Wahrheiten und das Studium der Theologie oder eines anderen Faches im Bereich der Religion setzen eine Erziehung zum Schweigen und zur Betrachtung voraus, weil man fähig werden muss, Gott, der spricht, mit dem Herzen zu hören. Das Denken bedarf immer der Reinigung, um in die Dimension eintreten zu können, in der Gott sein schöpferisches und erlösendes Wort spricht, "sein in der Stille ausgegangenes Wort", um den schönen Ausdruck des hl. Ignatius von Antiochien (Brief an die Magnesier, 8,2) zu gebrauchen. Nur wenn sie aus der Stille der Betrachtung hervorgehen, können unsere Worte einen Wert und einen Nutzen haben, ohne an Bedeutung zu verlieren wie der Redeschwall der Welt, der die Zustimmung der allgemeinen Meinung sucht. Wer in einer kirchlichen Einrichtung studiert, muss sich deshalb auf den Gehorsam gegenüber der Wahrheit einstellen und folglich eine besondere Askese des Denkens und des Wortes üben. Diese Askese gründet auf der liebevollen Vertrautheit mit dem Wort Gottes und vorher noch, würde ich sagen, mit jenem "Schweigen", in dem das Wort seinen Ursprung hat im Dialog der Liebe zwischen dem Vater und dem Sohn im Heiligen Geist. Zu diesem Dialog haben auch wir Zugang durch die heilige Menschennatur Christi. Darum, liebe Freunde, bittet den Herrn, wie es seine Jünger getan haben: "Meister, lehre uns beten" (Lk 11,1), und auch: Lehre uns denken, schreiben und sprechen, denn diese Dinge sind eng miteinander verbunden.
Ansprache in den Päpstlichen Universitäten in Rom, 23. Oktober 2006



Heranbilden...
Ihr, liebe Professoren und Dozenten, habt gewiss die Absicht, gelehrte Priester heranzubilden, die aber zugleich bereit sind, ihr Leben einzusetzen, indem sie allen, die der Herr ihrem Dienst anvertrauen wird, mit ungeteiltem Herzen, in Demut und einem einfachen und disziplinierten Lebensstil dienen. Ebenso wollt ihr Ordensmännern und Ordensfrauen eine solide intellektuelle Ausbildung bieten, damit sie die Weihe, mit der Gott sie beschenkt hat, mit Freude leben und eschatologisches Zeichen jenes zukünftigen Lebens sein können, zu dem wir alle berufen sind. Gleichermassen wollt ihr Laien, Männer und Frauen, darauf vorbereiten, dass sie mit Sachkenntnis Dienste und Ämter in der Kirche wahrnehmen und vor allem Sauerteig des Reiches Gottes im weltliche Bereich sein können.
Ansprache in der Päpstlichen Universität Gregoriana, 3. November 2006



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Fruchtbares Apostolat
Euer Apostolat wird morgen desto reicher und fruchtbarer sein, je mehr ihr euch in diesen Jahren durch ernsthaftes Studium darauf vorbereitet und je mehr ihr vor allem eure persönliche Beziehung zu Christus nährt, durch das Streben nach der Heiligkeit und mit der Verwirklichung des Reiches Gottes als einziges Lebensziel.
Ansprache an die Professoren und Studenten der Päpstlichen Universitäten in Rom, 23. Oktober 2006



Askese und Entsagung
Die Ausbildung liegt jedoch auch in eurer Verantwortung, liebe Studenten. Das Studium verlangt sicher beständige Askese und Entsagung. Aber gerade auf diesem Weg wird der Mensch zu Opfer und Pflichtgefühl erzogen. Denn was ihr heute lernt, ist das, was ihr morgen weitergeben werdet, wenn euch von der Kirche das Priesteramt oder andere Dienste und Ämter zum Wohl der Gemeinschaft anvertraut werden. Was in jedem Fall euer Herz erfreuen kann, ist das Bewusstsein, stets die Redlichkeit des Wollens geübt zu haben, dank der man gewiss sein darf, allein den Willen Gottes gesucht und getan zu haben. Natürlich verlangt all das die Reinigung des Herzens und die Unterscheidung der Geister.
Ansprache in der Päpstlichen Universität Gregoriana, 3. November 2006



Die Gebote nicht nur kennen sondern leben
Wer die Gebote beachtet, befindet sich auf Gottes Weg. Es genügt jedoch nicht, sie zu kennen. Das Zeugnis ist wirksamer als das Wissen, oder, mit anderen Worten, es ist angewandtes Wissen. Die Gebote werden nicht von aussen auferlegt, sie schmälern nicht unsere Freiheit. Im Gegenteil: sie sind ein kraftvoller innerer Ansporn, der uns dazu bringt, unserem Handeln eine gewisse Richtung zu geben. Ihre Grundlagen sind die Gnade und die Natur, die uns nicht stillstehen lassen. Wir müssen gehen. Wir werden angetrieben, etwas zu tun, um uns zu verwirklichen. Sich durch das Handeln zu verwirklichen heisst in Wirklichkeit, sich selbst wirklich zu machen. Wir sind zum grossen Teil von Jugend auf das, was wir sein wollen. Wir sind sozusagen das Werk, unserer Hände.
Ansprache an die Jugendlichen im Stadion von Pacaembu, Brasilien, 10. Mai 2007



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Heiligung der Arbeit
Der Papst erwartet sich auch, dass die jungen Menschen versuchen, ihre Arbeit zu heiligen, indem sie sie mit fachlicher Kompetenz und Sorgfalt durchführen, um beizutragen zum Fortschritt aller ihrer Brüder und um im Licht des Wortes alle menschlichen Tätigkeiten zu erleuchten (gvl. Lumen gentium, 36).
Ansprache an die Jugendlichen im Stadion von Pacaembu, Brasilien, 10. Mai 2007



Pflichten gegenüber dem Staat
Vor allem wünscht der Papst, dass sie [die jungen Menschen] Protagonisten einer gerechteren und brüderlicheren Gesellschaft sein mögen und ihre Pflichten gegenüber dem Staat erfüllen: indem sie seine Gesetze achten, sich nicht von Hass und Gewalt leiten lassen, indem sie versuchen, Vorbilder zu sein für einen christlichen Lebenswandel im beruflichen und im sozialen Umfeld und indem sie sich auszeichnen durch Rechtschaffenheit in den gesellschaftlichen und beruflichen Beziehungen. Sie sollten daran denken, dass das masslose Streben nach Reichtum und Macht zur persönlichen Korruption und der anderer führt; es gibt keine legitimen Gründe, die den Versuch rechtfertigen, die eigenen menschlichen Bestrebungen wirtschaftlicher oder politischer Natur mittels Betrug und Täuschung durchzusetzen.
Ansprache an die Jugendlichen im Stadion von Pacaembu, Brasilien, 10. Mai 2007



Das Buch "Jesus von Nazareth"
Liebe Jugendliche, mein Wunsch ist, dass ihr mehr und mehr die Freude entdeckt, Christus nachzufolgen und seine Freunde zu werden. Es ist die Freude des Apostels Petrus, der anderen Apostel und der heiligen Männer und Frauen aller Zeiten. Diese Freude hat mich auch dazu angeregt, das kürzlich veröffentlichte Buch Jesus von Nazareth zu schreiben. Für die jüngeren ist es recht anspruchsvoll, aber ideell übergebe ich es euch damit es den Glaubensweg der neuen Generationen begleite.
Regina Caeli, 22. April 2007


Wir schulden wahre Werte
Den Wunsch der jungen Generationen, glücklich zu sein, versucht man dadurch zu kompensieren, dass man sie mit Konsumprodukten überhäuft und ihnen kurzlebige Freuden verschafft. So geraten sowohl die Eltern aus auch die Lehrer leicht in die Versuchung, sich ihrer Erziehungspflicht zu entziehen, und verstehen nicht einmal mehr, welche Rolle oder besser gesagt Sendung ihnen anvertraut ist. Aber so geben wir den Jugendlichen, den jungen Generationen, nicht das was wir ihnen vermitteln sollen. Wir schulden ihnen auch die wahren Werte, die dem Leben eine Grundlage geben.
Ansprache bei der Eröffnung der Pastoraltagung der Diözese Rom, 11. Juni 2007




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Die Pastoral der Intelligenz
Der wahre Erzieher nimmt auch die intellektuelle Neugierde ernst, die bereits bei Kindern vorhanden ist und die im Laufe der Jahre stärker ins Bewusstsein tritt. Der junge Mensch von heute, der durch die Informationsvielfalt und die gegensätzlichen Ideen und Erklärungen, die ihm ständig geboten werden, herausgefordert wird und oft verwirrt ist, trägt dennoch ein grosses Bedürfnis nach Wahrheit in sich. Daher ist er offen für Jesus Christus, denn dieser hat, wie Tertullian in Erinnerung ruft, "gesagt, ich bin die Wahrheit, nicht, ich bin die Gewohnheit" (De virginibus velandis, I,1). Wir müssen versuchen, die Frage nach der Wahrheit zu beantworten, indem wir ohne Ängste das Angebot des Glaubens der Vernunft unserer Zeit gegenüberstellen. So können wir den jungen Menschen helfen, ihren geistigen Horizont zu erweitern, sich zu öffnen gegenüber dem Geheimnis Gottes, der dem Leben Sinn und Orientierung gibt, und den Einfluss einer Rationalität zu überwinden, die nur den Dingen Vertrauen schenkt, die Gegenstand von Experimenten und Berechnungen sein können. Daher ist es sehr wichtig, eine "Pastoral der Intelligenz", [...] zu entfalten.
Ansprache bei der Eröffnung der Pastoraltagung der Diözese Rom, 11. Juni 2007



Der Aufstieg der europäischen Universitäten
Der Aufstieg der europäischen Universitäten wurde durch die Überzeugung gefördert, dass Glaube und Vernunft bei der Suche nach der Wahrheit zusammenwirken müssen – unter Achtung des Wesens und der rechtmässigen Autonomie des anderen und dennoch in harmonischer und kreativer Zusammenarbeit, um der Erfüllung des Menschen in Wahrheit und Liebe zu dienen.
Ansprache an die Teilnehmer der Begegnung der Dozenten der europäischen Universitäten, 23. Juni 2007




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Das Studium mit Streben nach Heiligkeit verbinden
Liebe Brüder und Schwestern, das Studium der humanistischen und theologischen Wissenschaften muss jedoch unabdingbar von einer fortschreitenden innigen und tiefen Erkenntnis Christi begleitet sein. Daher müsst ihr euer notwendiges Interesse am Studium und an der Forschung mit einem aufrichtigen Streben nach Heiligkeit verbinden. Diese Jahre der Ausbildung in Rom sollen somit geprägt sein von einem ernsthaften und eifrigen intellektuellen Einsatz, darüber hinaus aber müssen es in erster Linie Jahre des tiefen Gebets sein, in ständigem Einklang mit dem göttlichen Meister, der euch in seinen Dienst erwählt hat. Ebenso möge die Begegnung mit der religiösen und sozialen Wirklichkeit der Stadt euch zur geistlichen und pastoralen Bereicherung dienen.
Ansprache bei der Begegnung mit Dozenten und Studenten der Päpstlichen Universitäten, 25. Oktober 2007



Glaube und Studium
"Beim Studieren glauben". In der Tat: Warum meint man, dass der Glaubende auf die freie Erforschung der Wahrheit verzichten müsse, und wer frei nach der Wahrheit sucht, auf den Glauben verzichten müsse? Es ist hingegen möglich, gerade während des Universitätsstudiums und dank diesem zu einer echten menschlichen, wissenschaftlichen und geistlichen Reifung zu gelangen. " Beim Studieren glauben" will heissen: erkennen, dass Studium und Forschung - besonders während der Jahre an der Universität - eine ihnen wesenseigene Kraft zur Erweiterung der Horizonte des menschlichen Verstandes besitzen, vorausgesetzt, das akademische Studium bewahrt ein anspruchsvolles, strenges, ernsthaftes, methodisches und fortschrittliches Profil.
Ansprache für eine Delegation des Katholischen Studentenverbandes Italiens (FUCI), 9. November 2007



Worte des ewigen Lebens
Diese Worte [der Hl. Schrift]sind nicht immer einfach, doch wenn man in sie eindringt, den Dialog beginnt, an die Tür der Worte klopft und zum Herrn sagt "Öffne mir", dann finden wir wirklich Worte des ewigen Lebens, lebendige Worte für heute, aktuell wie sie es in jenem Moment waren und auch in Zukunft sein werden. Dieses Gespräch mit dem Herrn in der Schrift muss immer auch nicht nur ein individuelles Gespräch sein, sondern ein gemeinschaftliches, in der grossen Gemeinschaft der Kirche, wo Christus immer gegenwärtig ist, in der Gemeinschaft der Liturgie, in der tiefsten Begegnung mit der heiligen Eucharistie und dem Sakrament der Versöhnung, wo der Herr mir sagt "Ich vergebe dir". Ein ganz wichtiger Weg ist auch den armen Bedürftigen zu helfen, Zeit für den anderen zu haben. Es gibt so viele Dimensionen, um Jesus kennenzulernen. Natürlich auch das Leben der Heiligen.
Ansprache bei der Begegnung mit den Jugendlichen in Genua, 18. Mai 2008



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Bildung ist unverzichtbar
Die solide intellektuelle und sittliche Bildung. Sie ist unverzichtbar, um eure Zukunft und die der Gesellschaft zu planen und aufzubauen. Wer euch hier "Ermässigungen" gewährt, ist nicht auf euer Wohl bedacht. Wie soll man denn ernsthaft die Zukunft planen, wenn man das natürliche Verlangen nach Wissen und Auseinandersetzung, das euch innewohnt, vernachlässigt? Die Krise einer Gesellschaft beginnt dann, wenn sie ihr kulturelles Erbe und ihre Grundwerte nicht mehr an die neuen Generationen weitergeben kann. Ich meine damit nicht einfach nur das Schulsystem. Die Frage geht weit über diesen Horizont hinaus. Es gibt, das wissen wir, einen Bildungs- und Erziehungsnotstand. Um diesem zu begegnen, brauchen wir Eltern und Lehrer, die in der Lage sind, das Gute und das Wahre, das sie selbst erfahren und vertieft haben, zu vermitteln. Wir brauchen Jugendliche, die innerlich offen sind, begierig zu lernen und alles zu den ursprünglichen Bedürfnissen des Herzens zurückzuführen, zu dem was das Herz uns deutlich sagt.
Ansprache bei Begegnung mit den Jugendlichen in Cagliari, 7. September 2008



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