Nachfolge




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Wichtig ist an Christus zu glauben
Der wahre Gläubige erreicht das Heil, wenn er mit seinem Mund bekennt, dass Jesus der Herr ist, und mit seinem Herzen glaubt, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat (vgl. Röm 10,9). Wichtig ist vor allem das Herz, das an Christus glaubt und im Glauben den Auferstandenen "berührt"; es genügt aber nicht, den Glauben im Herzen zu tragen, wir müssen ihn auch mit dem Mund bekennen und mit unserem Leben bezeugen und so die Wahrheit vom Kreuz und von der Auferstehung in unserer Geschichte gegenwärtig machen.
Generalaudienz, 5. November 2008



Geistliche Männer und Frauen sein
Um die geistlichen Dinge zu erkennen und zu verstehen, müssen wir geistliche Männer und Frauen sein, denn wenn man fleischlich ist, fällt man unvermeidlich in die Torheit zurück, auch wenn man viel studiert und "ein Weiser" und "Wortführer in dieser Welt"(vgl.1 Kor 1,20) wird.
Ansprache nach Eucharistiefeier für die kirchlichen Universitäten Roms, 30. Oktober 2008



Das Reich Gottes
Liebe Freunde, das Reich Gottes ist keine Frage der Ehren und des äusseren Scheins, sondern es ist, wie der Hl. Paulus schreibt, "Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist" (Röm 14,17). Dem Herrn liegt unser Wohl am Herzen, das heisst, dass jeder Mensch das Leben haben soll und dass insbesondere seine "geringeren" Kinder Zugang zu dem Tisch finden können, den er für alle bereitet hat. Deshalb weiss er nichts mit dem heuchlerischen Verhalten dessen anzufangen, der "Herr, Herr" sagt und dann seine Gebote nicht beachtet (vgl. Mat 7,21). In sein ewiges Reich nimmt Gott all jene auf, die sich Tag um Tag darum mühen, sein Wort in die Praxis umzusetzen. Daher ist die Jungfrau Maria, das demütigste unter allen Geschöpfen, in seinen Augen das grösste und sitzt als Königin zur Rechten Christi, des Königs.
Angelus, 23. November 2008



In Gott bleiben wie er in uns bleibt
Wenn Gott uns - wie der hl. Johannes schreibt - unentgeltlich geliebt hat, dann können und müssen auch wir uns in diese Hingabe hineinnehmen lassen und müssen uns selbst den anderen unentgeltlich hinschenken. Auf diese Weise erkennen wir Gott so, wie er uns kennt; auf diese Weise bleiben wir in ihm, so, wie er in uns bleibt, und gehen aus dem Tod hinüber in das Leben (vgl. 1 Joh, 3,14) wie Jesus Christus, der den Tod in seiner Auferstehung besiegt hat durch die Macht der Herrlichkeit des himmlischen Vater.
Predigt bei der heiligen Messe zum Gedenken an die verstorbenen Kardinäle und Bischöfe, 3. November 2008



Es liegt an uns
Wir Männer und Frauen können frei wählen, mit wem wir uns verbünden wollen; mit Christus und seinen Engeln oder aber mit dem Teufel und seinen Anhängern, um mit den Worten des Evangeliums zu sprechen. An uns liegt es, zu entscheiden, ob wir Gerechtigkeit üben oder Böses tun wollen, ob wir Liebe und Verzeihung bringen wollen oder aber Rache und mörderischen Hass. Hiervon hängt unser persönliches Heil ab, aber auch das Heil der Welt. Aus diesem Grund will Jesus uns in sein Königreich aufnehmen; deswegen lädt er uns ein, am Kommen seines Reiches der Liebe, der Gerechtigkeit und des Friedens mitzuarbeiten. Es liegt an uns, ob wir ihm antworten, nicht mit Worten, sondern mit Taten: wenn wir uns für den Weg der tatkräftigen und grossherzigen Liebe gegenüber dem Nächsten entscheiden, erlauben wir ihm, seine Herrschaft in Zeit und Raum auszuweiten.
Ansprache an die Telnehmer der Pilgerfahrt der Erzdiözese Amalfi-Cava de' Tirreni, 22. November 2008



Wachen bedeutet dem Herrn folgen
"Seid wachsam!", sagt uns Jesus im kurzen Gleichnis des Hausherrn, der auf Reisen geht und von dem man nicht weiss, wann er zurückkommt (vgl. Mk 13,33-37). Wachen bedeutet dem Herrn zu folgen, das zu wählen, was er gewählt hat, das zu lieben, was er geliebt hat. Das eigene Leben seinem Leben gleichförmig werden lassen; das Wachen schliesst auch ein, jeden Augeblick unserer Zeit in der Gegenwart seiner Liebe zu verbringen, ohne durch die unausweichlichen Schwierigkeiten und Probleme des Alltags mutlos zu werden.
Predigt beim Pastoralbesuch in der römischen Pfarrei "San Lorenzo fuori le mura", 30. November 2008



Sich den Sieg Christi zu eigen machen
Der Sieg Christi erfordert, dass der Jünger ihn sich zu eigen macht, und das geschieht vor allem mit der Taufe, durch die wir, vereint mit Jesus, "Lebende, Wiedergekehrte von den Toten" geworden sind. Damit Christus auf vollkommene Weise in ihm herrschen kann, muss der Getaufte jedoch seinen Weisungen getreu folgen; er darf nie nachlassen in der Wachsamkeit, um nicht dem Widersacher zu gestatten, auf irgendeine Weise Boden zu gewinnen.
Predigt bei der Aschermittwochsliturgie, 25. Februar 2009



Disziplin im Glauben
Der Christ muss diszipliniert sein, um den Weg zu finden und tatsächlich beim Herrn anzukommen.
Predigt bei der Aschermittwochsliturgie, 25. Februar 2009



Den Weg der Vernunft finden
Auch der Wille ist, wie die Kirchenväter sagen, gebeugt: Er ist nicht einfach bereit, das Gute zu tun, sondern sucht vor allem sich selbst oder das Wohl der eigenen Gruppe. Also tatsächlich den Weg der Vernunft, der wahren Vernunft zu finden, ist schon keine leichte Sache und entwickelt sich schwerlich in einem Dialog. Ohne das Licht des Glaubens, das in die Finsternis der Erbsünde eindringt, kann die Vernunft nicht vorankommen. Aber ausgerechnet der Glaube stösst dann auf den Widerstand unseres Willens. Dieser will den Weg nicht sehen, der auch ein Weg des Selbstverzichts und einer Korrektur des eigenen Willens zugunsten des anderen und nicht für sich selbst wäre.
Begegnung mit dem Klerus der Diözese Rom, 26. Februar 2009



Jesus Christus aus der Nähe kennen
Wenn es stimmt, dass der Mensch sein Mass - was recht ist und was nicht - nicht in sich hat, sondern sein Mass ausserhalb von sich, in Gott, findet, ist es wichtig, dass dieser Gott nicht fern ist, sondern erkennbar, konkret, dass er in unser Leben eintritt und wirklich ein Freund ist, mit dem wir reden können und der mit uns redet. Wir müssen die Eucharistie feiern lernen, wir müssen Jesus Christus, den Gott mit dem menschlichen Antlitz, aus der Nähe kennenlernen, ihn zu hören und ihn in uns hereinkommen zu lassen.
Begegnung mit dem Klerus der Diözese Rom, 26. Februar 2009



Keine Angst mehr
Ein Problem der traditionellen Religionen ist die Angst vor den Geistern. Einer der afrikanischen Bischöfe hat mir gesagt: jemand hat sich wirklich zum Christentum bekehrt, jemand ist ganz Christ geworden, wenn er weiss, dass Christus wirklich stärker ist. Es gibt keine Angst mehr.
Interview auf dem Flug nach Afrika, 17. März 2009



Passt auf eure Seelen auf!
Brüder und Schwestern [...] ihr habt von Gott so viele vorzügliche menschliche Eigenschaften empfangen - passt auf eure Seelen auf! Lasst euch nicht von selbstsüchtigen Illusionen und falschen Idealen blenden! Glaubt, ja glaubt weiter an Gott, den Vater, Sohn und Heiligen Geist, der allein euch wirklich so liebt, wie ihr geliebt zu werden verdient; er allein kann euch befriedigen, kann Beständigkeit in eurer Leben bringen. Nur Christus ist der Weg des Lebens.
Predigt bei der Hl. Messe in Yaoundé, 19. März 2009



In der Freundschaft mit Christus leben
Ein Christ mit einem mündigen und reifen Glauben ist nicht jemand, der den Modeströmungen und letzten Neuigkeiten folgt. Sondern jemand, der tiefverwurzelt in der Freundschaft Christi lebt. Diese Freundschaft öffnet uns für alles Gute und bietet uns das Kriterium, um zwischen Irrtum und Wahrheit zu unterscheiden.
Ansprache bei der Begegnung mit den Bischöfen von Angola in der Apostolischen Nuntiatur in Luanda, 20. März 2009



Christus lebt in mir
"Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir" (Gal 2,20). Ich lebe, aber nicht mehr ich. In gewisser Weise wird mir mein Ich genommen, um es in ein grösseres Ich einzufügen; ich habe mein Ich noch, aber es ist verwandelt und offen gegenüber den anderen durch mein Eingefügtsein in den anderen: In Christus bekomme ich meinen neuen Lebensraum. Was ist also mit uns geschehen? Paulus gibt uns die Antwort: ihr seid "einer" geworden in Christus Jesus (vgl. Gal 3,28).
Predigt bei der Heiligen Messe mit den Bischöfen, Priester, und Ordensleuten von Angola in Luanda, 21. März 2009



Das wollen was Er will
Tragen wir dazu bei, dass das menschliche Elend der göttlichen Barmherzigkeit begegnen kann. Der Herr macht uns zu seinen Freunden, er überantwortet sich uns, er schenkt uns seinen Leib in der Eucharistie, er vertraut uns seine Kirche an. Wir müssen daher wirklich seine Freunde sein, mit ihm eines Sinnes sein, das wollen, was er will. Und das nicht wollen, was er nicht will. Jesus selbst hat gesagt: "Ihr seid meine Freunde wenn ihr tut, was ich euch auftrage" (Joh 15,14).
Predigt bei der Heiligen Messe mit den Bischöfen, Priester, und Ordensleuten von Angola in Luanda, 21. März 2009



Vertraut auf Gott
Liebe Freunde, werdet nicht mutlos angesichts von Schwierigkeiten und Zweifeln; vertraut auf Gott und folgt Christus treu nach, und Ihr werdet Zeugen der Freude sein, die der innigen Vereinigung mit ihm entspringt. In Nachahmung der Jungfrau Maria, die alle Geschlechter seligpreisen, weil sie geglaubt hat (vgl. Lk 1,48), bemüht euch mit aller geistlichen Kraft, den Heilsplan des himmlischen Vaters zu verwirklichen, indem Ihr wie sie in Eurem Herzen die Fähigkeit bewahrt zu staunen und den anzubeten, der die Macht hat, "Grosses" zu tun, denn sein Name ist heilig.
Botschaft zum 46. Weltgebetstag um geistliche Berufungen am 3. Mai 2009



Mit dem Herrn gehen
Auf den Spuren der Propheten, der Apostel und der Heiligen sind wir berufen, mit dem Herrn zu gehen, seine Sendung weiterzutragen, für die Frohbotschaft von Gottes allumfassender Liebe und von seinem Erbarmen Zeugnis zu geben. Wir haben den Auftrag, durch unsere Nächstenliebe, unseren Dienst an den Armen und unser Bemühen, Sauerteig der Versöhnung, der Vergebung und des Friedens in der Welt um uns zu sein, zum Kommen des Reiches Christi beizutragen.
Ansprache in der Basilika der Mose-Gedenkstätte auf dem Berg Nebo, 9. Mai 2009



Eine Gabe der Liebe werden
Sein göttliches Herz ruft also unser Herz; es lädt uns ein, aus uns selbst herauszugehen, unsere menschlichen Sicherheiten aufzugeben, um uns ihm anzuvertrauen und seinem Beispiel folgend uns selbst zu einer Gabe der vorbehaltlosen Liebe zu machen.
Predigt bei der Vesper am Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu, 19. Juni 2009



Wollen was Gott will
Den Willen Gottes verstehen lernen, so dass er unseren eigenen Willen prägt. Dass wir selber wollen, was Gott will, weil wir einsehen, dass das von Gott gewollte das Schöne und Gute ist. Es kommt also auf eine Wende unserer geistigen Grundorientierung an. Gott muss in den Horizont unseres Denkens hereintreten: was er will und wie er die Welt und mich gedacht hat. Wir müssen mit Jesus Christus mit-denken und mit-wollen lernen. Dann sind wir neue Menschen, in denen eine neue Welt heraufzieht.
Predigt bei der Vesper zum Abschluss des Paulusjahres, 28. Juni 2009



Freigabe des Ich
Wer sein Leben für sich haben möchte, nur sich selber leben, alles an sich ziehen und ausschöpfen, was es gibt - gerade der verliert das Leben. Es wird öde und leer. Nur im Loslassen seiner selbst, nur in der Freigabe des Ich für das Du, nur im Ja zum grösseren Leben Gottes wird auch unser Leben weit und gross. So ist dieses Grundprinzip, das der Herr aufstellt, letztlich einfach identisch mit dem Prinzip Liebe. Denn Liebe heisst sich loslassen, sich geben, nicht sich selber wollen, sonder frei werden von sich: nicht auf sich selber zurückschauen - was aus mir wird -, sonder vorwärts schauen, auf den anderen - auf Gott hin und auf die Menschen, die er mir schickt.
Predigt bei der Eucharistiefeier am Palmsonntag, 5. April 2009



Das grosse Ja wagen
Es geht darum [...] seine Wahrheit, die Wahrheit von Kreuz und Auferstehung zu leben. Dazu wiederum reicht nicht ein einmaliger grosser Entscheid. Es ist freilich wichtig, wesentlich, einmal den grossen Grundentscheid zu wagen, das grosse Ja zu wagen, das der Herr in einem Augenblick unseres Lebens von uns erfragt. Aber das grosse Ja des entscheidenden Augenblicks in unserem Leben - das Ja zu der Wahrheit, die der Herr vor uns hinstellt - muss dann auch täglich neu eingeholt werden in den Situationen des Alltags , in denen wir immer wieder neu uns loslassen, uns freigeben müssen, wo wir eigentlich an uns festhalten möchten. Zum rechten Leben gehört das Opfer, gehört Verzicht.
Predigt bei der Eucharistiefeier am Palmsonntag, 5. April 2009



Ohne Opfer geht es nicht
Wer ein Leben ohne diese immer neue Freigabe unseres Selbst verspricht, der betrügt den Menschen. Geglücktes Leben ohne Opfer gibt es nicht. Wenn ich auf mein eigenes Leben zurückschaue, dann muss ich sagen, dass gerade die Augenblicke, in denen ich ja gesagt habe zu einem Verzicht, die grossen und wichtigen Augenblicke meines Lebens waren.
Predigt bei der Eucharistiefeier am Palmsonntag, 5. April 2009



Folge mir nach
Das ist der anspruchsvolle Weg des Kreuzes, den Jesus allen seinen Jüngern weist. Mehrmals hat er gesagt: "Wenn mir einer dienen will, so folge er mir nach." Es gibt keine Alternative für den Christen, der seine Berufung verwirklichen möchte. Dies ist das "Gesetz" des Kreuzes, das mit dem Bild des Weizenkorns beschrieben ist, das stirbt, um neues Leben aufkeimen zu lassen; dies ist die "Logik" des Kreuzes, die auch das heutige Evangelium in Erinnerung ruft: "Wer an seinem Leben hängt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben."
Pastoralbesuch in der Pfarrei "Santo Volto die Gesù, im römischen Stadtteil "Magliana", 29. März 2009



Sein Leben gering achten
"Wer an seinem Leben hängt, verliert es, wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben." Sein Leben "gering achten" ist eine starke und paradoxe semitische Ausdrucksform, die sehr gut die radikale Ganzheit hervorhebt, die den auszeichnet, der Christus nachfolgt und sich aus Liebe zu ihm in den Dienst an den Brüdern stellt. Er verliert das leben und findet es auf diese Weise. Es gibt keinen anderen Weg, um die Erfahrung der Freude und der wahren Fruchtbarkeit der Liebe zu machen, die Erfahrung des Sichgebens, der Selbstschenkung, des Sichverlierens ist, um sich zu finden.
Pastoralbesuch in der Pfarrei "Santo Volto die Gesù, im römischen Stadtteil "Magliana", 29. März 2009



Jeder Augeblick ist Zeit der Gnade
"Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade; jetzt ist er da, der Tag der Rettung." Im Ruf vor dem Evangelium hat die Liturgie uns ermahnt, jetzt - und jeder Augenblick ist "Zeit der Gnade" - unseren entschiedenen Willen zu erneuern, Christus nachzufolgen, in der Gewissheit, dass er unsere Rettung ist. Das ist letztendlich die Botschaft, die uns der geliebte Papst Johannes Paul II. heute Abend noch einmal vermittelt.
Predigt bei der Gedenkmesse anlässlich des 4. Todestages des Dieners Gottes Johannes Paul II., 2. April 2009



Der friedliche Kampf Christi
Niemand sollte sich aus diesem friedlichen Kampf, der mit dem Pascha Christi begonnen hat, zurückziehen. Er - ich wiederhole es - sucht Männer und Frauen, die ihm helfen, seinen Sieg mit seinen eigenen Waffen zu behaupten: mit den Waffen der Gerechtigkeit und der Wahrheit, mit den Waffen der Barmherzigkeit, der Vergebung und der Liebe.
"Urbi et Orbi" am Ostersonntag, 12. April 2009



Freundschaft mit Christus einüben
In die Wahrheit, in Christus eingetaucht werden, dazu gehört das Beten, in dem wir Freundschaft mit ihm einüben, in dem wir ihn auch kennenlernen - seine Weise des Seins, des Denkens, des Tuns. Beten ist persönliche Weggemeinschaft mit Christus, in dem wir unseren Alltag, unser Gelingen und unser Scheitern, unsere Mühsale und Freuden vor ihm ausbreiten - ganz einfach uns selbst vor ihn hinstellen. Aber damit daraus nicht Selbstbespiegelung wird, ist es wichtig, dass wir immer wider beten lernen im Mitbeten mit der Kirche.
Predigt bei der "Missa chrismatis" am Gründonnerstag, 9. April 2009



Die Augen auf Gott hin ausrichten
Der Herr lehrt uns, unsere Augen und vor allem unser Herz zu erheben. Aufzuschauen aus den Dingen dieser Welt und uns bestens auf Gott hin auszurichten und aufzurichten. In einem Hymnus des Stundengebets bitten wir den Herrn, dass er unsere Augen behüte, damit sie nicht" vanitates" schöpfen und in uns einlassen - das Eitle, das Nichtige, den blossen Schein.
Predigt bei der Heiligen Messe "in Coena Domini" am Gründonnerstag, 9. April 2009



Für das ganze Leben entscheiden
"Wollt auch ihr weggehen?" (Joh 6,67). Diese beunruhigende Provokation erklingt im Herzen und erwartet von einem jeden eine persönliche Antwort. Jesus gibt sich nämlich nicht mit einer oberflächlichen und formalen Zugehörigkeit zufrieden, eine erste und begeisterte Anhängerschaft genügt ihm nicht; es ist hingegen notwendig, für das ganze Leben "an seinem Denken und Wollen" Anteil zu nehmen.
Angelus, 23. August 2009



Nachfolge Christi
Seine Nachfolge erfüllt das Herz mit Freude und gibt unserem Dasein seinen vollen Sinn, sie bringt jedoch Schwierigkeiten und Entsagungen mit sich, da man oft gegen den Strom schwimmen muss.
Angelus, 23. August 2009



Entscheidung
Glauben bedeutet Entscheidung, nämlich ganz und gar Ja zu sagen zu Jesus Christus und zu seiner Botschaft. Wer Christus glaubt, ihm sich anvertraut und von seinem Wort leiten lässt, der kann mit Petrus im heutigen Evangelium bekennen: "Herr, du hast Worte des ewigen Lebens." Ja, Jesu Wort ist wirklich Geist und Leben, göttliches Leben für uns. Wir wollen jeden Tag unsere Entscheidung für Christus erneuern und mithelfen, dass die Menschen ihn erkennen der allen Heil und Leben schenken will.
Angelus, 23. August 2009



Aufmerksamkeit gegenüber dem geistlichen Leben
Dieser heilige Mönch [Symeon der Neue Theologe] der Ostkirche ruft uns alle zu einer Aufmerksamkeit gegenüber dem geistlichen Leben, der Verborgenen Gegenwart Gottes in uns, der Aufrichtigkeit des Gewissens und der Läuterung, der Umkehr des Herzens auf, so dass der Heilige Geist in uns wirklich gegenwärtig werde und uns leite, wenn wir uns nämlich zu recht um unser leibliches, menschliches und intellektuelles Wachstum kümmern, so ist es noch wichtiger, das innere Wachstum nicht zu vernachlässigen, das in der Kenntnis Gottes besteht, in der wahren Kenntnis, die nicht nur aus den Büchern gelernt wird, sondern innerlich und in der Gemeinschaft mit Gott, um in jedem Augeblick und in jeder Situation seine Hilfe zu erfahren.
Generalaudienz, 16. September 2009



Das Wichtigste ist dienen
Im Evangelium lädt Christus uns ein in Fülle unseren Osterglauben zu leben, indem wir uns auf das Wesentliche konzentrieren und die Wirksamkeit der Entsagung verkündigen, denn das Wichtigste besteht nicht darin, so sagt er, der erste zu sein, sondern zu dienen. Um im Glück zu leben, das er uns schenkt, lädt er uns ein, seinem Beispiel zu folgen und so den Weg der Liebe in der Hingabe und im Vergessen seiner selbst, in der Demut und im Verzicht einzuschlagen.
Angelus, 20. September 2009



Geistliche Kraft aus Christus ziehen
Der Heldenmut der Glaubenszeugen erinnert daran, dass nur aus der persönlichen Kenntnis Christi und der tiefen Verbindung zu ihm die geistliche Kraft bezogen werden kann, um die christliche Berufung voll zu verwirklichen. Nur die Liebe Christi macht das apostolische Handeln wirksam, vor allem in den Augenblicken der Bedrängnis und der Prüfung.
Vesper mit Priestern, Ordensleuten, und geistlichen Bewegungen im Prager Verisdom, 26. September 2009



Den göttlichen Meister nachahmen
Ahmt den göttlichen Meister nach, der "nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele" (Mk 10,45). Die Liebe erstrahle in jeder eurer Pfarreien und Gemeinschaften, in den verschiedenen Vereinigungen und Bewegungen.
Vesper mit Priestern, Ordensleuten, und geistlichen Bewegungen im Prager Veitsdom, 26. September 2009



Glaube ist innige Begegnung mit Jesus
Der Glaube ist vor allem persönliche, innige Begegnung mit Jesus, er ist das Erfahren seiner Nähe, seiner Freundschaft, seiner Liebe, und nur so lernt man, ihn immer besser zu kennen, ihn immer mehr zu lieben und ihm zu folgen. Möge dies einem jeden von uns geschehen können!
Generalaudienz, 21. Oktober 2009



Vor den Augen Christi leben
Wir wollen jeden Augenblick unseres Lebens vor den Augen Christi leben. Durch die Hingabe seines Lebens für uns hat er alles vollbracht. Er ist unsere Hoffnung, denn jeden Tag nimmt er unsere Geschichte in die Ewigkeit hinein!
Angelus, 15. November 2009



Der Weg zum wirklichen, glücklichen Leben
Nach dem Willen Gottes zu leben macht frei, und ihm in Treue zu dienen schenkt vollkommene Freude. Dies wollen wir wieder neu mit dem Herzen zu begreifen versuchen und dabei auf Christus hinschauen. Er lehrt und zeigt uns, wie wir Gott und den Nächsten lieben sollen und können. Jesus Christus ist der Weg zum wirklichen, zum glücklichen Leben.
Angelus, 15. November 2009



Der Weg der Christen
Die Christen wissen, dass sie berufen sind, der Welt zu dienen und sie zu lieben, ohne "von der Welt" zu sein (vgl. Joh 15,19); ein Wort des ganzheitlichen Heils des Menschen zu verkünden, der sich nicht auf den irdischen Horizont beschränken kann; wie Christus dem Willen des Vaters vollkommen treu bleiben bis hin zur äussersten Selbsthingabe, um leichter jenen Wunsch nach wahrer Liebe wahrzunehmen, den es in jedem Herzen gibt. Das ist der Weg, den jeder, der Zeugnis von der Liebe Christi geben will, gehen muss, wenn er der Logik des Evangeliums folgen will.
Ansprache an die Vollversammlung des Päpstlichen Rates "Cor Unum", 13. November 2009



Den Kontakt halten
In unseren Schwierigkeiten, Problemen und Versuchungen dürfen wir nicht bloss eine theoretische Überlegung anstellen - woher kommen sie? -, sondern müssen positiv reagieren: den Herrn anrufen, den lebendigen Kontakt zum Herrn halten. Ja, wir müssen laut den Namen Jesu rufen: "Jesus, hilf mir!" Und wir sind gewiss, dass er uns hört, weil er dem nahe ist, der ihn sucht. Lassen wir uns nicht entmutigen, sondern laufen wir mit Eifer [...], dann werden auch wir das Ziel des Lebens, Jesus, den Herrn, erreichen.
Generalaudienz, 8. Februar 2006



Sich mit Ihm vergleichen
Jesus Christus, der Sohn Gottes, den der Vater der Menschheit geschenkt hat, um sein von der Sünde verunstaltetes Ebenbild wiederherzustellen, ist also der vollkommene Mensch, an dem sich der wahre Humanismus misst. Mit Ihm muss jeder Mensch sich vergleichen und zu Ihm hin muss er mit Hilfe der Gnade mit ganzem Herzen, mit allen Gedanken und mit allen Kräften streben, um seine Existenz zur Vollkommenheit zu bringen und mit Freude und Begeisterung eine Antwort zu geben auf die höchste Berufung, die in sein Herz geschrieben ist.
Botschaft an die Teilnehmer der X. öffentlichen Sitzung der Päpstlichen Akademien, 5. November 2005



Bei uns
"Du bist bei uns": Der Herr Jesus Christus ist wirklich bei uns. Bezeugt allen Menschen die Freude seiner starken und sanften Gegenwart. Und beginnt bei euren Altersgenossen. Sagt ihnen, dass es schön ist, Freunde Jesu zu sein, und das es der Mühe wert ist, ihm nachzufolgen. Zeigt ihnen durch eure Begeisterung, dass man unter den vielen Lebensformen, die die Welt uns heute zu bieten scheint und die anscheinend alle auf derselben Ebene liegen, den wahren Sinn des Lebens und daher die wahre und unvergängliche Freude nur dann findet, wenn man Jesus nachfolgt.
Ansprache an die Kinder- und Jugendsektion der Katholischen Aktion Italiens, 19. Dezember 2005



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Er kommt entgegen
"Meister, wo wohnst du?", sagen auch wir zu Jesus, und er antwortet uns: "Kommt und seht". Für die Gläubigen ist dies immer eine stete Suche und eine neue Entdeckung, denn Christus ist derselbe heute, morgen und in Ewigkeit, aber wir, die Welt und die Geschichte sind nie die gleichen, und er kommt uns entgegen, um uns seine Gemeinschaft und die Fülle des Lebens zu schenken.
Angelus, 15. Januar 2006



Experten Christi
Der Herr richtet einen entschiedenen Anruf an die ersten Jünger, die ihm bereitwillig folgen. Indem sie sich auf den Weg des Glaubens begeben, gelangen sie zu einer tiefen Kenntnis der Person Jesu. Ehe sie ausgesandt werden, müssen die Jünger eine persönliche Beziehung zu Jesus finden. Die Apostel sind "Gesandte", aber als solche vorher - um es so auszudrücken - "Experten" Christi - Zeugen der Botschaft und des Lebens Jesu. Das Evangelium verkünden heisst daher, das zu verkünden, was sie selbst erfahren haben; es bedeutet, die Menschen einzuladen, in das Geheimnis der Gemeinschaft, ja der Freundschaft mit Jesus Christus, dem Herrn, einzutreten.
Generalaudienz, 22. März 2006



Friede sei mit euch
Wir verschliessen ständig unsere Türen; wir sind unentwegt darauf bedacht, uns in Sicherheit zu bringen, und wollen weder von den anderen noch von Gott gestört werden. Deshalb können wir den Herrn immer wieder nur darum bitten, er möge unsere Verschlossenheit aufbrechen und zu uns kommen und uns seinen Gruss bringen. »Friede sei mit euch!«: Dieser Gruss des Herrn ist eine Brücke, die er zwischen Himmel und Erde schlägt. Auf dieser Brücke steigt er zu uns herab, und wir können auf dieser Brücke des Friedens zu ihm emporsteigen. Auf dieser Brücke sollen wir, immer zusammen mit ihm, auch den Nächsten, der uns braucht, erreichen. Ja, indem wir uns mit Christus erniedrigen, erheben wir uns bis zu ihm und zu Gott: Gott ist Liebe, und darum ist der Abstieg, die Erniedrigung, die uns die Liebe abverlangt, zugleich der wahre Aufstieg. Gerade dadurch, dass wir uns erniedrigen, und dabei aus uns selbst herausgehen, gelangen wir zu der erhabenen Grösse Jesu Christi, zur wahren Grösse des Menschen.
Predigt zur Priesterweihe, Rom, Pfingstsonntag 15. Mai 2005



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Vorbild des Vertrauens und Grossmutes
An der Person des Apostels Petrus können wir sehen, wie ein Mensch den Ruf zur Nachfolge Christi annimmt. Petrus hört die Worte des Meisters und wird Zeuge seiner Wunder. Aber nur allmählich lernt er verstehen, was die "Königsherrschaft Jesu", das Reich Gottes, bedeutet. Dem Herrn geht es nicht um ein irdisches Reich, sondern um den wahren Frieden und die rechte Ordnung, die aus der Hingabe seiner selbst an den Willen des Vaters erwachsen. "Das Brot, das ich geben werde, so sagt er, ist mein Fleisch für das Leben der Welt" (Joh 6,51). Vielen Hörern bleibt diese Botschaft unverständlich. Sie stellt ihren Glauben auf die Probe. Petrus gibt uns hier ein Vorbild des Vertrauens und des Grossmutes, die dem Wirken Gottes die Herzen öffnen, und er bekennt im Namen der anderen Apostel: "Herr, du hast Worte des ewigen Lebens" (V. 68). Doch auch Petrus muss immer wieder die Erfahrung von Schwäche und Versagen machen. Als der auferstandene Christus den Apostel fragt: "Liebst du mich?", meint er eine vorbehaltlose und totale Liebe. Die Antwort des Petrus ist zaghaft und unsicher. Nach dreimaligem Fragen nimmt Jesus die schwache und der göttlichen Stütze bedürftige Liebe des Menschen an. Der Herr kommt uns nahe. Und wir dürfen ganz auf die heiligende Gegenwart des Auferstandenen vertrauen: Christus ist der "Heilige Gottes", die Quelle der wahren Freude.
Generalaudienz, 24. Mai 2006



Sehr innige Beziehung
Der Herr will jeden von uns zu einem Jünger machen, der in persönlicher Freundschaft mit ihm lebt. Um das zu verwirklichen, genügt es nicht, ihm äusserlich zu folgen und zuzuhören; man muss auch mit ihm und wie er leben. Das ist nur im Rahmen einer sehr innigen Beziehung möglich, die erfüllt ist von der Wärme vollkommenen Vertrauens. Das ist es, was zwischen Freunden geschieht; deshalb sagte Jesus einmal: "Es gibt keine grössere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt... Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiss nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe" (Joh 15,13.15).
Generalaudienz, 5. Juli 2006



Lieben...
Es ist der Evangelist Johannes, der uns das Gespräch überliefert, das [...] zwischen Jesus und Petrus stattfindet. Hier tritt uns in den Verben ein sehr bedeutsames Wortspiel entgegen. Im Griechischen drückt das Verb "philéo" die freundschaftliche Liebe aus, die zwar zärtlich, aber nicht allumfassend ist, während das Verb "agapáo" die vorbehaltlose, allumfassende und bedingungslose Liebe bedeutet. Jesus fragt Petrus beim ersten Mal: "Simon..., liebst du mich (agapâs-me)" mit dieser allumfassenden und bedingungslosen Liebe (vgl. Joh 21,15)? Vor der Erfahrung des Verrates hätte der Apostel sicherlich gesagt: "Ich liebe dich (agapô-se) bedingungslos." Jetzt, da er die bittere Traurigkeit der Untreue, das Drama der eigenen Schwäche kennengelernt hat, sagt er voll Demut: "Herr, ich habe dich lieb (philô-se)", das heisst: "Ich liebe dich mit meiner armseligen menschlichen Liebe." Christus fragt noch einmal: "Simon, liebst du mich mit dieser allumfassenden Liebe, die ich will?" Und Petrus wiederholt die Antwort seiner demütigen menschlichen Liebe: "Kyrie, philô-se", "Herr, ich habe dich lieb, so wie ich liebzuhaben vermag." Beim dritten Mal sagt Jesus zu Simon nur : "Phileîs-me?", "Hast du mich lieb?". Simon versteht, dass Jesus seine armselige Liebe genügt, die einzige, zu der er fähig ist, und trotzdem ist er traurig darüber, dass der Herr so zu ihm sprechen musste. Deshalb antwortete er ihm: "Herr, du weisst alles; du weisst, dass ich dich lieb habe (philô-se)". Man möchte fast sagen, dass Jesus sich eher an Petrus angepasst hat, als Petrus an Jesus! Gerade dieses göttliche Anpassen schenkt dem Jünger, der das Leid der Untreue kennengelernt hat, Hoffnung. Daraus erwächst das Vertrauen, das ihn zur Nachfolge bis ans Ende fähig macht: "Das sagte Jesus, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen würde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir nach!" (Joh 21,19)
Generalaudienz, 24. Mai 2006



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Zöllner
Die erste Überlegung ist die, dass Jesus in den Kreis seiner engsten Vertrauten einen Mann aufnimmt, der nach der gängigen Auffassung im zeitgenössischen Israel als öffentlicher Sünder betrachtet wurde. Matthäus hatte nämlich nicht nur mit Geld zu tun, das aufgrund seiner Herkunft von Leuten, die nicht zum Volk Gottes gehörten, als unrein galt, sondern er kollaborierte ausserdem mit einer verhassten, habgierigen Fremdherrschaft, die Abgaben auch willkürlich festlegen konnte. Aus diesen Gründen erwähnen die Evangelien mehr als einmal "Zöllner und Sünder" (Mt 9,10; Lk 15,1) sowie "Zöllner und Dirnen" (Mt 21,31) in einem Atemzug. Darüber hinaus sehen sie in den Zöllnern ein Beispiel der Engherzigkeit (vgl. Mt 5,46: Sie lieben nur diejenigen, die auch sie lieben) und sagen, dass einer von ihnen, Zachäus, "der oberste Zollpächter und ... sehr reich" war (Lk 19,2), während die Volksmeinung sie "Räubern, Betrügern, Ehebrechern" (vgl. Lk 18,11) zugesellte. Vor diesem Hintergrund fällt eine erste Tatsache ins Auge: Jesus schliesst keinen von seiner Freundschaft aus. Im Gegenteil, gerade als er im Haus des Matthäus-Levi zu Tisch sass, gab er diejenigen, die sich daran stiessen, dass er mit wenig vertrauenerweckenden Leuten Umgang hatte, diese wichtige Erklärung zur Antwort: "Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten"(Mk 2,17).
Generalaudienz, 30. August 2006



Das Herz für Christus öffnen
Der Apostel kann sagen: "gaudete", denn der Herr ist jedem von uns nahe. Deshalb ist diese Weisung in Wirklichkeit eine Einladung, dass wir uns der Gegenwart des Herrn, der uns nahe ist, bewusst werden. Sie ist eine Sensibilisierung für die Gegenwart des Herrn. Der Apostel will uns aufmerksam machen auf diese verborgene, aber ganz reale Präsenz Christi, der jedem von uns nahe ist. Für jeden von uns gelten die Worte aus der Offenbarung: Ich klopfe an deine Tür. Höre mich, öffne mir. Es ist also auch eine Einladung, für diese Gegenwart des Herrn, der an meine Tür klopft, empfänglich zu sein. Ihm gegenüber nicht taub zu sein, weil die Ohren unserer Herzen so erfüllt sind von den vielen Geräuschen der Welt, dass sie diese stille Gegenwart, die an unsere Türen klopft, nicht hören können. Prüfen wir gleichzeitig, ob wir tatsächlich bereit sind die Tür unseres Herzens zu öffnen. Oder ob dieses Herz vielleicht so angefüllt ist mit vielen anderen Dingen, dass für den Herrn kein Raum bleibt und wir jetzt für den Herrn keine Zeit haben. Und weil wir unempfänglich, taub für seine Gegenwart und mit anderen Dingen angefüllt sind, spüren wir das Wesentliche nicht: Er klopft an die Tür, er ist uns nahe, und damit ist uns die wahre Freude nahe, die stärker ist als alle Traurigkeit der Welt und unseres Lebens.
Generalversammlung der Bischofssynode im Vatikan, 3.Oktober 2005




Von ihm lernen, wie man lebt
In Jesus Christus hat Gott ein menschliches Antlitz angenommen und ist unser Freund und Bruder geworden. Jesus selbst sagt beim Letzten Abendmahl zu Philippus: "Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen" (Joh 14,9). Und so hinterlässt uns Philippus diese Botschaft, andere in die persönliche Begegnung mit Jesu hineinzuführen, ihnen zu sagen: "Komm doch und sieh!", den Auftrag, selber immer neu zu kommen, um sehen zu lernen und so im Gesicht Jesu, Gott, den scheinbar fernen Gott, nah zu erkennen und von ihm her zu lernen, wie man lebt.
Generalaudienz, 6. September 2006



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Auf die Gesten des Herrn achten
Wichtig ist, auf unserem Weg auf die Gesten des Herrn zu achten. Er spricht zu uns durch Ereignisse, durch Menschen, durch Begegnungen: Man muss auf all diese Dinge achten. Dann, muss man wirklich mit Jesus Freundschaft schliessen, in persönlicher Beziehung, in der wir beginnen können, zu verstehen, worum er uns bittet. Und dann muss ich auf das achten, was ich bin, auf meine Möglichkeiten. Ich muss auf der einen Seite Mut und auf der anderen Seite Demut, Vertrauen und Offenheit besitzen, auch mit Hilfe der Freunde, der Autorität der Kirche und auch der Priester und der Familien: Was will der Herr von mir? Gewiss, es bleibt immer ein grosses Abenteuer, aber das Leben kann nur dann gelingen, wenn wir den Mut zum Abenteuer haben, Vertauen haben, dass der Herr mich niemals allein lassen wird, dass der Herr mich begleiten und mir helfen wird.
Gespräch mit den Jugendlichen auf dem Petersplatz, 6. April 2006



Er geht selber den Weg
Der Weg, den Jesus mit seiner Lehre abgesteckt hat, ist keine von aussen auferlegte Norm. Jesus geht selbst diesen Weg und bittet uns um nichts anderes als darum, ihm zu folgen. Überdies belässt er es aber nicht bei seiner Bitte: Vor allem schenkt er uns in der Taufe die Teilhabe an seinem Leben und verleiht uns so die Fähigkeit, seine Lehre anzunehmen und in die Tat umzusetzen. Das tritt in den Schriften des Neuen Testaments immer offenkundiger zutage. Seine Beziehung zu den Jüngern besteht nicht in einer äusserlichen, sondern in einer das Leben betreffenden Unterweisung: Er nennt sie "meine Kinder" (Joh 23,33; 21,5), "Freunde" (Joh 15,14-15), "Brüder" (Mt 12,50; 28,10; Joh 20,17) und lädt sie ein, in die Lebensgemeinschaft mit ihm einzutreten und im Glauben und in der Freude sein Joch, das "nicht drückt", und seine "leicht Last auf sich zu nehmen (vgl. Mt 1128-30).
Ansprache für die Mitglieder der Päpstlichen Bibelkommission, 27. April 2006



Innere Beziehung der Liebe
Der Glaube bedeutet nicht nur, eine gewisse Anzahl von abstrakten Wahrheiten über die Geheimnisse Gottes, des Menschen, des Lebens und des Todes sowie der kommenden Wirklichkeiten anzunehmen. Der Glaube besteht in einer inneren Beziehung zu Christus, einer Beziehung, die auf der Liebe dessen beruht, der uns zuerst geliebt hat (vgl. 1 Joh 4,11) bis zur vollkommenen Selbsthingabe. "Gott aber hat seine Liebe zu uns darin erwiesen, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren" (Röm 5,8). Welche andere Antwort können wir auf eine so grosse Liebe geben, wenn nicht die eines offenen Herzens, das zu lieben bereit ist? Aber was bedeutet es, Christus zu lieben? Es bedeutet, ihm auch in der Stunde der Prüfung zu vertrauen, ihm auch auf dem Kreuzweg treu nachzufolgen, in der Hoffnung, dass bald der Morgen der Auferstehung kommen wird. Wenn wir uns Christus anvertrauen, verlieren wir nichts und gewinnen alles. In seinen Händen erhält unser Leben seinen wahren Sinn. Die Liebe zu Christus kommt in dem Wollen zum Ausdruck, das eigene Leben mit den Gedanken und Empfindungen Seines Herzens in Einklang zu bringen. Das wird durch die innere Vereinigung verwirklicht, die auf der Gnade der Sakramente beruht und durch das ständige Gebet, durch Lob, Dank und Busse gestärkt wird. Nicht fehlen darf dabei ein Aufmerksames Hinhören auf die Eingebungen, die er durch sein Wort, durch die Menschen, denen wir begegnen, und durch die Situationen des alltäglichen Lebens in uns weckt. Ihn zu lieben bedeutet, mit ihm im Gespräch zu bleiben, um seinen Willen zu erkennen und unverzüglich umzusetzen.
Predigt bei der Eucharistiefeier in Warschau, 26. Mai 2006



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Die Apostel helfen uns
Die Apostel waren Weggefährten Jesu, Freunde Jesu, und ihr Weg zusammen mit Jesus war nicht nur ein äusserer Weg, von Galiläa nach Jerusalem, sondern ein innerer Weg, auf dem sie den Glauben an Jesus Christus lernten, nicht ohne Schwierigkeiten, denn sie waren Menschen wie wir. Aber gerade weil sie Weggefährten Jesu waren, Freunde Jesu, die auf einem Weg, der nicht leicht war, gelernt haben zu glauben, führen sie auch uns und helfen uns, Jesus Christus kennenzulernen, ihn zu lieben und an ihn zu glauben.
Generalaudienz, 9. August 2006



Nicht an Dingen festhalten, die mit der Nachfolge nicht vereinbar sind
Matthäus antwortet sofort auf den Ruf Jesu : "Da stand Matthäus auf und folgte ihm." Die Kürze dieses Satzes hebt die Bereitschaft des Matthäus, auf den Ruf zu antworten, deutlich hervor. Das bedeutet für ihn, alles zu verlassen, vor allem das, was ihm eine sichere Einnahmequelle gewährleistete, auch wenn diese Einnahmen oft unrechtmässig und unehrenhaft waren. Offensichtlich verstand Matthäus, dass die Vertrautheit mit Jesus es ihm nicht erlaubte, mit Aktivitäten fortzufahren, die Gott nicht guthiess. Die Anwendung auf die Gegenwart ist einfach: Auch heute ist es nicht zulässig, an Dingen festzuhalten, die mit der Nachfolge Jesu nicht vereinbar sind, wie es bei unehrlich erworbenem Reichtum der Fall ist. Er hat einmal sehr deutlich gesagt: " Wenn du vollkommen sein willst, geh verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben, Dann komm und folge mit nach" (Mt 19,21). Genau das tat Matthäus: Er stand auf und folgte ihm! Man kann mit gutem Grund in diesem "Aufstehen" das Loslassen von einer Situation der Sünde und gleichzeitig die bewusste Zuwendung zu einem neuen Leben sehen, einem aufrichtigen Leben in der Gemeinschaft mit Jesus.
Generalaudienz, 30. August 2006



Kommt und seht...
Das vierte Evangelium berichtet, dass Philippus nach seiner Berufung durch Jesus Natanaël trifft und zu ihm sagt: "Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazaret, den Sohn Josefs" (Joh 1,45). Auf die eher skeptische Antwort Natanaëls hin ("Aus Nazaret? Kann von dort etwas Gutes kommen?") gibt Philippus nicht auf und entgegnet entschieden: "Komm und sieh!" (Joh 1,46). In dieser trockenen, aber klaren Antwort zeigt Philippus die Eigenschaften des wahren Zeugen: er begnügt sich nicht damit, die Botschaft wie eine Theorie zu verkünden, sondern wendet sich direkt an seinen Gesprächspartner und schlägt ihm vor, das , was ihm verkündet wurde, persönlich zu erfahren. Dieselben Verben verwendet auch Jesus selbst, als zwei Jünger Johannes des Täufers sich ihm nähern, um ihn zu fragen, wo er wohne: "Kommt und seht" (vgl. Joh 1,38-39).
Generalaudienz, 6. September 2006



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Fürchte dich nicht
Herr, schau die Not dieser unserer Stunde an, die Boten des Evangeliums braucht, Zeugen für dich, Wegweiser zum "Leben in Fülle"! Sieh die Welt und lass dich auch jetzt vom Mitleid erschüttern! Sieh die Welt an und schicke Arbeiter! Mit dieser Bitte klopfen wir an der Tür Gottes an; aber mit dieser Bitte klopft dann der Herr auch an unser eigenes Herz. Herr, willst du mich? Ist es nicht zu gross für mich? Bin ich nicht zu klein dazu? Fürchte die nicht, hat der Engel zu Maria gesagt. Fürchte dich nicht, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, sagt er durch den Propheten Jesaja zu uns (43,1) – zu jedem einzelnen von uns.
Predigt bei der Vesper in Altötting, 11. September 2006



Die Gesinnung Jesu
Der heilige Paulus sagt allen – und natürlich ganz besonders denen, die im Erntefeld Gottes arbeiten – , dass wir "die Gesinnung Jesu Christi" haben sollen. Seine Gesinnung war es, dass er es angesichts des Menschenschicksals in seiner Herrlichkeit gleichsam nicht mehr aushielt, sondern heruntersteigen und das Unglaubliche, die ganze Armseligkeit eines menschlichen Lebens annehmen musste bis in die Stunde des Kreuzesleidens hinein. Das ist die Gesinnung Jesu Christi: Sich gedrängt fühlen, zu den Menschen das Licht des Vaters zu bringen, ihnen zu helfen, damit Reich Gottes aus ihnen und in ihnen werde. Und die Gesinnung Jesu Christi ist es zugleich, dass er immer zutiefst in der Gemeinschaft mit dem Vater verwurzelt, in sie eingesenkt ist. Wir sehen es sozusagen äusserlich daran, dass die Evangelisten uns immer wieder erzählen, dass er sich auf den Berg zurückzieht, er allein, um zu beten. Sein Wirken kommt aus dem Eingesenktsein in den Vater: Gerade dieses Eingesenktsein in den Vater bedeutet, dass er herausgehen und durch alle Dörfer und Städte ziehen muss, um Gottes Reich, das heisst seine Gegenwart, sein "Dasein" mitten unter uns zu verkündigen, damit es in uns Gegenwart werde und durch uns die Welt verwandle, damit sein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden, und der Himmel auf die Erde komme.
Ansprache im Dom zu Freising, 14. September 2006



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Zu Gott und den Menschen
Diese beiden Aspekte gehören zur Gesinnung Jesu Christi: Einerseits Gott von innen her kennen, Christus von innen her kennen, mit ihm beieinander sein. Nur wenn das gegeben ist, entdecken wir den "Schatz" wirklich. Und dann müssen wir andererseits auch zu den Menschen gehen, dann können wir ihn nicht für uns behalten und müssen ihn weitergeben.
Ansprachen im Dom zu Freising, 14. September 2006



Die Nachfolge ist schwer
Es ist zweifellos schwer, Christus nachzufolgen, aber, wie Christus selbst sagt, wird nur derjenige sein Leben retten, der es um seinetwillen und um des Evangeliums willen verliert (vgl. Mk 8,35) und so dem eigenen Dasein den vollen Sinn verleiht. Es existiert kein anderer Weg, um Jünger Christi zu sein, es gibt keinen anderen Weg, um seine Liebe zu bezeugen und nach der Vollkommenheit des Evangeliums zu streben.
Angelus, 24. September 2006



Wohin er geht...
Im übrigen gebrauchen die Evangelisten das Verb "nachfolgen", um damit auszudrücken: Wohin Jesus geht, dorthin muss auch sein Jünger gehen. Auf diese Weise wird das christliche Leben als ein Leben mit Jesus Christus bestimmt, ein Leben, das gemeinsam mit ihm gelebt werden muss. Der hl. Paulus schreibt etwas ähnliches, als er den Christen von Korinth versichert: "ihr wohnt in unserem Herzen. Verbunden mit uns zum Leben und zum Sterben" (2 Kor 7,3). Was zwischen dem Apostel und "seinen" Christen geschieht, muss natürlich zuallererst für die Beziehung zwischen den Christen und Jesus selbst gelten: zusammen sterben, zusammen leben, in seinem Herzen wohnen, wie er in unserem Herzen wohnt.
Generalaudienz, 27. September 2006



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Der Fall, der für uns wichtig ist
Der Fall des Apostels Thomas ist für uns aus mindestens drei Gründen wichtig: erstens, weil er uns in unseren Ungewissheiten tröstet; zweitens, weil er uns zeigt, dass jeder Zweifel über alle Ungewissheiten hinaus zum Licht führen kann; und schliesslich, weil die an Thomas gerichteten Worte Jesu uns den wahren Sinn des reifen Glaubens in Erinnerung rufen und uns ermutigen, ungeachtet der Schwierigkeiten auf unserem Weg der Treue zu Jesus weiterzugehen.
Generalaudienz, 27. September 2006



Die Verirrungen sind zahlreich
Die Möglichkeiten der Verirrung des menschlichen Herzens sind in der Tat zahlreich. Der einzige Weg, ihnen vorzubeugen, besteht darin, nicht nur eine rein individualistische, autonome Sicht der Dinge zu pflegen, sondern sich im Gegenteil immer wieder aufs neue auf die Seite Jesu zu stellen und seine Sichtweise anzunehmen. Wir müssen Tag für Tag versuchen, in vollkommener Gemeinschaft mit ihm zu stehen. Erinnern wir uns daran, dass auch Petrus sich Jesus und dem, was ihn in Jerusalem erwartete, widersetzten wollte, wofür er aber eine strenge Zurechtweisung erhielt: "Du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen" ( Mk 8,32-33)! Nach seinem Fall bereute Petrus und fand Vergebung und Gnade. Auch Judas bereute, aber seine Reue artete in Verzweiflung aus und führte so zur Selbstzerstörung.
Generalaudienz, 18. Oktober 2006



Es ist nicht einfach
Wir wissen wohl, dass die Entscheidung für den Glauben und für die Nachfolge Christi niemals einfach ist: sie ist im Gegenteil stets umstritten und kontrovers. Die Kirche bleibt also auch in unserer Zeit ein "Zeichen, dem widersprochen wird", in der Nachfolge des Meisters (vgl. Lk 2,34). Aber deswegen verlieren wir nicht den Mut. Im Gegenteil, wir müssen stets bereit sein, jedem Rede und Antwort ("apo-logia") zu stehen, der von uns Rechenschaft ("logos") fordert über die Hoffnung, die uns erfüllt, wie uns der Erste Petrusbrief zu tun auffordert (vgl. 3,15). Wir müssen "bescheiden und ehrfürchtig" antworten, mit einem reinen Gewissen (vgl. 3,16), mit jener sanftmütigen Kraft, die aus der Vereinigung mit Christus kommt. Wir müssen dies in allen Bereichen tun, auf der Ebene des Denkens und des Handelns, des persönlichen Lebens und des öffentlichen Zeugnisses.
Ansprache beim Kongress der katholischen Kirche in Italien, 19. Oktober 2006 in Verona



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In der Stadt bleiben
In einer sich verändernden Welt bleibt das Evangelium dasselbe. Die Frohbotschaft bleibt immer gleich: Christus ist gestorben und auferstanden um unseres Heiles willen! Bringt in seinem Namen allen die Botschaft von der Umkehr und der Vergebung der Sünden, aber gebt vor allem selbst als erste Zeugnis von einem bekehrten Leben, dem Vergebung geschenkt wurde! Wir wissen sehr wohl, dass das nicht möglich ist, ohne "mit der Kraft aus der Höhe erfüllt" zu sein (Lk 24,49), also ohne die innere Kraft des Geistes des Auferstandenen. Um sie zu empfangen, dürfen wir uns, wie Jesus zu den Jüngern sagte, nicht von Jerusalem entfernen; wir müssen in der Stadt bleiben in der sich das Geheimnis der Erlösung, der höchste Beweis der Liebe Gottes zur Menschheit, vollzogen hat. Zusammen mit Maria, der Mutter, die Christus uns vom Kreuz herab geschenkt hat, müssen wir im Gebet verharren. In Jerusalem bleiben kann für die Christen, die Bürger der Welt sind, nur bedeuten, in der Kirche zu bleiben, in der "Stadt Gottes", wo sie durch die Sakramente die "Salbung" des Heiligen Geistes empfangen.
Predigt bei der Eucharistiefeier im Stadion von Verona, 19. Oktober 2006



Die Nicht-Nachfolge
Gerade in unserer Zeit kennen wir das Nein-Sagen der Erstgeladenen sehr gut. [vgl. Lk 14, 15-24] In der Tat, die westliche Christenheit, die neuen "Erstgeladenen", sagen nun weithin ab, sie haben keine Zeit, zum Herrn zu kommen. Wir kennen die leerer werdenden Kirchen, die leerer werdenden Seminare, die leerer werdenden Ordenshäuser; wir kennen alle die Formen, in denen dieses "Nein, ich habe etwas Wichtiges zu tun" sich darstellt. Und es erschreckt und erschüttert uns, Zeugen dieser Absage der Erstgeladenen zu sein, die eigentlich doch das Grosse wissen und dorthin drängen müssten.
Predigt bei der heiligen Messe mit den Schweizer Bischöfen, 7. November 2006



Gegenseitiges Durchdrungensein
Die christliche Identität setzt sich aus zwei Elementen zusammen: sich nicht selbst zu suchen, sondern sich von Christus zu empfangen und sich mit Christus hinzugeben und so persönlich am Geschehen Christi teilzunehmen, bis hin zum Versenken in ihn und zur Teilhabe an seinem Tod ebenso wie an seinem Leben. [...] Dieses gegenseitige Durchdrungensein von Christus und dem Christen, das für die Lehre des Paulus charakteristisch ist, vervollständigt das, was er über den Glauben sagt. Obwohl uns nämlich der Glaube tief mit Christus vereint, lässt er den Unterschied zwischen ihm und uns deutlich hervortreten.
Generalaudienz, 8. November 2006



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Vollkommenes Vertrauen
Unsere radikale Zugehörigkeit zu Christus und die Tatsache, dass "wir in ihm sind", muss in uns eine Haltung vollkommenen Vertrauens und unermesslicher Freude einflössen. Letztlich müssen wir nämlich mit dem Hl. Paulus ausrufen: "Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns?" (Röm 8,31). Und die Antwort darauf ist: Nichts und niemand kann uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn" (Röm 8,39). Unser christliches Leben ist also auf den stärksten und sichersten Felsen gegründet, den man sich vorstellen kann. Und aus ihm beziehen wir unsere ganze Kraft. Genau wie der Apostel schreibt: "Alles vermag ich durch ihn, der mir Kraft gibt" (Phil 4,13).
Generalaudienz, 8. November 2006



Sehnsüchtig...
Sehnsüchtig erwartet der Herr von uns vor allem die Antwort, dass wir seine Liebe annehmen und uns von Ihm an sich ziehen lassen. Wobei es nicht genügt, seine Liebe lediglich anzunehmen. Solche Liebe und solcher Einsatz wollen ihre Entsprechung in der Weitergabe an die anderen; Christus "zieht mich zu sich", um sich mit mir zu vereinigen, damit ich lerne, die Brüder und Schwestern mit seiner Liebe zu lieben.
Botschaft für die Fastenzeit 2007, 21. November 2006



Die Feinde lieben
Was aber ist der Sinn dieses seines Wortes? ["Liebt eure Feinde" (Lk 6,27)] Warum fordert Jesus, die eigenen Feinde zu lieben, also eine Liebe, die über die menschlichen Fähigkeiten hinausgeht? In Wirklichkeit ist der Vorschlag Christi realistisch, denn er trägt der Tatsache Rechnung, dass es in der Welt zuviel Gewalt, zuviel Ungerechtigkeit gibt; eine solche Situation kann man nur dann überwinden, wenn ihr ein Mehr an Liebe, ein Mehr an Güte entgegengesetzt wird. Dieses "Mehr" kommt von Gott: Es ist seine Barmherzigkeit, die in Jesus Fleisch geworden ist und die allein in der Welt den Schwerpunkt auf die Seite des Guten verlagern kann, ausgehend von jener kleinen und entscheidenden "Welt", die das Herz des Menschen ist.
Angelus, 18. Februar 2007



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Gebet = Verantwortung übernehmen
Für einen Christen bedeutet Beten [...] nicht, der Wirklichkeit und den damit einhergehenden Verantwortungen zu entfliehen, sondern vielmehr sie voll und ganz zu übernehmen im Vertrauen auf die treue und unerschöpflichen Liebe des Herrn. So ist es paradoxerweise die Agonie in Getsemani (vgl. Lk 22,39-46), die die Wahrheit der Verklärung offenbart. Unmittelbar vor seinem Leiden wird Jesus die Todesangst erleben und sich dem göttlichen Willen anvertrauen; in dieser Stunde wird sein Gebet Unterpfand des Heils für uns alle sein. Christus nämlich wird den himmlischen Vater anflehen, "ihn aus dem Tod zu retten", und, wie der Autor des Hebräerbriefs schreibt, "er ist erhört und aus seiner Angst befreit worden" (5,7). Der Beweis dieser Erhörung ist die Auferstehung.
Angelus, 4. März 2007



Er legt Wert darauf, dass wir bei ihm sind
Luther sagt: Wir können nichts hinzufügen. Und das stimmt. Und dann sagt er: Daher zählen unsere Werke nichts. Und das stimmt nicht. Denn die Grosszügigkeit des Herrn zeigt sich gerade darin, dass er uns einlädt, einzutreten, und auch Wert darauf legt, dass wir bei ihm sind. Wir müssen das alles besser lernen und auch die Grösse und Grosszügigkeit des Herrn und die Grösse unserer Berufung spüren. Der Herr will uns an diesem seinem grossen Mehr teilhaben lassen. Wenn wir anfangen, das zu begreifen, werden wir uns freuen, dass der Herr uns dazu einlädt. Es wird die grosse Freude darüber sein, dass wir von der Liebe des Herrn ernst genommen wurden.
Begegnung mit den Priestern der Diözese Rom, 22. Februar 2007



Christus wartet auf das Herz des Menschen
Das vom Relativismus geprägte kulturelle Klima, das uns umgibt, macht es immer wichtiger und dringlicher, die Gewissheit, dass Christus, der Gott mit dem menschlichen Antlitz, unser wahrer und einziger Retter ist, im ganzen Leib der Kirche tief zu verankern und sie zur Reife zu bringen. Das Buch "Jesus von Nazareth" – ein sehr persönliches Buch, das nicht der Papst, sondern Joseph Ratzinger verfasst hat – ist mit dieser Absicht geschrieben: dass wir, mit dem Herzen und mit dem Verstand, wieder sehen können, dass Christus wirklich derjenige ist, auf den das Herz des Menschen wartet.
Ansprache an die Vollversammlung der Italienischen Bischofskonferenz, 24. Mai 2007



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Freude, ihm Freunde zu sein
Die Palmprozession ist – wie damals bei den Jüngern – zunächst einfach Ausdruck der Freude darüber, dass wir Jesus kennen dürfen; dass wir ihm Freunde sein dürfen; und dass er uns den Schlüssel zum Leben geschenkt hat. Diese Freude, die am Anfang steht, ist aber auch Ausdruck unseres Ja zu Jesus und unserer Bereitschaft, mit ihm zu gehen, wohin er uns führt.
Predigt am Palmsonntag, 1. April 2007



Der Beruf des Jüngers
Was heisst das praktisch "Christus nachfolgen"? Am Anfang, bei den ersten Jüngern Jesu, hatte das Wort einen ganz einfachen Sinn. Es besagte, dass diese Menschen sich entschlossen, ihren Beruf, ihr Geschäft, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen und stattdessen mit Jesus zu gehen. Es bedeutete einen neuen Beruf; den des Jüngers. Der grundlegende Inhalt dieses Berufs ist das Mitgehen mit dem Meister, das vollständige Sich-Anvertrauen an seine Führung. Nachfolge ist so etwas Äusserliches und zugleich etwas ganz Innerliches gewesen. Etwas Äusserliches: Das Nachgehen hinter Jesus auf seinen Wanderungen durch Palästina; etwas Innerliches: die neue Orientierung der Existenz die nicht mehr im Geschäft, im Broterwerb, im eigenen Wollen ihre Leitpunkte hat, sondern weggegeben ist an den Willen eines anderen. Ihm zur Verfügung stehen ist nun Lebensinhalt geworden. Wieviel Verzicht auf das Eigene, welche Wendung von sich selbst das für die Jünger einschloss, können wir aus einzelnen Szenen der Evangelien recht deutlich erkennen. So wird aber auch schon sichtbar, was Nachfolge für uns bedeutet und was für uns ihr eigentliches Wesen ist: Es geht um eine innere Verwandlung der Existenz. Es geht darum, dass ich nicht mehr in mein Ich eingeschlossen bin und meine Selbstverwirklichung als meinen hauptsächlichen Lebensinhalt annehme. Es geht darum, dass ich mich frei gebe an einen anderen hin – für die Wahrheit, für die Liebe, für Gott, der mir in Jesus Christus vorausgeht und den Weg zeigt. Es geht um die Grundentscheidung, nicht Nutzen und Erwerb, Karriere und Erfolg als letztes Ziel meines Lebens anzusehen, sondern Wahrheit und Liebe als die eigentlichen Massstäbe anzuerkennen. Es geht um die Wahl, nur für mich selber zu leben oder mich wegzugeben – an das Grössere hin. Und bedenken wir dabei, dass Wahrheit und Liebe nicht abstrakte Grössen sind, sondern in Jesus Christus sind sie Person. Wenn ich ihm folge, dann trete ich in den Dienst der Wahrheit und der Liebe. Mich verlierend finde ich mich.
Predigt am Palmsonntag, 1. April 2007



Das Leben finden
Was gibt uns Christus wirklich? Warum wollen wir Jünger Christi sein? Die Antwort lautet: Weil wir hoffen, in der Gemeinschaft mit ihm das Leben zu finden, das wahre Leben, das diesen Namen verdient, und deshalb wollen wir die anderen mit ihm bekannt machen, ihnen das Geschenk kundtun, das wir in ihm gefunden haben. Aber ist es wirklich so? Sind wir wirklich überzeugt, dass Christus der Weg, die Wahrheit und das Leben ist?
Ansprache bei der V. Generalversammlung der Bischofskonferenzen von Lateinamerika, 13. Mai 2007



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Antwort auf die Liebe
Gott ist die grundlegende Wirklichkeit, nicht ein nur gedachter oder hypothetischer Gott, sondern der Gott mit dem menschlichen Antlitz; er ist der Gott-mit-uns, der Gott der Liebe bis zum Kreuz. Wenn der Jünger zum Verständnis dieser Liebe Christi "bis zur Vollendung" gelangt, kann er nicht umhin, auf dies Liebe nur mit einer ähnlichen Liebe zu antworten: " Ich will dir folgen, wohin du auch gehst" (Lk 9,57).
Ansprache bei der V. Generalversammlung der Bischofskonferenzen von Lateinamerika, 13. Mai 2007



Bleibe bei uns!
Bleib bei uns, Herr, begleite uns, obwohl wir dich nicht immer zu erkennen vermochten. Bleib bei uns, denn um uns herum verdichten sich die Schatten, und du bist das Licht; Entmutigung schleicht sich in unsere Herzen ein, und du lässt sie durch die Gewissheit von Ostern brennen. Wir sind müde vom Weg, aber du bestärkst uns durch das Brechen des Brotes, unseren Brüdern zu verkünden, dass du wirklich auferstanden bist und uns mit der Sendung betraut hast, Zeugen deiner Auferstehung zu sein.

Bleib bei uns, Herr, wenn rund um unseren Katholischen Glauben die Nebel des Zweifels, der Müdigkeit oder der Schwierigkeiten aufziehen: Du, der du als Offenbarer des Vaters die Wahrheit selbst bist, erleuchte unseren Geist durch dein Wort; hilf uns, die Schönheit des Glaubens an dich zu empfinden.

Bleib, in unseren Familien, erleuchte sie in ihren Zweifeln, hilf ihnen in ihren Schwierigkeiten, tröste sie in ihren Leiden und in der tagtäglichen Mühe, wenn sich um sie herum Schatten zusammenziehen, die ihre Einheit und ihre natürlichen Identität bedrohen. Du, der du das Leben bist, bleibe in unseren Häusern und Wohnungen, damit sie weiterhin Stätten sind, wo das menschlichen Leben selbstlos geboren wird, wo man das Leben empfängt, liebt und es von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende respektiert.

Bleib, Herr, bei denen, die in unseren Gesellschaften am verwundbarsten sind; bleib bei den Armen und Geringen, bei den Indigenen und Afroamerikanern, die nicht immer Raum und Unterstützung gefunden haben, um dem Reichtum ihrer Kultur und der Weisheit ihrer Identität Ausdruck zu verleihen. Bleib, Herr, bei unseren Kindern und unseren Jugendlichen, die die Hoffnung und der Reichtum unseres Kontinents sind, bewahre sie vor den grossen Bedrohungen, die ihre Unschuld und ihre berechtigten Hoffnungen gefährden. O Guter Hirt, bleib bei unseren Alten Menschen und bei unseren Kranken. Stärke alle im Glauben, damit sie deine Jünger und Missionare sind!
Ansprache bei der V. Generalversammlung der Bischofskonferenzen von Lateinamerika, 13. Mai 2007




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Entschlossen dem Feind widerstehen
Der Friede, den zu bringen er [Jesus] gekommen ist, ist nicht gleichbedeutend mit einfacher Abwesenheit von Konflikten. Im Gegenteil, der Friede Jesus Christi ist Ergebnis eines ständigen Kampfes gegen das Böse, der Kampf, den durchzustehen Jesus entschlossen ist, ist nicht ein Kampf gegen Menschen oder menschliche Mächte, sondern gegen den Feind Gottes und des Menschen, Satan. Wer diesem Feind widerstehen will und dabei Gott und dem Guten treu bleibt, muss notwendigerweise Verständnislosigkeiten und manchmal richtiggehenden Verfolgungen entgegentreten. All diejenigen, die beabsichtigen, Jesus nachzufolgen und sich kompromisslos für die Wahrheit einzusetzen, müssen deshalb wissen, dass sie Widerständen begegnen werden und gegen ihren Willen Zeichen der Spaltung unter den Menschen, sogar innerhalb ihrer Familien, sein werden. Die Liebe gegenüber den Eltern ist nämlich ein heiliges Gebot; um aber echt gelebt zu werden, darf sie nie der Liebe zu Gott und zu Christus vorangestellt werden. Auf diese Weise werden die Christen auf den Spuren von Jesus, dem Herrn nach dem berühmten Wort des hl. Franziskus von Assisi zu "Werkzeugen des Friedens". Nicht eines haltlosen und scheinbaren, sondern eines wirklichen Friedens, der mutvoll und hartnäckig bei den täglichen Aufgaben angestrebt wird, das Böse mit dem Guten zu besiegen (vgl. Röm 12,21), und für den man persönlich den Preis bezahlt, den dies erfordert.
Angelus, 19. August 2007




Durch die "enge Tür" gelangt man ins Himmelreich (Lk 13, 22-30)
Das Heil, das Jesus mit seinem Tod und seiner Auferstehung gewirkt hat, ist universal. Er ist der einzige Erlöser und lädt alle zum Festmahl des unsterblichen Lebens. Dies aber unter einer einzigen und gleichen Bedingung: sich anzustrengen, ihm nachzufolgen und ihn nachzuahmen, und dabei, wie Er es getan hat, sein Kreuz auf sich zu nehmen und das Leben dem Dienst an den Brüdern zu weihen. Diese Bedingung für den Eintritt in das himmlische Leben ist also eine einzige und universal. Am letzten Tag - so bringt Jesus im Evangelium weiter in Erinnerung - werden wir nicht auf der Grundlage von angeblichen Privilegien gerichtet, sondern nach unseren Werken. Diejenigen, "die Unrecht tun", werden ausgeschlossen sein, während all diejenigen aufgenommen werden die unter grossen Opfern das Gute vollbracht und die Gerechtigkeit gesucht haben. Es wird somit nicht reichen, sich als "Freunde" Christi zu erklären und dabei mit falschen Verdiensten zu prahlen: "Wir haben doch mit dir gegessen und getrunken und du hast auf unseren Strassen gelehrt" (Lk 13,26). Die wahre Freundschaft mit Jesus kommt in der Lebensart zum Ausdruck: sie kommt in der Güte des Herzens, in der Demut, der Sanftmut und der Barmherzigkeit, in der Liebe zur Gerechtigkeit und zur Wahrheit, im aufrichtigen und ehrlichen Einsatz für den Frieden und die Versöhnung zum Ausdruck. Das ist, so könnten wir sagen, der "Personalausweis", der uns als seine echten "Freunde " ausweist: Das ist der "Pass", der es uns gestatten wird, in das ewige Leben einzutreten.
Angelus, 26. August 2007



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Antwortet dem Herrn grossherzig
Liebe Jugendliche, wenn der Herr euch ruft, enger in seinem Dienst zu stehen, dann antwortet grossherzig darauf. Seid euch sicher: Das Leben, das Gott gewidmet ist, ist niemals umsonst gelebt.
Ansprache bei der Vigil am Internationalen Jugendtreffen im Loreto, 1. September 2007



Das Kindsein vor Gott erlernen
"Auf Christus schauen" heisst das Leitwort dieses Tages. Dieser Anruf wird für den suchenden Menschen immer wieder von selbst zur Bitte, zur Bitte besonders an Maria, die ihn uns als ihr Kind geschenkt hat: "Zeige und Jesus!" Beten wir heute so von ganzem Herzen; beten wir so auch über diese Stunde hinaus, inwendig auf der Suche nach dem Gesicht des Erlösers. "Zeige uns Jesus!" Maria antwortet, indem sie uns ihn zunächst als Kind zeigt. Gott hat sich klein gemacht für uns. Gott kommt nicht mit äusserer Macht, sondern er kommt in der Ohnmacht seiner Liebe, die seine Macht ist. Er gibt sich in unsere Hände. Er bittet um unsere Liebe. Er lädt uns ein, selbst klein zu werden, von unserem hohen Thronen herunterzusteigen und das Kindsein vor Gott zu erlernen. Er bietet uns das Du an. Er bittet, dass wir ihm vertrauen und so das Sein in der Wahrheit und in der Liebe erlernen.
Predigt bei der Eucharistiefeier beim Marienheiligtum Mariazell, 8. September 2007



Loslassen, frei werden und so das Leben finden
Nur der Liebende findet das Leben und Liebe verlangt immer das Weggehen aus sich selbst, verlangt immer, sich selber zu lassen. Wer umschaut nach sich selbst, den anderen nur für sich haben will, der gerade verliert sich und den andern. Ohne dieses tiefste Sich-Verlieren gibt es kein Leben. Die rastlose Gier nach Leben, die die Menschen heute umtreibt, endet in der Öde des verlorenen Lebens. "Wer sein Leben um meinetwillen verliert...", sagt der Herr: Ein letztes Loslassen unserer Selbst ist nur möglich, wenn wir dabei am Ende nicht ins Leere fallen, sondern in die Hände der ewigen Liebe hinein. Erst die Liebe Gottes, der sich selbst für uns und an uns verloren hat, ermöglicht auch uns, frei zu werden, loszulassen und so das Leben wirklich zu finden.[...] Mit seinem Wort schenkt er uns die Gewissheit, dass wir auf seine Liebe, die Liebe des menschgewordenen Gottes bauen können. Dies zu erkennen ist die Weisheit von der die erste Lesung uns gesprochen hat. Denn wiederum gilt, dass alles Wissen der Erde uns nichts nützt, wenn wir nicht zu leben lernen. Wenn wir nicht erlernen, worauf es im Leben wahrhaft ankommt.
Predigt bei der Eucharistiefeier im Stephansdom zu Wien, 9. September 2007



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Der Weg der Demut ist der Königsweg
"Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden" (Lk 14,11). Diese von der Schrift aufgezeigte Perspektive erscheint heute mehr denn je provokativ für die Kultur und die Sensibilität des Menschen der Gegenwart. Der Demütige wird wie einer, der aufgibt, wie ein Unterlegener wahrgenommen, einer, der der Welt nichts zu sagen hat. Indessen ist dies der Königsweg, und nicht nur, weil die Demut eine grosse menschliche Tugend ist, sondern weil sie vor allem die Handlungsweise Gottes selbst darstellt. Sie ist der Weg, den Christus, der Mittler des neuen Bundes, gewählt hat: "Sein Leben war das eines Menschen, er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz" (Phil 2,8).
Predigt bei der Eucharistiefeier beim Jugendtreffen in Loreto, 2. September 2007



Kindsein bedeutet frei sein
Wir bitten um den Blick der Güte Gottes. Wir selber brauchen diesen Blick der Güte über den Sonntag hinaus in den Alltag hinein. Bittend wissen wir, dass dieser Blick uns schon geschenkt ist. Mehr noch, wir wissen, dass Gott uns als seine Kinder adoptiert, uns wirklich in die Gemeinschaft mit sich selber aufgenommen hat. Kindsein bedeutet - das wusste die alte Kirche - ein Freier sein, kein Knecht, sondern selbst der Familie zugehörig. Und es bedeutet Erbe sein. Wenn wir dem Gott zugehören, der die Macht über alle Mächte ist, dann sind wir furchtlos und frei, und dann sind wir Erben. Das Erbe, das er uns vermacht hat, ist er selbst, seine Liebe. Ja, Herr, gib uns, dass uns dies tief in die Seele dringt und dass wir so die Freude der Erlösten erlernen. Amen.
Predigt bei der Eucharistiefeier im Stephansdom zu Wien, 9. September 2007



Mit Christus leben
In der Vielfalt ihrer Riten und historischen Traditionen verkündet und bezeugt die eine katholische Kirche in jedem Winkel der Erde denselben Jesus Christus, Wort des Heils für jeden Menschen und für den ganzen Menschen. Deshalb besteht das Geheimnis der Wirksamkeit aller unserer pastoralen und apostolischen Pläne vor allem in der Treue zu Christus. Von uns Hirten wie von allen Gläubigen wird gefordert, mit ihm im Gebet und im fügsamen Hören auf sein Wort eine tiefe und beständige Vertraulichkeit mit ihm zu leben: Das ist der einzige Weg, den wir gehen müssen, um in jedem Bereich Zeichen seiner Liebe und Werkzuge seines Friedens und seiner Eintracht zu werden.
"Ad-limina"-Besuch der ersten Gruppe der Bischöfe des lateinischen Ritus der Ukraine, 24. September 2007



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In den Spuren Christi wandeln
Mit Geduld und Demut, mit Liebe, Wahrheit und Öffnung des Herzens wird der Weg, der gegangen werden soll, weniger schwierig. Vor allem dann, wenn die grundlegende Sichtweise nicht aufgegeben wird, nämlich die Überzeugung, dass alle Jünger Christi aufgerufen sind, in seinen Spuren zu wandeln indem sie sich von seinem Geist, der in der Kirche immer am Werk ist, fügsam leiten lassen.
"Ad-limina"-Besuch der zweiten Gruppe der Bischöfe der lateinischen Ritus der Ukraine, 27. September 2007



Keine Angst vor der Zukunft
Liebe Brüder und Schwestern, nehmen wir die Einladung Christi an, den alltäglichen Ereignissen im Vertrauen auf seine vorhersehende Liebe zu begegnen. Wir wollen keine Furcht vor der Zukunft haben, auch wenn diese uns düster erscheinen mag, denn der Gott Jesu Christi, der die Geschichte angenommen hat, um sie auf ihre transzendente Erfüllung hin zu öffnen, ist ihr Alpha und Omega, ihr Anfang und Ende (vgl. Offb 1,8). Er sichert uns zu, dass in jedem kleinen, aber wahren Akt der Liebe der ganze Sinn des Universums enthalten ist, und dass derjenige der nicht zögert, sein Leben für ihn zu verlieren, es in Fülle findet (vgl. Mt 16,25).
Angelus, 18. November 2007



Der wahre Jünger
Jeder wahre Jünger Christi kann nur eine einzige Sache erstreben: Sein Leiden zu teilen, ohne irgendeinen Lohn einzufordern. Der Christ ist dazu berufen, wie ein "Knecht" zu werden, indem er den Spuren Jesu folgt, das heisst sein Leben freigebig und absichtslos für die anderen hingibt. Nicht die Suche nach Macht und Erfolg, sondern die demütige Selbsthingabe für das Wohl der Kirche muss jede unserer Handlungen und jedes unserer Worte kennzeichnen. Die wahre christliche Grösse besteht in der Tat nicht im Herrschen, sondern im Dienen. Jesus wiederholt heute für jeden von uns, das er "nicht gekommen [ist], um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele" (Mk 10,45).
Predigt anlässlich der Kreierung von 23 neuen Kardinälen, 24. November 2007



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Unablässiges Bemühen
Liebe Brüder und Schwestern, die demütige und heilige Familie von Nazaret, Ikone und Vorbild jeder menschlichen Familie, wird euch ihren himmlischen Beistand nicht fehlen lassen. Aber euer beständiger Rückgriff auf das Gebet, das Hören des Wortes Gottes und ein tiefes Leben aus den Sakramenten ist unerlässlich, ebenso wie das unablässige Bemühen, Christi Gebot der Liebe und der Vergebung zu leben. Die Liebe sucht nicht den eigenen Vorteil, sie trägt das erlittenen Böse nicht nach, sondern freut sich an der Wahrheit. Die Liebe erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand" (vgl.. 1 Kor 13,5-7).
Ansprache an die Teilnehmer der Begegnung "Neue Familien", 3. November 2007



Dem göttlichen Kind ähnlich werden
Heute in der Gegenwart, entscheidet sich unser künftiges Schicksal; mit dem konkreten Verhalten, das wir in diesem Leben an den Tag legen, entscheiden wir über unser ewiges Los. Am Ende unserer Tage auf Erden, in Augenblick des Todes, werden wir danach beurteilt werden, ob wir dem Kind, das in der armen Grotte von Betlehem geboren werden wird, ähnlich sind oder nicht, da es der Massstab ist, den Gott der Menschheit gegeben hat. Der himmlische Vater, der uns in der Geburt seines eingeborenen Sohnes seine barmherzige Liebe offenbart hat, ruft uns auf, dessen Spuren zu folgen und wie er aus unserem Dasein ein Geschenk der Liebe zu machen, und die Früchte der Liebe sind jene " der Umkehr würdigen Früchte".
Angelus, 9. Dezember 2007



Der Gläubige
Jünger Jesu Christi werden ist also ein Weg der Erziehung zu unserem wahren Sein, zum rechten Menschsein. Im Alten Testament wurde die Grundhaltung des Menschen, der Gottes Wort lebt, in dem Begriff Zadik - der Gerechte - zusammengefasst: Wer nach dem Wort Gottes lebt, wird ein Gerechter; er tut und lebt die Gerechtigkeit. Im Christentum ist die Haltung der Jünger Jesu Christi dann in einem andern Wort formuliert worden: der Gläubige. Der Glaube umfasst alles; das Mitsein mit Christus und mit seiner Gerechtigkeit wird in diesem Wort nun zusammen ausgesagt. Wir empfangen im Glauben Christi Gerechtigkeit und leben sie selbst, geben sie weiter.
Weihnachtsempfang für die Römische Kurie, 21. Dezember 2007



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Kinder folgen Jesus nach
Jesus ist der Weg, der zum wahren Leben führt, zum Leben, das kein Ende hat. Dieser Weg ist oft eng und steil, aber, wenn wir uns von Ihm anziehen lassen, ist dieser Weg so wunderschön wie ein Bergpfad: je weiter man hinaufsteigt, um so besser kann man von oben stets neue, noch schönere und weitere Panoramen bewundern. Der Weg ist anstrengend, aber wir sind nie allein: wir helfen uns gegenseitig, wir warten aufeinander und wir reichen denen, die nicht nachkommen, die Hand... Wichtig ist, dass wir uns nicht verlaufen, dass wir nicht vom Weg abkommen, sonst besteht die Gefahr, dass wir in einen Abgrund stürzen oder uns im Wald verirren! Liebe Jungen und Mädchen, Gott ist Mensch geworden, um uns den Weg zu zeigen, ja, indem er Kind wurde, ist er selbst zum "Weg" geworden - auch für euch Jungen und Mädchen: er war wie ihr, er hatte euer Alter. Folgt Ihm in Liebe nach, und legt dabei jeden Tag eure Hand in seine Hände.
Ansprache an die Kinder- und Jugendsektion der Katholischen Aktion Italiens, 20. Dezember 2007



Jünger Christi sein
Jünger Christi sein - was heisst das? Nun, das bedeutet zuerst: ihn kennenlernen. Wie geschieht das? Es ist eine Einladung, ihm zuzuhören, wie er im Wort der Heilige Schrift zu uns spricht, wie er im gemeinsamen Beten der Kirche und in den Sakramenten, wie im Zeugnis der Heiligen uns anredet und auf uns zugeht. Christus kennenlernen kann man nie nur theoretisch. Man kann in grosser Gelehrsamkeit alles wissen über die Heiligen Schriften, ohne ihm begegnet zu sein. Zum Kennenlernen gehört das Mitgehen mit ihm, das Eintreten in seine Gesinnungen, wie der Philipper-Brief sagt (2,5).Diese Gesinnungen beschreibt der heilige Paulus kurz so: die Liebe haben, miteinander eine Seele sein (sýmpsychoi), einträchtig sein, nichts aus Ehrgeiz und Prahlerei tun, nicht nur auf das eigenen Wohl, sondern auf das des anderen bedacht sein (2,2-4). Katechese kann nie nur intellektuelle Belehrung sein, sie muss auch Einübung in die Lebensgemeinschaft mit Christus, Einübung in die Demut, in die Gerechtigkeit und in die Liebe werden. Nur so gehen wir mit Jesus Christus auf seinem Weg. Nur so öffnet sich das Auge unseres Herzens. Nur so lernen wir die Schrift zu verstehen und begegnen wir Ihm. Begegnung mit Jesus Christus verlangt das Zuhören, verlangt das Antworten im Gebet und im Tun dessen, was er uns sagt. Indem wir Christus kennenlernen, lernen wir Gott kennen, und nur von Gott her verstehen wir den Menschen und die Welt, die sonst ein sinnloses Fragen bleibt.
Weihnachtsempfang für die Römische Kurie, 21. Dezember 2007



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Anhänglichkeit an Christus
Auch heute erfordert die Evangelisation ein totales und treues Anhangen an das Wort Gottes: Anhänglichkeit vor allem an Christus und aufmerksames Hören auf seinen Geist, der die Kirche führt, demütigen Gehorsam gegenüber den Hirten, die Gott zu Führung seines Volkes eingesetzt hat und umsichtigen und offenen Dialog mit den sozialen, kulturellen und religiösen Herausforderungen unserer Zeit. Dies alles erfordert bekanntlich eine intime Gemeinschaft mit jenem, der uns ruft, seine Freunde und Jünger zu sein, eine Einheit von Leben und Tun, die sich aus dem Hören auf sein Wort, aus Betrachtung und Gebet, aus Distanz zum Denken der Welt und aus einer unablässigen Bekehrung zu seiner Liebe hin speist, damit er, Christus, es ist, der in uns lebt und wirkt.
Botschaft an Pater Kolvenbach SJ, 10. Januar 2008



Fügsam den Spuren Jesu folgen
Die Umkehr bringt es also mit sich, dass man sich demütig in die Schule Jesu begibt und vorangeht, indem man fügsam seinen Spuren folgt. Erhellend sind diesbezüglich die Worte, mit denen er selbst die Bedingungen dafür angibt, seine wahren Jünger zu sein. Nachdem er gesagt hat: "Wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten", fügt er hinzu: "Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüsst" (Mk 8,35-36).
Führen das Streben nach Erfolg, die Sehnsucht nach Prestige und die Suche nach Bequemlichkeit, wenn sie das Leben völlig in Anspruch nehmen, bis hin zum ausschliessen Gottes aus dem eigenen Horizont, wirklich zum Glück?
Kann es echtes Glück geben, wenn man von Gott absieht?
Die Erfahrung zeigt, dass man nicht deshalb glücklich ist, weil die Erwartungen und die materiellen Bedürfnisse befriedigt werden. In Wirklichkeit ist die einzige Freude, die das menschliche Herz erfüllt, jene Freude, die von Gott kommt: Wir bedürfen nämlich der grenzenlosen Freude. Weder die Alltagssorgen noch die Schwierigkeiten vermögen jene Freude auszulöschen, die aus der Freundschaft mit Gott entsteht. Die Aufforderung Jesu, sein Kreuz auf sich zu nehmen und ihm nachzufolgen, mag in einem ersten Augenblick hart und dem entgegengesetzt erscheinen, was wir wollen, demütigend für unseren Wunsch nach Selbstverwirklichung. Wenn wir aber näher hinschauen, können wir entdecken, dass dem nicht so ist: Das Zeugnis der Heiligen beweist, dass im Kreuz Christi, in der Liebe, die man schenkt, wenn man auf den Besitz seiner selbst verzichtet, sich jene tiefe Gelassenheit findet, die Quelle der hochherzigen Hingabe an die Brüder, besonders an die Armen und Bedürftigen, ist. Und dies schenkt auch uns selbst Freude.
Generalaudienz, 6. Februar 2008



Das Wort Gottes in den Mittelpunkt stellen
Die nächste Ordentliche Vollversammlung der Bischofssynode wird dem Wort Gottes im Leben der Kirche gewidmet sein: Ich bitte euch, liebe Brüder und Schwestern, euren Beitrag zu dieser kirchlichen Aufgabe zu leisten, indem ihr davon Zeugnis gebt, wie wichtig es ist, in den Mittelpunkt von allem das Wort Gottes zu stellen; das gilt besonders für alle, die der Herr so wie euch in seine engste Nachfolge beruft. Das geweihte Leben ist nämlich im Evangelium verwurzelt; es hat sich die Jahrhunderte hindurch immer an ihm als seiner obersten Regel inspiriert und ist gerufen, ständig zu ihm zurückzukehren, um lebendig und fruchtbar zu bleiben, indem es Frucht bringt für das Heil der Seelen.
Ansprache am Fest der Darstellung des Herrn, 2. Februar 2008



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Bereichert euren Tag durch Gebet
Liebe Brüder und Schwestern, bereichert euren Tag durch Gebet, Meditation und Hören des Gotteswortes. Ihr, die ihr mit der altehrwürdigen Praxis der "lectio divina" vertraut seid, sollt auch den Gläubigen helfen, diese in ihrem Alltagsleben aufzuwerten. Und ihr sollt dazu fähig sein, alles, was das Wort empfiehlt, in Zeugnis umzusetzen, indem ihr euch von diesem Wort - das wie der Same, der auf guten Boden fiel, reiche Frucht bringt - formen lasst. So werdet ihr immer für den Geist offen sein und in der Verbundenheit mit Gott wachsen; ihr werdet die brüderliche Gemeinschaft unter euch pflegen und werdet bereit sein, den Brüdern, vor allem jenen, die sich in Not befinden, hochherzig zu dienen. Mögen die Menschen eure guten Werke, Frucht des Worte Gottes, das in euch lebt, sehen können und euren Vater im Himmel preisen (vgl. Mt 5,16)!
Ansprache am Fest der Darstellung des Herrn, 2. Februar 2008



Der wahre christliche Gehorsam
Das ist der wahre christliche Gehorsam, der Freiheit ist: nicht wie ich es möchte, mit meinem Lebensplan für mich, sondern indem ich mich ihm zur Verfügung stelle, damit er über mich verfügen kann. Und wenn ich mich in seine Hände begebe, bin ich frei. Aber es ist ein grosser Sprung, der niemals endgültig getan ist. ich denke hier an der hl. Augustinus, der uns das oft gesagt hat. Nach der Bekehrung dachte er anfangs, den höchsten Punkt erreicht zu haben und im Paradies der Neuheit des Christseins zu leben. Dann entdeckte er, dass der schwierige Weg des Lebens weiterging, wenn auch von jenem Augenblick an immer im Licht Gottes, und dass man jeden Tag aufs neue diesem Sprung aus sich selbst heraus tun muss, dass man das Ich hinschenken muss, damit es stirbt und im grossen Ich Christi erneuert wird, das auf eine gewisse sehr wahre Art und Weise unser aller gemeinsames Ich, unser Wir ist.
Audienz für die Pfarrer und den Klerus der Diözese Rom, 7. Februar 2008



Das Ich hinschenken
Aber ich würde sagen, dass wir selbst gerade in der Feier der Eucharistie - die diese grosse und tiefe Begegnung mit dem Herrn ist, wo ich mich in seine Hände fallenlasse - diesen grossen Schritt üben müssen. Je mehr wir selbst ihn erlernen, desto besser können wir ihn auch den anderen gegenüber zum Ausdruck bringen und ihn anderen verständlich, zugänglich manchen.
bild Nur wenn wir mit dem Herrn gehen, wenn wir uns in der Gemeinschaft der Kirche seinem Offensein hingeben, wenn ich nicht für mich selbst lebe - sei es für ein glückliches leben auf der Erde, sei es nur für meine persönliche Seligkeit -, sondern mich zum Werkzeug seines Friedens mache, lebe ich gut und lerne ich, Mut zu haben vor den täglichen Herausforderungen, die stets neu und schwer, oft beinahe nicht zu verwirklichen sind. Ich verlasse mich selbst, weil du es willst, und ich bin sicher, dass ich so gut vorangehe. Wir können nur den Herrn bitten, dass er uns helfen möge, diesen Weg jeden Tag zu gehen, damit wir den anderen helfen, sie erleuchten und ermutigen und sie so befreit und erlöst werden können.
Audienz für die Pfarrer und den Klerus der Diözese Rom, 7. Februar 2008



Die Liebe die sich ganz Gott schenkt
Der Brief an die Hebräer hat über das Leben und Wirken Jesu als Leitwort eine Satz aus Psalm 40 gestellt: "Schlacht- und Speiseopfer hast du nicht gefordert, doch einen Leib hast du mir geschaffen" (Hebr 10,5). An die Stelle der blutigen Opfer und der Opferung von Speisen tritt der Leib Christi, tritt er selbst. Nur "die Liebe bis zur Vollendung", nur die Liebe, die sich für die Menschen ganz Gott schenkt, ist der wahre Gottesdienst, das wahre Opfer. Im Geist und in der Wahrheit anzubeten heisst Anbetung in Gemeinschaft mit dem, der die Wahrheit ist; Anbetung in der Gemeinschaft mit seinem Leib, in dem der Heilige Geist uns eint.
Predigt am Palmsonntag, 16. März 2008



Werden wie die Kinder
Jesus hatte seinen Jüngern gesagt, dass sie wie die Kinder werden müssten, um in das Reich Gottes einzutreten. Er selbst, der die ganze Welt umfasst, hat sich klein gemacht, um uns entgegenzukommen, um uns auf den Weg zu Gott zu führen. Um Gott zu erkennen, müssen wir den Stolz aufgeben, der uns blendet, der uns in die Ferne von Gott stossen will, als wäre Gott unser Gegenspieler. Um Gott zu begegnen, muss man fähig werden, mit dem Herzen zu sehen. Wir müssen lernen, mit einem Kinderherzen, einem jungen Herzen zu sehen, das nicht von Vorurteilen gehemmt und von Interessen geblendet ist. So hat die Kirche in den Kleinen, die mit einem derart freien und offenen Herzen ihn erkennen, das Bild der Gläubigen aller Zeiten gesehen, ihr eigenes Bild.
Predigt am Palmsonntag, 16. März 2008



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Immer neu dem Herrn zuwenden
"Conversi ad Dominum"[wendet euch nun auf den Herrn zu ] - immer wieder müssen wir uns herauswenden aus den verkehrten Richtungen, in die wir so oft mit unserm Denken und Handeln gehen. Immer neu müssen wir uns hinwenden zu ihm, der Weg, Wahrheit und Leben ist. Immer neu müssen wir Bekehrte werden, mit dem ganzen Leben auf den Herrn zugewandt. Und immer neu müssen wir unser Herz aus der Schwerkraft, die nach unten zieht, herausholen lassen und inwendig nach oben heben: in die Wahrheit und in die Liebe hinein.
Predigt in der Osternacht, 22. März 2008



Auch wir erstehen zu neuen Leben
Dank des Todes und der Auferstehung Christi erstehen auch wir heute zu neuem Leben; wir vereinen unsere Stimme mit der seinen und verkünden, immer bei Gott bleiben zu wollen, unserem Vater, der unendlich gut und barmherzig ist. Treten wir so in das Innerste des Ostergeheimnisses ein.
Botschaft vor dem Segen "Urbi et Orbi", 23. März 2008



Heute sendet der auferstandene Jesus uns!
Christliche Brüder und Schwestern in allen Teilen der Welt, Männer und Frauen, die wirklich offen sind für die Wahrheit! Niemand möge das Herz vor der Allmacht dieser Liebe verschliessen, die erlöst! Jesus Christus ist für alle gestorben und auferstanden: Er ist unsere Hoffnung! Wahre Hoffnung für jeden Menschen. Heute sendet der auferstandene Jesus, wie er es vor seiner Rückkehr zum Vater mit seinen Jüngern in Galiläa tat, auch uns als Zeugen seiner Hoffnung überall hin und versichert uns: Ich bin immer bei euch, alle Tage bis zum Ende der Welt (vgl. Mt 28,20). Wenn wir im Geiste auf die verherrlichten Wundmale seines verklärten Leibes schauen, können wir den Sinn und den Wert des Leidens verstehen und die vielen Wunden verbinden, die auch in unseren Tagen die Menschheit weiter mit Blut überziehen.
Botschaft vor dem Segen "Urbi et Orbi", 23. März 2008



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Die leidenschaftliche Liebe zu Jesus
Christus sei der Mittelpunkt eures Lebens! Es ist nötig, sich von ihm ergreifen zu lassen, und mit ihm muss man stets neu beginnen. Alles übrige erachte man als Verlust, "weil die Erkenntnis Christi Jesu ... alles übertrifft", und alles halte man "für Unrat, um Christus zu gewinnen" (Phil 3,8). Daraus entsteht die leidenschaftliche Liebe zu Jesus, dem Herrn, das Streben, sich in ihn hineinzudenken, indem man seine Gefühle und seine Lebensform annimmt, das vertrauensvolle Sich-Hinschenken an den Vater, die Hingabe an den Evangelisierungsauftrag.
Ansprache an die Gesellschaft der Salesianer des hl. Johannes Bosco, 31. März 2008



Der Primat der Liebe Gottes
Der Horizont [...] ist der des absoluten Primat der Liebe Gottes, einer Liebe, der es gelingt, leidenschaftliche Persönlichkeiten zu formen, die das Verlangen haben, zur Sendung Christi beizutragen, um die ganze Welt mit dem Feuer seiner Liebe zu entflammen (vgl. Lk 12,49).
Ansprache an die Gesellschaft der Salesianer des hl. Johannes Bosco, 31. März 2008



Die Märtyrer: Glaubenszeugen
In der Ikone auf dem Hauptaltar, die einige dieser Glaubenszeugen darstellt, sind die folgenden Worte aus dem Buch der Offenbarung hervorgehoben: "es sind die, die aus der grossen Bedrängnis kommen" (Offb 7,14). Der Älteste, der fragt, wer die sind, die weisse Gewänder tragen und wo sie herkommen, erhält zur Antwort, dass es die sind, die "ihre Gewänder gewaschen und im Blut des Lammes weiss gemacht" haben (Offb 7,14). Auf den ersten Blick ist dies eine seltsame Antwort.
bild Aber in der verschlüsselten Sprache des Sehers von Patmos enthält sie einen klaren Hinweis auf die helle Flamme der Liebe, die Christus dazu bewegt hat, sein Blut für uns zu vergiessen. Durch dieses Blut sind wir rein geworden. Auf jene Flamme gestützt, haben auch die Märtyrer ihr Blut vergossen und sind rein geworden in der Liebe: in der Liebe Christi, die sie dazu befähigt hat, sich ihrerseits aus Liebe zu opfern. Jesus hat gesagt: "es gibt keine grössere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt" (Joh 25,13). Jeder Glaubenszeuge lebt diese "grössere" Liebe und ist nach dem Vorbild des göttlichen Meisters bereit, das Leben für das Reich Gottes hinzugeben. Auf diese Weise wird man ein Freund Jesu; so wird man ihm ähnlich , indem man das Opfer bis zum äussersten annimmt, ohne der hingebungsvollen Liebe und dem Dienst am Glauben Grenzen zu setzen.
Ansprache bei Wortgottesdienst zum Gedenken an die Märtyrer des 20. Jahrhunderts auf der Tiberinsel, 7. April 2008



In der Heiligkeit wachsen
Richten wir also unseren Blick zum Himmel! Und bitten wir mit grosser Demut und Zuversicht den Heiligen Geist, uns die Fähigkeit zu schenken, jeden Tag in der Heiligkeit zu wachsen, die uns zu lebendigen Steinen in dem Tempel macht, den er auch jetzt mitten in unserer Welt errichtet. Wenn wir wahre Kräfte der Einheit sein wollen, dann lasst uns die ersten sein, die innere Versöhnung durch Busse suchen. Lasst uns das erlittene Unrecht vergeben und allen Zorn und Streit beseitigen. Lasst uns die ersten sein, die die Demut und Reinheit des Herzens zeigen, die erforderlich sind, um uns dem Glanz der Wahrheit Gottes zu nähern. In Treue zum Glaubensgut, das den Aposteln anvertraut wurde (vgl. 1 Tim 6,20), freudige Zeugen der verwandelnden Kraft des Evangeliums sein!
Predigt bei Votivmesse für die Universalkirche in der St.-Patrick-Kathedrale in New York, 19. April 2008



Spezialisten im Hören auf Gott werden
"Ich werde nunmehr geopfert, und die Zeit meines Aufbruchs ist nahe. Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue gehalten"(2Tim 4,6-7). Jeder von euch, liebe Brüder und Schwestern, möge in der Lage sein, am letzten Tag seines Lebens dasselbe zu sagen. Das ist es, was der Herr von seinen Freunden erwartet, und damit es so geschieht, müssen wir durch unablässige geistliche, asketische und pastorale Weiterbildung denselben missionarischen Geist pflegen, der den hl. Paulus beseelt hat. Vor allem müssen wir "Spezialisten" im Hören auf Gott werden und glaubwürdige Vorbilder einer Heiligkeit, die umgesetzt wird durch die Treue zum Evangelium ohne Nachgiebigkeit gegenüber dem Geist der Welt.
Ansprache bei Begegnung mit den Personen des geweihten Lebens, 18. Mai 2008



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Christus soll das Thema unseres Denkens sein
Durch meine Anwesenheit heute möchte ich euch ermutigen, dem Evangelium und der Kirche mit noch grösser Bereitschaft zu dienen. Ich weiss, dass ihr schon mit Eifer und Vernunft tätig seid und nicht an Kräften spart, um die Frohbotschaft des Evangeliums zu verkünden. Christus, dem ihr das Leben geweiht habt, ist mit euch! An ihn glauben wir, ihm vertrauen wir unser Leben an, ihn wollen wir der Welt verkünden. Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben (vgl. Joh 14,6); er soll das Thema unseres Denkens, der Gegenstand unseres Redens, der Sinn unsers Lebens sein.
Ansprache bei Begegnung mit den Priestern, Diakonen und Seminaristen in Brindisi, 15. Juni 2008



Liebevolle Selbsthingabe lässt die Freiheit und Freude entdecken
Indem Ihr den Ruf des Herrn angenommen habt, ihm in Keuschheit, Armut und Gehorsam zu folgen, habt Ihr die Reise einer radikalen Jüngerschaft angetreten, die Euch für viele eurer Zeitgenossen zu einem "Zeichen" machen wird, "dem widersprochen wird" (vgl. Lk 2,34). Gestaltet Euer Leben täglich nach dem Beispiel der liebevollen Selbsthingabe des Herrn in Gehorsam gegenüber dem Willen des Vaters. Auf diese Weise werdet Ihr die Freiheit und die Freude entdecken, die andere zu der Liebe hinziehen kann, die über jeder anderen Liebe liegt als deren Quelle und letzte Erfüllung.
Predigt bei Eucharistiefeier mit Bischöfen, Seminaristen und jungen Ordensangehörigen, 19. Juli 2008



Mit Christus das Kreuz tragen
Liebe Brüder und Schwestern, um das Heilswerk zu seiner vollen Erfüllung zu bringen, fährt der Erlöser fort, Männer und Frauen, die bereit sind, das Kreuz auf sich zu nehmen und ihm nachzufolgen, zu sich zu führen und an seiner Sendung teilhaben zu lassen. Wie für Christus, so steht es auch für die Christen nicht in deren Belieben, das Kreuz zu tragen, sondern es ist eine Sendung, die wir in Liebe annehmen müssen. In unserer heutigen Welt, in der spaltende und zerstörerische Kräfte vorzuherrschen scheinen, hört Christus nicht auf, an alle seine klare Einladung zu richten: Wer mein Jünger sein will, der verleugne seinen Egoismus und trage zusammen mit mir das Kreuz.
Angelus, 31. August 2008



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Das Kreuz Christi annehmen
Gläubiger Gehorsam gegenüber Gott und liebender Dienst für unseren Nächsten sind nicht immer leicht. Das Kreuz Christi anzunehmen heisst aber, an seinem Sieg Anteil zu haben. […][Auch] Petrus und die Apostel, […] müssen lernen, was es heisst, Jünger Jesu zu sein und Ihm nachzufolgen: das wollen, was Gott will, auch dann, wenn es schwer scheint und sogar Leid und Kreuz mit einschliesst.
Angelus, 31. August 2008



In der Liebe zum Herrn Jesus Kraft finden
Oft bedient sie [die säkularisierte Gesellschaft] sich der sozialen Kommunikationsmittel, um Individualismus und Hedonismus sowie Ideologien und Verhaltensweisen zu verbreiten, die die Grundlagen der Ehe, die Familie und die christliche Moral untergraben. Der Jünger Christi findet die Kraft, auf diese Herausforderungen zu antworten, in der tiefen Kenntnis des Herrn Jesus und in der aufrichtigen Liebe zu ihm, in der Betrachtung der heiligen Schrift, in einer guten Unterweisung in der Lehre und im geistlichen Leben, im ständigen Gebet, im häufigen Empfang des Sakraments der Versöhnung, in der bewussten und aktiven Teilnahme an der heiligen Messe und in der Verrichtung der Werke der Nächstenliebe und der Barmherzigkeit.
"Ad-limina"-Besuch der Bischöfe von Panama, 19. September 2008



Christus immer mehr gleichgestaltet werden
Lassen wir uns alle mit den Petrus und Paulus anvertrauten unterschiedlichen Charismen vom Geist leiten, indem wir versuchen, in der Freiheit zu leben, die ihre Orientierung im Glauben an Christus findet und sich im Dienst an den Brüdern konkret verwirklicht. Wesentlich ist, Christus immer mehr gleichgestaltet zu werden. Auf diese Weise wird man wirklich frei, auf diese Weise kommt in uns der tiefste Kern des Gesetzes zum Ausdruck: die Liebe zu Gott und zum Nächsten. Bitten wir den Herrn, dass er uns lehre, so gesinnt zu sein wie er, um von ihm die wahre Freiheit und die Liebe des Evangeliums zu lernen, die jeden Menschen umfängt.
Generalaudienz, 1. Oktober 2008



Prüfungen, Schwierigkeiten und Leiden veredeln das Herz
Wie wir hörten, hat das Buch Jesus Sirach diejenigen, die dem Herrn folgen wollen, daran erinnert, dass sie bereit sein müssen, Prüfungen, Schwierigkeiten und Leiden auf sich zu nehmen. Damit sie diesen nicht unterliegen - so ermahnt er -, brauchen sie ein aufrichtiges und beständiges Herz, Treue zu Gott und Geduld, verbunden mit einer unbeugsamen Entschlossenheit, auf dem Weg des Guten weiterzugehen. Das Leiden veredelt das Herz des Jüngers des Herrn, so wie das Gold im Schmelzofen gereinigt wird.
Predigt bei Gedenkmesse aus Anlass des 50. Todestages von Papst Pius XII.



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Weise die Liebe Jesu nicht ab!
Heute Abend sehen wir sie [die Heiligen] nicht, aber wir hören sie zueinander und zu uns sagen: „Komm, lass dich vom Meister rufen, er ist hier und ruft dich! (vgl. Joh 11,28). Er will dein Leben, um es mit dem seinen zu vereinigen. Lass dich von Ihm ergreifen! Schau nicht mehr auf deine Wunden, schau auf seine. Schau nicht mehr auf das, was dich noch von Ihm und von den anderen trennt; betrachte den unendlichen Abstand, den Er überwunden hat, als Er dein Fleisch annahm, als Er auf das Kreuz gestiegen ist, das ihm die Menschen bereitet haben, und als Er sich in den Tod hat schicken lassen, um uns seine Liebe zu zeigen. In seine Wunden nimmt er dich auf; in seinen Wunden birgt Er dich. Weise Seine Liebe nicht ab!“
Eucharistische Prozession in Lourdes, 14. September 2008



Wichtig ist an Christus zu glauben
Der wahre Gläubige erreicht das Heil, wenn er mit seinem Mund bekennt, dass Jesus der Herr ist, und mit seinem Herzen glaubt, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat (vgl. Röm 10,9). Wichtig ist vor allem das Herz, das an Christus glaubt und im Glauben den Auferstandenen „berührt“; es genügt aber nicht, den Glauben im Herzen zu tragen, wir müssen ihn auch mit dem Mund bekennen und mit unserem Leben bezeugen und so die Wahrheit vom Kreuz und von der Auferstehung in unserer Geschichte gegenwärtig machen.
Generalaudienz, 5. November 2008



Das Reich Gottes
Liebe Freunde, das Reich Gottes ist keine Frage der Ehren und des äusseren Scheins, sondern es ist, wie der Hl. Paulus schreibt, „Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist“ (Röm 14,17). Dem Herrn liegt unser Wohl am Herzen, das heisst, dass jeder Mensch das Leben haben soll und dass insbesondere seine „geringeren“ Kinder Zugang zu dem Tisch finden können, den er für alle bereitet hat. Deshalb weiss er nichts mit dem heuchlerischen Verhalten dessen anzufangen, der „ Herr, Herr“ sagt und dann seine Gebote nicht beachtet (vgl. Mat 7,21). In sein ewiges Reich nimmt Gott all jene auf, die sich Tag um Tag darum mühen, sein Wort in die Praxis umzusetzen. Daher ist die Jungfrau Maria, das demütigste unter allen Geschöpfen, in seinen Augen das grösste und sitzt als Königin zur Rechten Christi, des Königs.
Angelus, 23. November 2008



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Wachen bedeutet dem Herrn folgen
„Seid wachsam!“, sagt uns Jesus im kurzen Gleichnis des Hausherrn, der auf Reisen geht und von dem man nicht weiss, wann er zurückkommt (vgl. Mk 13,33-37). Wachen bedeutet dem Herrn zu folgen, das zu wählen, was er gewählt hat, das zu lieben, was er geliebt hat. Das eigene Leben seinem Leben gleichförmig werden lassen; das Wachen schliesst auch ein, jeden Augeblick unserer Zeit in der Gegenwart seiner Liebe zu verbringen, ohne durch die unausweichlichen Schwierigkeiten und Probleme des Alltags mutlos zu werden.
Predigt beim Pastoralbesuch in der römischen Pfarrei „San Lorenzo fuori le mura“, 30. November 2008

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