Gemeinschaft




bild
Christus ist der König
Er ist der König, der diese arme Provinz, die wir Erde nennen, betreten und uns das Geschenk seines Besuches gemacht hat. Auch nach seiner Auferstehung und Himmelfahrt wollte er dennoch bei uns bleiben: wir nehmen diese seine geheimnisvolle Gegenwart in der liturgischen Versammlung wahr. Wenn wir die Eucharistie feiern, bekennen wir in der Tat, dass er sich nicht aus der Welt zurückgezogen und uns allein gelassen hat. Und auch wenn wir ihn nicht sehen und berühren können, wie es bei der materiellen und sichtbaren Wirklichkeit der Fall ist, ist er dennoch mit uns und unter uns; mehr noch, er ist in uns, denn er kann jeden Gläubigen, der ihm sein Herz öffnet, an sich ziehen und ihm sein eigenes Leben mitteilen.
Predigt beim Pastoralbesuch in der römischen Pfarrei "San Lorenzo fuori le mura", 30. November 2008



Christus vereint uns alle
"Ist der Kelch des Segens über den wir den Segen sprechen nicht teilhabe am Blut Christi? Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi? Ein Brot ist es. Darum sind wir viele ein Leib; denn wir alle haben teil an dem einen Brot" (10,16-17). In diesen Worten erscheint in gleicher Weise der personale und der soziale Charakter des Sakraments der Eucharistie. Christus vereint sich persönlich mit einem jeden von uns aber derselbe Christus vereint sich auch mit dem Mann und der Frau neben mir. Und das Brot ist für mich und auch für den anderen bestimmt. So vereint Christus uns alle mit sich und uns alle untereinander, einen mit dem anderen. Wir empfangen in der Kommunion Christus. Aber Christus vereint sich in gleicher Weise mit meinem Nächsten: Christus und der Nächste sind in der Eucharistie untrennbar. Und so sind wir alle ein Brot, ein Leib. Eine Eucharistie ohne Solidarität mit den anderen ist eine missbrauchte Eucharistie. Und hier befinden wir uns an der Wurzel und gleichzeitig im Zentrum der Lehre über die Kirche als Leib Christi, als Leib des auferstandenen Christus.
Generalaudienz, 10. Dezember 2008



Christus vereint uns mit seinem auferstandenen Leib
Christus schenkt uns in der Eucharistie seinen Leib und macht uns so zu seinem Leib, vereint uns mit seinem auferstandenen Leib. Wenn der Mensch normales Brot isst, wird dieses Brot, wenn es durch den Verdauungsvorgang in Substanz für das menschliche Leben verwandelt wird, Teil seines Leibes. Aber in der heiligen Kommunion verwirklicht sich der umgekehrte Prozess. Christus, der Herr, nimmt uns in sich auf, er führt uns in seinen glorreichen Leib ein, und so werden wir alle zusammen sein Leib.
Generalaudienz, 10. Dezember 2008



Eins in Christus Jesus
Wie sollen wir diesen "wahren und angemessenen Gottesdienst" (Röm 12,1) interpretieren? Paulus nimmt immer an, dass wir "eins in Christus Jesus" geworden sind (Gal 3,28), dass wir in der Taufe gestorben sind (vgl. Röm 1) und jetzt mit Christus, für Christus, in Christus leben. In dieser Vereinigung - und nur so - können wir in ihm und mit ihm "lebendiges Opfer" werden, den "wahren Gottesdienst" tun.
Generalaudienz, 7. Januar 2009



Gemeinschaft mit Christus
Jesus Christus ist in seiner Hingabe an den Vater und an uns kein Ersatz, sondern trägt das menschliche Sein, unsere Schuld und unsere Sehnsucht wirklich in sich; er verkörpert uns wirklich, er nimmt uns in sich auf. In der Gemeinschaft mit Christus, die im Glauben und in den Sakramenten verwirklicht wird, werden wir trotz aller unserer Unzulänglichkeiten lebendiges Opfer: es verwirklicht sich der "wahre Gottesdienst".
Generalaudienz, 7. Januar 2009



Ein Opfer, das Gott wohlgefällig ist
Die Kirche weiss, dass in der Allerheiligsten Eucharistie die Selbsthingabe Christi, sein wahres Opfer gegenwärtig wird, aber die Kirche betet, dass die feiernde Gemeinde wirklich mit Christus vereint sei, verwandelt werde, sie betet, dass wir selbst zu dem werden, was wir mit unseren Kräften nicht sein können: ein Opfer "rationabile", das Gott wohlgefällig ist.
Generalaudienz, 7. Januar 2009



Gemeinschaft mit Christus
Die Selbsthingabe Christi schliesst das bestreben danach ein, alle in die Gemeinschaft seines Leibes einzubeziehen, die Welt zu einen. Nur in Gemeinschaft mit Christus, dem Menschen schlechthin, der eins ist mit Gott, wird die Welt so, wie wir alle sie ersehenen: Spiegel der göttliche Liebe. Diese Dynamik ist immer in der Eucharistie gegenwärtig - diese Dynamik muss unser Leben inspirieren und formen.
Generalaudienz, 7. Januar 2009



Mit dem Willen Gottes übereinstimmen
"Liebe und tue, was du willst." Was Augustinus sagt, ist die Wahrheit, wenn wir das Wort "Liebe" richtig verstanden haben. " Liebe und tue, was du willst", aber wir müssen wirklich in die Gemeinschaft mit Christus eingedrungen sein, uns mit seinem Tod und mit seiner Auferstehung identifiziert haben, mit ihm in der Gemeinschaft seines Leibes vereint sein. In der Teilnahme an den Sakramenten, im Hören des Wortes Gottes tritt der göttliche Wille, das göttliche Gesetz wirklich in unseren Willen ein, stimmt unser Wille mit seinen Willen ein, stimmt unser Wille mit seinem Willen überein, werden sie zu einem einzigen Willen. Und so sind wir wirklich frei, können wir wirklich das tun, was wir wollen, weil wir mit Christus wollen, in der Wahrheit und mit der Wahrheit wollen.
"Lectio divina" beim Besuch im Römischen Priesterseminar, 20. Februar 2009



Kommunion ist gegenseitige Durchdringung
Die heilige Kommunion ist genau diese gegenseitige Durchdringung zwischen zwei Personen. Ich nehme nicht ein Stück Brot oder Fleisch, in nehme bzw. öffne mein Herz, damit der Auferstandene in den Bereich meines Seins eintritt, damit er in mir und nicht nur ausserhalb von mir ist und so in mir spricht und mein Wesen verwandelt, mir den Gerechtigkeitssinn, die Dynamik der Gerechtigkeit, den Eifer für das Evangelium schenkt.
Begegnung mit dem Klerus der Diözese Rom, 26. Februar 2009



In demselben "Ich" Christi vereint
Aber es ist stets wichtig, dass die sakramentale Katechese immer eine existentielle Katechese ist. Auch wenn sie dort, wo die Worte und überlegungen enden, immer mehr den Aspekt des Mysteriums annimmt und lernt, ist sie natürlich vollkommen realistisch, weil sie mich zu Gott und Gott zu mir selbst führt. Sie führt mich zum anderen, weil der andere denselben Christus empfängt wie ich. Wenn also in ihm und in mir derselbe Christus ist, sind auch wir beide nicht mehr getrennte Individuen. Hier entsteht die Lehre vom Leib Christi, weil wir, wenn die Eucharistie empfangen, alle demselben Christus eingegliedert sind. Der Nächste ist somit wirklich Nächster: wir sind nicht zwei getrennte "Ich", sondern wir sind in demselben "Ich" Christi vereint.
Begegnung mit dem Klerus der Diözese Rom, 26. Februar 2009



Eucharistie ist Agape
Die Identifikation mit der Eucharistie, die Agape ist, ist Liebe, ist die Gegenwart der Liebe, die uns in Christus geschenkt wird. Es muss immer die Liebe, Zeichen und Grund der Liebe sein, wenn wir uns den anderen öffnen, Zeichen dieses Sich-Hingebens an die anderen, dieser Verantwortung gegenüber den Bedürftigen, den Armen, den Vergessenen. Das ist eine grosse Verantwortung.
Begegnung mit dem Klerus der Diözese Rom, 26. Februar 2009



Gemeinschaft mit dem Herrn
Erst das Verkosten führt zum Sehen. Denken wir an die Jünger von Emmaus: erst in der Tischgemeinschaft mit Jesus, erst im Brotbrechen öffnen sich ihre Augen. Erst in der erfahrenen Gemeinschaft mit dem Herrn werden sie sehend. Das gilt für uns alle: über das Denken und Reden hinaus bedürfen wir der Erfahrung des Glaubens. Des lebendigen Umgangs mit Jesus Christus.
Predigt am Hochfest der heiligen Apostel Petrus und Paulus, 29. Juni 2009



Teilen - Aus-teilen ist Einen
Segnend bricht der Herr dann das Brot und teilt es seinen Jüngern aus. Brotbrechen ist die Gebärde des Hausvaters, der für seine Familie sorgt und ihr gibt, was sie zum Leben braucht. Es ist aber auch die Gebärde der Gastlichkeit, mit der der Fremdling, der Gast in die Familie aufgenommen wird, Anteil an ihrem Leben erhält. Teilen - Aus-teilen ist Einen. Durch das Teilen wird Gemeinschaft gestiftet.
Predigt bei der Heiligen Messe "in Coena Domini" am Gründonnerstag, 9. April 2009



Der Mensch braucht Gemeinschaft mit Gott
Er teilt sich aus, das Wahre "Brot für das Leben der Welt" (vgl. Joh 6,51). Denn die Nahrung, die der Mensch im tiefsten braucht, ist die Gemeinschaft mit Gott selber. Im Danksagen und Segnen verwandelt Jesus das Brot, gibt nicht mehr irdisches Brot, sondern die Gemeinschaft mit sich selbst. Diese Verwandlung aber will der Anfang der Verwandlung der Welt sein, dass sie Welt der Auferstehung, Welt Gottes werde. Ja, es geht um Verwandlung.
Predigt bei der Heiligen Messe "in Coena Domini" am Gründonnerstag, 9. April 2009



Blutsverwandtschaft mit Jesus
Ahnen wir [...], was in der Stunde des Abendmahls geschah und seither sich immer wieder vollzieht, wenn wir Eucharistie feiern? Gott, der lebendige Gott, tritt mit uns in eine Gemeinschaft des Friedens, mehr, er schafft "Blutsverwandtschaft" zwischen sich und uns. Durch Jesu Menschwerdung, durch sein vergossenes Blut sind wir in eine ganz reale Blutsverwandtschaft mit Jesus und so mit Gott selbst hineingezogen. Das Blut Jesu ist seine Liebe, in der göttliches und menschliches Leben eins geworden sind. Bitten wir den Herrn, dass wir die Grösse dieses Geheimnisses immer mehr verstehen. Dass es seine verwandelnde Kraft in unserm innern entfalte, damit wir wahrhaft Blutsverwandte Jesu werden, von seinem Frieden durchdrungen und so auch einander zugehörig.
Predigt bei der Heiligen Messe "in Coena Domini" am Gründonnerstag, 9. April 2009



Untereinander eins
Noch einmal muss ich zur Eucharistie zurückkommen. "Weil wir ein Brot sind, sind wir viele auch ein Leib", sagt der heilige Paulus. Er will damit sagen: Weil wir den gleichen Herrn empfangen und er uns aufnimmt, in sich hineinzieht, sind wir auch untereinander eins. Aber das muss sich im Leben zeigen. Das muss sich zeigen in der Fähigkeit des Vergebens. Es muss sich zeigen in der Sensibilität für die Nöte des anderen. Es muss sich zeigen in der Bereitschaft zu teilen. Es muss sich zeigen im Einsatz für den Nächsten, den äusserlich fernen, der uns angeht
Köln, Abschlussgottesdienst, 21. August 2005



Kommunion
Den Auferstandenen, der in der Gestalt des Brotes gegenwärtig ist, kann man nicht "essen" wie ein einfaches Stück Brot. Dieses Brot essen heisst kommunizieren, heisst eintreten in die Gemeinschaft mit der Person des lebendigen Herrn. Diese Kommunion, dieses "Essen" ist wirklich eine Begegnung zwischen zwei Personen, ein Sich-durchdringen-Lassen vom Leben dessen, der der Herr ist, der mein Schöpfer und Erlöser ist. Ziel dieser Kommunion, dieses "Essens", ist die Angleichung meines Lebens an sein Leben, meine Umwandlung und Gleichgestaltung mit ihm, der lebendige Liebe ist. Deshalb schliesst diese Kommunion die Anbetung ein, den Willen, Christus nachzufolgen, dem zu folgen, der uns vorangeht.
Heilige Messe auf dem Vorplatz der Patriarchalbasilika St. Johann im Lateran, 26. Mai 2005



Tiefe Vertrautheit
Die Eucharistie ist für den Glauben ein Mysterium tiefer Vertrautheit. Der Herr hat das Sakrament im Abendmahlsaal eingesetzt, umgeben von seiner neuen Familie, den zwölf Aposteln, Vorankündigung und Vorwegnahme der Kirche aller Zeiten.
Heilige Messe auf dem Vorplatz der Patriarchalbasilika St. Johann im Lateran, 26. Mai 2005



bild
Streben nach Einheit
Genährt und gestützt von der Eucharistie, werden sich die Katholiken ganz selbstverständlich zum Streben nach jener vollen Einheit angespornt fühlen, die Christus im Abendmahlssaal so innig gewünscht hat.
Botschaft an die wahlberechtigten Kardinäle, Sixtinische Kapelle, 20. April 2005



Aus ihm wächst alles
Die Eucharistie setzt den auferstandenen Christus immer gegenwärtig, der sich uns weiterhin darbringt, indem er uns auffordert, am Gastmahl seines Leibes und seines Blutes teilzuhaben. Aus der vollen Gemeinschaft mit Ihm erwächst jedes weitere Element des Lebens der Kirche, an erster Stelle die Gemeinschaft zwischen allen Gläubigen, die Verpflichtung, das Evangelium zu verkünden und zu bezeugen, und die leidenschaftliche Liebe zu allen, besonders zu den Armen und Geringen.
Botschaft an die wahlberechtigten Kardinäle, Sixtinische Kapelle, 20. April 2005



Greifbare Liebe Christi
Für die alte Kirche war das Wort "agape", ein Hinweis auf das Geheimnis der Eucharistie. In diesem Mysterium wird die Liebe Christi immer mitten unter uns greifbar. Hier gibt er sich immer wieder hin. Hier lässt er sein Herz immer wieder durchbohren; hier hält er seine Verheissung aufrecht, die Verheissung, dass er vom Kreuz her alles an sich ziehen wird. In der Eucharistie erlernen wir selber die Liebe Christi. Dank dieser Herzensmitte, dank der Eucharistie haben die Heiligen gelebt, als sie die Liebe Gottes in immer neuen Formen in die Welt trugen. Dank der Eucharistie wird die Kirche immer wieder neu geboren.
Predigt zur feierlichen Inbesitznahme der Kathedrale des Bischofs von Rom in der Lateranbasilika, 7. Mai 2005



bild
Musik
Von Anfang an hat zur heiligen Messe die Musik, das Singen gehört. Wenn der Mensch vor Gott steht, reicht ihm das blosse Reden nicht aus. Sowie ganz allgemein Liebe und Leid die Grenzen der blossen Worte sprengen und einen Ausdruck suchen, der auch das Unsagbare einbegreift, so ist es auch in der Begegnung mit Gott, in der der Mensch sich selbst überschreiten will. Während das Beten Israels auch die Instrumente, die Stimmen der Schöpfung, zu Hilfe gerufen hatte, um Gott angemessen zu antworten, hat die Kirche zunächst aus vielerlei Gründen nur die menschliche Stimme für würdig gehalten, ihre Freude an Gott und ihr Ringen mit Gott auszudrücken.
Botschaft anlässlich der Aufführung der "Missa solemnis" im Kölner Dom, 29. Juli 2005



Gemeinschaft mit den Ärmsten
Die liebevolle Fürsorge der Christen gegenüber den Menschen in schwierigen Lebenslagen und ihr Engagement für eine solidarischere Gesellschaft werden ständig genährt durch die aktive, bewusste Teilnahme an der Eucharistie. Wer sich am Tisch der Eucharistie gläubig von Christus nährt, nimmt auch dessen Lebensstil an, den Stil des aufmerksamen Dienstes insbesondere an den Schwächsten und Benachteiligten.
Angelus, 19. Juni 2005



Ständige überprüfung
Die Eucharistie könnte auch als "Vergrösserungsglas" aufgefasst werden durch die das Antlitz und der Weg der Kirche ständig überprüft werden sollen, denn Christus hat die Kirche gestiftet, damit jeder Mensch die Liebe Gottes erkennen und in ihr die Fülle des Lebens finden kann.
Angelus, 2. Oktober 2005



bild
Vitaler Mittelpunkt
In der Tat ist die Eucharistie der vitale Mittelpunkt der gesamten Evangelisierungstätigkeit der Kirche, in etwa so wie es das Herz für den menschlichen Körper ist. Ohne die Eucharistiefeier, in der sich die christlichen Gemeinden vom zweifachen Mahl des Wortes und des Leibes Christi nähren, würden sie ihr wahres Wesen verlieren: Nur als "eucharistische" Gemeinschaften können sie den Menschen Christus vermitteln und nicht bloss Ideen oder Werte, so edel und wichtig diese auch sein mögen.
Angelus, 2. Oktober 2005



Antwort
Der Herr gibt sich uns in der Eucharistie mit seinem Leib, seiner Seele und seiner Gottheit, und wir werden eins mit ihm und untereinander. Unsere Antwort auf seine Liebe muss daher konkret sein und ihren Ausdruck finden in einer wahren Umkehr zur Liebe, in der Vergebung, in der gegenseitigen Annahme und in der Aufmerksamkeit gegenüber den Bedürfnissen aller Mitmenschen. [...] Die Eucharistie wird dann zur Quelle der geistlichen Energie, die unser tägliches Leben und damit auch die gesamte Welt in der Liebe Christi erneuert.
Angelus, 25. September 2005



Nicht für sich behalten
Wer Christus in der Wirklichkeit seines Leibes und Blutes empfängt, darf dieses Geschenk nicht für sich behalten, sondern fühlt sich veranlasst, es zu teilen in einem mutigen Zeugnis für das Evangelium, im Dienst an den Brüdern und Schwestern in Schwierigkeiten, in der Vergebung von Beleidigungen. Für manche ist die Eucharistie ausserdem der Keim jener besonderen Berufung, alles zu verlassen, um Christus zu verkünden vor den Menschen die in noch nicht kennen. Der eucharistischen Frau und Gottesmutter Maria vertrauen wir die geistlichen Früchte der Synode und des Jahres der Eucharistie an. Sie wache über dem Weg der Kirche und lehre uns, in der Gemeinschaft mit unserem Herrn Jesus Christus zu wachsen, um Zeugen seiner Liebe zu sein, denn darin liegt das Geheimnis der Freude.
Angelus, 23. Oktober 2005



bild
Vereinigung aller
Die "Mystik" des Sakraments hat sozialen Charakter. Denn in der Kommunion werde ich mit dem Herrn vereint wie alle anderen Kommunikanten: "Ein Brot ist es. Darum sind wir viele ein Leib, denn wir alle haben teil an dem einen Brot", sagt der heilige Paulus (1 Kor 10, 17). Die Vereinigung mit Christus ist zugleich eine Vereinigung mit allen anderen, denen er sich schenkt. Ich kann Christus nicht allein für mich haben, ich kann ihm zugehören nur in der Gemeinschaft mit allen, die die Seinigen geworden sind oder werden sollen. Die Kommunion zieht mich aus mir heraus zu ihm hin und damit zugleich in die Einheit mit allen Christen. Wir werden "ein Leib", eine ineinander verschmolzene Existenz. Gottesliebe und Nächstenliebe sind nun wirklich vereint: Der fleischgewordene Gott zieht uns alle an sich.
Enzyklika "Deus Caritas Est", 25. Dezember 2005



Kernspaltung
Jesus macht sich zu unserem Wegbegleiter in der Eucharistie, und in der Eucharistie [...] leitet er "die Kernspaltung" im tiefsten Inneren des Daseins ein. Nur diese innere Explosion des Guten, das das Böse besiegt, kann die anderen Umwandlungen hervorrufen, die notwendig sind, um die Welt zu verändern.
Generalaudienz, 28. August 2005



bild
Ausdruck in den brüderlichen Beziehungen
Die Gemeinschaft - Frucht des Heiligen Geistes - wird vom eucharistischen Brot gespeist (vgl. 1 Kor 10,16-17) und findet ihren Ausdruck in den brüderlichen Beziehungen, in einer Art Vorwegnahme der künftigen Welt. In der Eucharistie speist Jesus uns. Vereint uns mit sich, mit dem Vater, mit dem Heiligen Geist und miteinander, und dieses Netz der Einheit, das die Welt umfasst, ist eine Vorwegnahme der künftigen Welt in unserer Zeit. Gerade so, als Vorwegnahme der künftigen Welt, ist die Gemeinschaft auch ein Geschenk mit sehr konkreten Folgen, das uns aus unserer Einsamkeit und Verschlossenheit in uns selbst herausführt und uns teilhaben lässt an der Liebe, die uns mit Gott und miteinander vereint. Wir begreifen unschwer die Grösse dieses Geschenks, wenn wir allein an die Zersplitterungen und die Konflikte denken, die die Beziehungen zwischen einzelnen Menschen, Menschengruppen und ganzen Völkern trüben. Und wo es das Geschenk der Einheit im Heiligen Geist nicht gibt, da ist die Zersplitterung der Menschheit unvermeidlich.
Generalaudienz, 29. März 2006



Identität
Der Evangelist Lukas zeigt in der Apostelgeschichte die wesentlichen Kriterien für ein richtiges Verständnis der Natur der christliche Gemeinde und somit auch jeder Pfarrei dort auf, wo er die Urgemeinde von Jerusalem beschreibt und sagt, sie hielt " an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten", eine Gemeinde, die so gastfreundlich und solidarisch war, dass sie alles gemeinsam hatte (vgl. Apg 2,42; 4,32-35). Die Pfarrei kann diese Erfahrung wieder erleben und im gegenseitigen Verständnis sowie im brüderlichen Zusammenhalt wachsen, wenn sie ohne Unterlass betet und im Hören auf das Wort Gottes verweilt und vor allem, wenn sie gläubig an der Eucharistiefeier teilnimmt, der der Priester vorsteht. Dazu schreibt der geliebte Johannes Paul II. in seiner letzten Enzyklika Ecclesia de Eucharistia: "Die Pfarrei ist nämlich eine Gemeinschaft von Getauften, die ihre Identität vor allem durch die Feier des eucharistischen Opfers ausdrücken und geltend machen" (Nr. 32).
Ansprache an die Teilnehmer der Vollversammlung des päpstlichen Rates für die Laien, 22. September 2006



Eucharistie ist Quelle der Einheit
Die Eucharistie ist die Quelle jener kirchlichen Einheit, für die Jesus am Vorabend seines Leidens gebetet hat: Vater, auch sie sollen "in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast" (Joh 17,21). Diese innige Gemeinschaft fördert das Gedeihen grossherziger Berufungen im Dienst der Kirche : Das Herz des Gläubigen, erfüllt von göttlicher Liebe, wird gedrängt, sich ganz der Sache des Reiches Gottes zu widmen.
Botschaft zum 44. Weltgebetstag um geistliche Berufungen am 29. April, 10. Februar 2007


bild
Persönliche Begegnung
Jeder Sonntag und jede Eucharistie ist eine persönliche Begegnung mit Christus. Beim Hören des göttlichen Wortes brennt uns das Herz, weil er es ist, der es erklärt und verkündet. Wenn in der Eucharistie das Brot gebrochen wird, ist er es, den wir persönlich empfangen. Die Eucharistie ist die für das Leben des Jüngers und des Missionars Christi unverzichtbare Nahrung.
Ansprache bei der V. Generalversammlung der Bischofskonferenzen von Lateinamerika, 13. Mai 2007



Engagement für die Evangelisierung
Die Begegnung mit Christus in der Eucharistie löst das Engagement für die Evangelisierung aus und gibt der Solidarität Auftrieb; sie weckt im Christen den starken Wunsch, das Evangelium zu verkünden und von ihm in der Gesellschaft Zeugnis zu geben, um sie gerechter und menschlicher zu machen. Aus der Eucharistie ist im Laufe der Jahrhunderte ein unermesslicher Reichtum an Nächstenliebe, Anteilnahme an den Schwierigkeiten der anderen, an Liebe und Gerechtigkeit hervorgegangen. Nur aus der Eucharistie wird die Zivilisation der Liebe hervorkeimen.
Ansprache bei der V. Generalversammlung der Bischofskonferenzen von Lateinamerika, 13. Mai 2007



Das Klopfen des Herrn
Das Fest Fronleichnam möchte das Klopfen des Herrn hörbar machen, trotz der Unempfindlichkeit unseres inneren Gehörs. Jesus klopft an die Tür unseres Herzens, und er bittet uns einzutreten – nicht nur für einen Tag, sondern für immer. Nehmen wir ihn mit Freude auf und lassen wir den gemeinschaftlichen Ruf der Liturgie aufsteigen: " Guter Hirt, du Brot des Lebens, / wird dir traut, hofft nicht vergebens,/ geht getrost durch diese Zeit,/ die du hier zu Tisch geladen, / ruf auch dort zum Mahl der Gnaden/ in des Vaters Herrlichkeit. Amen!"
Predigt beim Hochfest des Leibes und Blutes Christi, 7. Juni 2007



bild
Unsere Taten in der Eucharistie verwurzeln
Es ist unerlässlich, dass unsere Taten in der Eucharistie verwurzelt sind. Auf der Grundlage dieses "eucharistischen Massstabes" müssen sich die Perspektiven für die Bewegung der kirchlichen Nächstenliebe entwickeln: nur das, was nicht im Widerspruch steht zum Mysterium der eucharistischen Liebe und zur ihr entspringenden Sicht des Kosmos, der Menschen und der Geschichte, sondern was sich vielmehr in ihr wiederfindet und aus ihr nährt, ist Garantie für die Echtheit unseres Glaubens und sichere Grundlage für unser zukünftiges Handeln.
Ansprache an die Teilnehmer an der Jahresversammlung der Union der Hilfswerke für die Orientalischen Kirchen, 21. Juni 2007



Auch wir brauchen die Berührung mit dem Auferstandenen
Ja, auch für uns gilt, dass wir eine Beziehung brauchen, die uns trägt, unserem Leben Richtung und Inhalt gibt. Auch wir brauchen die Berührung mit dem Auferstandenen, die durch den Tod hindurch uns trägt. Wir brauchen diese Begegnung, die uns zusammenführt, die uns einen Raum der Freiheit schenkt, uns über das Getriebe des Alltags hinausschauen lässt auf die schöpferische Liebe Gottes, aus der wir kommen und zu der wir gehen.
Predigt bei der Eucharistiefeier im Stephansdom zu Wien, 9. September 2007



Werkzeug Gottes werden
Auch uns ist heute ihn der Eucharistiefeier Gottes Sohn geschenkt worden. Wer die heilige Kommunion empfangen hat, trägt jetzt den auferstandenen Herrn in besonderer Weise in sich. Wie Maria ihn in ihrem Schoss trug - ein wehrloses kleines Menschenwesen, ganz auf die Liebe der Mutter angewiesen - so hat sich Jesus Christus in der Gestalt des Brotes uns anvertraut, liebe Schwestern und Brüder. Lieben wir diesen Jesus, der sich uns so ganz in die Hand gibt! Lieben wir ihn, wie Maria ihn geliebt hat! Und tragen wir ihn zu den Menschen, wie Maria ihn zu Elisabeth getragen und dort Jubel und Freude ausgelöst hat! Maria hat dem Wort Gottes einen menschlichen Leib geschenkt, damit es als Mensch in die Welt kommen konnte. Schenken auch wir dem Herrn unseren Leib, lassen wir unseren Leib immer mehr zum Werkzeug der Liebe Gottes und zum Tempel des heiligen Geistes werden! Tragen wir den Sonntag mit seiner unermesslichen grossen Gabe in die Welt hinein!
Angelusgebet in Wien, 9. September 2007



"Gebrochenes Brot" für die anderen werden
Wie ich im Apostolischen Schreiben Sacramentum caritatis betont habe, "müssen unsere Gemeinden, wenn sie Eucharistie feiern, sich immer bewusster werden, dass das Opfer Christi für alle ist und die Eucharistie darum jeden Christgläubigen drängt, selbst "gebrochenes Brot" für die anderen zu werden" (Nr.88). So werden wir ermutigt, uns persönlich dafür einzusetzen, den Geschwistern zu dienen. Besonders denen in Not, denn es ist wirklich die Berufung eines jeden Christen, zusammen mit Christus gebrochenes Brot für das Leben der Welt zu sein.
Botschaft zum 16. Welttag der Kranken, 11. Januar 2008




bild
Eucharistie: "Heilmittel der Unsterblichkeit"
Die Kirchenväter haben die Eucharistie als "Heilmittel der Unsterblichkeit" bezeichnet. Und so ist es, denn in der Eucharistie treten wir in die Berührung, ja in die Gemeinschaft mit dem auferstandenen Leib Christi ein, wir treten in den Raum des bereits auferstandenen Lebens, des ewigen Lebens ein. Wir treten in die Gemeinschaft mit diesem Leib ein, der vom unsterblichen Leben beseelt ist, und befinden uns also schon von jetzt an und für immer im Raum des Lebens selbst.
Predigt beim Besuch im Internationalen Jugendzentrum San Lorenzo, 9. März 2008



Die Freude des Auferstandenen
Die Freude des auferstandenen Christus erfülle eure Herzen mit Frieden auf dem Weg des Lebens und ermahne euch, zu beten, eifrig sein Wort zu hören, würdig an den Sakramenten teilzunehmen und das Evangelium tapfer in jeder Situation zu bezeugen.
Angelus, 6. März 2008



Ihr alle seid einer!
"Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus " (Gal 3,28). "Ihr alle seid einer!" In diesen Worten vernimmt man die Wahrheit und Kraft der christlichen Revolution der tiefsten Revolution der Menschheitsgeschichte, die eben um die Eucharistie herum erfahrbar wird. Hier versammeln sich in der Gegenwart des Herrn Menschen unterschiedlichen Alters, Geschlechts, sozialen Standes und unterschiedlicher politischer Auffassungen. Die Eucharistie kann niemals etwas rein Privates sein oder für Menschen vorbehalten, die aus gefühlsmässiger Nähe oder Freundschaft zueinandergefunden haben.
Predigt an Fronleichnam am 22. Mai 2008



bild
Von Christus her eins werden
Die Eucharistie ist ein öffentlicher Kult, der nichts Esoterisches oder Exklusives an sich hat. Auch wir haben uns heute Abend nicht ausgesucht, mit wem wir zusammentreffen wollen, wir sind gekommen und stehen miteinander hier, zusammengeführt durch den Glauben und gerufen, durch das Teilen des einen Brotes, das Christus ist, zu einem einzigen Leib zu werden. Ungeachtet unserer Verschiedenheit hinsichtlich Nationalität, Beruf, sozialem Stand und politischen Auffassungen öffnen wir uns füreinander, um von Christus her eins zu werden. Das war von Anfang an ein Wesensmerkmal des Christentums, das in der und um die Eucharistie sichtbar verwirklicht wurde. Und es gilt, stets wachsam zu sein, dass die immer wieder auftauchenden Versuchungen zum Partikularismus, auch wenn sie in guter Absicht erfolgen, nicht tatsächlich in eine gegensätzliche Richtung gehen. Darum erinnert uns das Fronleichnamsfest vor allem daran, dass Christsein heisst, sich, von überallher kommend, zu versammeln, um in der Gegenwart des einzigen Herrn zu bleiben und mit ihm und in ihm eins zu werden.
Predigt an Fronleichnam am 22. Mai 2008



Die Eucharistie lässt uns vorwärts gehen
Durch seine Selbsthingabe in der Eucharistie befreit uns der Herr Jesus von unseren "Lähmungen", er lässt uns wieder aufstehen und uns "vorwärtsgehen", das heisst, er lässt uns einen Schritt voran tun und dann noch einen Schritt und bringt uns durch die Kraft dieses Brotes des Lebens auf den richtigen Weg. Wie es dem Propheten Elija erging, der aus Furcht vor seinen Feinden in die Wüste geflüchtet war und nun entschlossen war zu sterben (vgl. 1Kön 19,1-4). Doch Gott weckte ihn aus dem Schlaf und sorgte dafür, dass er ein frisch gebackenes Brot neben sich fand. Er sagte zu ihm: "Steh auf und iss! Sonst ist der Weg zu weit für dich" ( Kön 19,5.7).
Predigt an Fronleichnam am 22. Mai 2008



Den Weg von neuem aufnehmen
Die Fronleichnamsprozession lehrt uns, dass uns die Eucharistie von jeder Niedergeschlagenheit und Verzagtheit befreien und uns wieder aufrichten will, damit wir mit der Kraft, die uns Gott durch Jesus Christus schenkt, den Weg von neuem aufnehmen können.
Predigt an Fronleichnam am 22. Mai 2008



Der richtigen Weg erkennen und einschlagen
Jeder kann seinen Weg finden, wenn er dem begegnet, der Wort und Brot des Lebens ist, und sich von seiner freundschaftlichen Gegenwart leiten lässt. Wie könnten wir ohne den "Gott-mit-uns" den nahen Gott, die Pilgerreise des Daseins, sowohl als einzelne als auch als Gesellschaft und Völkerfamilie durchhalten?
bildDie Eucharistie ist das Sakrament Gottes, der uns auf dem Weg nicht allein lässt, sondern sich an unsere Seite stellt und uns die Richtung weist. Es genügt nämlich nicht voranzuschreiten, man muss wissen, wohin man geht. Der "Forschritt" reicht nicht aus, wenn es keine Bezugskriterien gibt. Ja, wenn man vom Weg abkommt, läuft man Gefahr, in einen Abgrund zu stürzen oder sich jedenfalls sehr schnell vom Ziel zu entfernen. Gott hat uns als freie Wesen geschaffen, uns aber nicht alleine gelassen: Er hat sich selbst zum "Weg" gemacht und ist gekommen, um mit uns zu gehen, damit unsere Freiheit auch das Kriterium erhält, um den richtigen Weg zu erkennen und in auch einzuschlagen.
Predigt an Fronleichnam am 22. Mai 2008



Die Eucharistie: der Mittelpunkt des Lebens
Ich hoffe aufrichtig, dass dieser Kongress ein Appell an alle Gläubigen sein wird, sich in ähnlicher Weise zu einer Erneuerung der eucharistischen Katechese zu verpflichten, so dass sie selber ein echtes eucharistisches Bewusstsein gewinnen und ihrerseits Kinder und junge Menschen lehren, das zentrale Geheimnis des Glaubens zu erkennen und ihr Leben um diesen Mittelpunkt aufzubauen.
Predigt bei Eucharistiefeier zum Abschluss des Eucharistischen Kongresses in Québec, 22. Juni 2008



Wahrer Mensch sein
Nicht der Mensch ist vollständig der sich verschliesst, sondern der Mensch, der sich öffnet, der aus sich herausgeht, wird vollständig und findet gerade im Sohn Gottes sich selbst, sein wahres Menschsein.
Generalaudienz, 25. Juni 2008



bild
Das werden was wir empfangen
Ich bitte besonders die Priester dringend, dem eucharistischen Ritus die notwendige Verehrung zu erweisen, und ich bitte alle Gläubigen, die Rolle jedes Einzelnen, sowohl des Priesters wie der Laien, in der Eucharistiefeier zu respektieren, die Liturgie gehört nicht uns, sie ist ein Schatz der Kirche, der Empfang der Eucharistie, die Anbetung des Allerheiligsten Sakramentes - dadurch beabsichtigen wir, unsere Kommunion zu vertiefen, uns auf sie vorzubereiten und sie zu verlängern - erlaubt uns auch selber, in die Gemeinschaft mit Christus und durch ihn mit der ganzen Dreifaltigkeit einzutreten, damit wir das werden, was wir empfangen, und in Gemeinschaft mit der Kirche leben. Durch den Empfang des Leibes Christi bekommen wir die Kraft der "Einheit mit Gott und miteinander" (hl. Cyrill von Alexandrien, in Ioannis Evangelium, 11,11; vgl. hl. Augustinus, Sermo 577).
Predigt bei Eucharistiefeier zum Abschluss des Eucharistischen Kongresses in Québec, 22. Juni 2008



Eucharistie: Sakrament der Einheit
Wir dürfen nie vergessen, dass die Kirche um Christus aufgebaut ist und dass[...]die Eucharistie das Sakrament der Einheit der Kirche ist, weil wir alle einen einzigen Leib bilden, dessen Haupt der Herr ist. Wir müssen immer wieder zum Letzten Abendmahl am Gründonnerstag zurückkehren, wo wir ein Unterpfand des Geheimnisses unserer Erlösung am Kreuz erhalten haben. Das letzte Abendmahl ist der Ort der entstehenden Kirche, der Schoss, der die Kirche aller Zeiten enthält. In der Eucharistie wird das Opfer Christi ständig erneuert, wird Pfingsten ständig erneuert.
Predigt bei Eucharistiefeier zum Abschluss des Eucharistischen Kongresses in Québec, 22. Juni 2008




bild
Unseren Planeten zu einem lebenswerten Ort machen
Die Teilnahe an der Eucharistie entfernt uns also nicht von unseren Zeitgenossen, im Gegenteil, weil sie der Ausdruck der Liebe Gottes schlechthin ist, erinnert sie uns daran, uns mit allem unseren Brüdern dafür zu engagieren, uns den gegenwärtigen Herausforderungen zu stellen und aus unserem Planeten einen Ort zu machen, wo es sich gut leben lässt. Daher müssen wir unaufhörlich dafür kämpfen, dass jeder Mensch von seiner Empfängnis bis zu seinem natürliche Tod respektiert wird, dass unsere reichen Gesellschaften die ärmeren aufnehmen und ihnen ihre ganze Würde wiedergeben, dass jeder Mensch sich und seine Familie ernähren kann; dass Friede und Gerechtigkeit auf allen Kontinenten erstrahlen. Das sind einige der Herausforderungen, die alle unsere Zeitgenossen mobilisieren müssen und für die die Christen ihre Kraft aus dem eucharistischen Geheimnis schöpfen müssen.
Predigt bei Eucharistiefeier zum Abschluss des Eucharistischen Kongresses in Québec, 22. Juni 2008



In Gemeinschaft sein
Ist es möglich, mit dem Herrn in Gemeinschaft zu stehen, wenn wir untereinander nicht in Gemeinschaft stehen? Wie sollten wir als Gespaltene zum Altar Gottes treten, wenn wir weit voneinander entfernt sind? Dieser Altar, auf dem in Kürze das Opfer des Herrn erneuert wird, möge für euch, liebe Brüder und Schwestern, eine ständige Aufforderung zur Liebe sein; zu ihm werdet ihr immer in einer Gesinnung treten, die bereit ist, die Liebe Christi anzunehmen und sie zu verbreiten, die Vergebung zu empfangen und zu gewähren.
Predigt bei Eucharistiefeier in der Kathedrale von Albano, 21. September 2008



Herr, ich bin Dein
Mit seiner Menschwerdung hat er gesagt: Ich bin dein. In der heiligen Eucharistie sagt er immer wieder von neuem: Ich bin dein; damit wir antworten können: Herr, ich bin dein. Auf dem Weg des göttlichen Wortes - indem wir in das Geheimnis seiner Menschwerdung, seines Mit-uns-Seins eintreten - wollen wir uns das Sein Jesu aneignen, wollen wir uns unserer Existenz entledigen, indem wir uns Ihm schenken, der sich uns geschenkt hat.
Meditation bei der ersten Arbeitssitzung in der Synodenaula am 6. Oktober 2008



Dem Herrn das Leben darbringen
Liebe Brüder, Liebe Schwestern, liebe Freunde, seien wir bereit, seid bereit, Euch Ihm zur Verfügung zu stellen, – Ihm, der uns alles gegeben hat und der gekommen ist, nicht um die Welt zu richten, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde (vgl. Joh 3,17)! Seid bereit, in Eurem Leben die aktive Präsenz von Ihm zu erkennen, der hier unseren Blicken ausgesetzt gegenwärtig ist! Seid bereit, Ihm Euer eigenes Leben darzubringen!
Eucharistische Prozession in Lourdes, 14. September 2008



bild
Diejenigen die Christus nicht im Sakrament empfangen können
Einige unter uns können Ihn nicht oder noch nicht im Sakrament empfangen, aber sie können Ihn in Glaube und Liebe betrachten und den Wunsch zum Ausdruck bringen, sich mit Ihm zu vereinen. Das ist ein Wunsch, der in den Augen Gottes einen grossen Wert hat. Sie erwarten mit grösserer Innigkeit seine Wiederkunft; sie erwarten Jesus Christus, der kommen soll.
Eucharistische Prozession in Lourdes, 14. September 2008

nach oben