Liebe




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Impuls der Liebe
Christus hat uns nicht das bequeme Leben versprochen. Wer Bequemlichkeit will, der ist bei ihm allerdings an der falschen Adresse. Aber er zeigt uns den Weg zum Grossen, zum Guten, zum richtigen Menschenleben. Wenn er vom Kreuz spricht, das wir auf uns nehmen sollen, ist es nicht Lust an der Quälerei oder kleinlicher Moralismus. Es ist der Impuls der Liebe, die aufbricht aus sich selbst heraus, die nicht umschaut nach sich selber, sondern den Menschen öffnet für den Dienst an der Wahrheit, an der Gerechtigkeit, am Guten. Christus zeigt uns Gott und damit die wahre Grösse des Menschen.
Audienz für die Pilger aus Deutschland, 25. April 2005



Selbstverzicht
Der zweite Punkt, den wir lehren und durch unser Leben glaubwürdig machen müssen, ist, dass das Leiden in verschiedenen Formen zwangsläufig zu unserem Leben gehört. Es ist ein edles Leiden, würde ich sagen. Wiederum muss man verständlich machen, dass das Vergnügen nicht alles ist; dass das Christentum uns Freude schenkt, wie die Liebe Freude schenkt. Aber die Liebe ist auch immer Selbstverzicht. Der Herr selbst hat uns die Formel dafür gegeben, was die Liebe ist: Wer sich selbst verliert, findet sich; wer sich selbst gewinnt und bewahrt, verliert sich.
Ansprache an den Klerus der Diözese Aosta, Kirche von Introd, 25. Juli 2005



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Tiefes Fundament
Wenn es keine moralischen Kräfte in den Herzen gibt und keine Bereitschaft, für diese Werte auch zu leiden, kann man keine bessere Welt aufbauen, im Gegenteil, die Welt wird jeden Tag schlechter, der Egoismus beherrscht und zerstört alles. Und wenn man das sieht, drängt sich von neuem die Frage auf: Woher kommen die Kräfte, die befähigen, auch für das Gute zu leiden, für das Gute, das vor allem mich schmerzt, das keinen unmittelbaren Nutzen bringt, wenn man dafür leidet? Wo sind die Ressourcen, die Quellen? Woher kommt die Kraft, diese Werte weiterzutragen?
Man sieht, dass die Moralität als solche nicht lebt, nicht wirksam ist, wenn sie nicht ein tieferes Fundament in überzeugungen hat, die wirklich Sicherheit geben und auch die Kraft zu leiden geben, denn sie gehören gleichzeitig zu einer Liebe, einer Liebe, die im Leiden wächst und Lebenssubstanz ist. Denn am Ende lässt uns nur die Liebe leben, und die Liebe ist immer auch Leiden; sie reift im Leiden und gibt die Kraft, für das Gute zu leiden, ohne auf mich in meiner jetzigen Lage Rücksicht zu nehmen.
Ansprache an den Klerus der Diözese Aosta, Kirche von Introd, 25. Juli 2005



Kreuzzeichen
Das Kreuz ist ergreifender Ausdruck jenes Aktes grenzenloser Liebe, durch den der Gottessohn den Menschen und die Welt von Sünde und Tod erlöst hat. Daher ist das Kreuzzeichen die grundlegende Geste unseres Gebets, des Gebets der Christen. Wer sich bekreuzigt – verkündet ein sichtbares, öffentliches Ja zu ihm, der für uns gestorben und auferstanden ist, zu dem Gott, der in der Demut und Schwäche seiner Liebe der Allmächtige ist – stärker als alle Macht und Intelligenz der Welt.
Angelus in Castelgandolfo, 11. September 2005



Keine Liebe ohne das Kreuz
Die Gnade Christi ist keine äusserliche Hinzufügung zur Natur des Menschen, sie tut ihr keine Gewalt an, sondern befreit sie und stellt sie gerade dadurch wieder her, dass sie sie über ihre eigenen Grenzen erhebt. Wie die Menschwerdung des Gottessohnes ihre wahre Bedeutung am Kreuz offenbar werden lässt, so ist die echte menschliche Liebe Selbsthingabe und kann nicht bestehen, wenn sie sich dem Kreuz entziehen will.
Schreiben bei der Eröffnung der Pastoraltagung der Diözese Rom zum Thema Familie, Lateranbasilika, 6. Juni 2005



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Trost
Wir haben aber auch die Stationen der Tröstung gesehen. Wir haben die Mutter gesehen, deren Güte treu bis zum Tod über den Tod hinaus bestehen bleibt. Wir haben die mutige Frau gesehen, die vor dem Herrn steht und keine Angst hat, Solidarität mit diesem Leidenden zu zeigen. Wir haben Simon von Cyrene gesehen, einen Afrikaner, der mit Jesus das Kreuz trägt. Und schliesslich haben wir in diesen Stationen der Tröstung erkannt, dass auf dieselbe Weise, wie das Leid kein Ende hat, auch diese Tröstungen kein Ende haben. [...] Beten wir zum Herrn, auf dass er uns helfen möge; auf dass er uns helfe, von seiner Barmherzigkeit angesteckt zu werden. Beten wir zur allerseligsten Gottesmutter Maria, der Mutter der Barmherzigkeit, dass auch wir Männer und Frauen der Barmherzigkeit sind und so zum Heil der Welt beitragen können, zum Heil des Menschen, der Gottes Geschöpf ist.
Ansprache nach dem Kreuzweg am Kolosseum, 14. April 2006



Mittelpunkt
Das Kreuz muss immer im Mittelpunkt unserer Meditation stehen: In ihm betrachten wir die Herrlichkeit des Herrn, die im gemarterten Leib Jesu aufscheint. Gerade in dieser völligen Selbsthingabe offenbart sich die Grösse Gottes, offenbart sich die Tatsache, dass er Liebe ist. Jeder Christ ist berufen, durch sein Dasein die Herrlichkeit des Gekreuzigten zu verstehen, zu leben und zu bezeugen. Das Kreuz - die Selbsthingabe des Sohnes Gottes - ist letztendlich das "Zeichen" schlechthin, das uns geschenkt wurde, um die Wahrheit des Menschen und die Wahrheit Gottes zu verstehen: Wir alle sind geschaffen und erlöst worden von einem Gott, der aus Liebe seinen einzigen Sohn geopfert hat.
Predigt in der römischen Pfarrei "Dio Padre Misericordioso", 26. März 2006



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Das Kreuz, der Baum des Lebens
Es gab eine Zeit - und sie ist noch nicht vollkommen überwunden -, in der das Christentum gerade wegen des Kreuzes abgelehnt wurde. Das Kreuz spricht von Opfer, sagte man, das Kreuz ist Zeichen der Verneinung des Lebens. Wir hingegen wollen das ganze Leben, ohne Einschränkungen und ohne Verzichte. Wir wollen leben, nichts als leben. Wir lassen uns nicht von Geboten und Verboten einschränken. Wir wollen Reichtum und Fülle - so sagte man und so sagt man noch immer. Das alles klingt überzeugend und verführerisch; es ist die Sprache der Schlange, die zu uns sagt: "Lasst euch nicht verängstigen! Esst ruhig von allen Bäumen des Gartens!" Der Palmsonntag jedoch sagt uns, dass das wahre, grosse "Ja" gerade das Kreuz ist, dass gerade das Kreuz der wahre Baum des Lebens ist. Wir finden das Leben nicht dadurch, dass wir uns seiner bemächtigen, sondern indem wir es schenken. Die Liebe ist ein Sich-selbst-Verschenken, und deshalb ist sie der Weg des wahren Lebens, der durch das Kreuz symbolisiert wird.
Predigt am Palmsonntag, 9. April 2006



Angesichts des Grauens von Auschwitz
Angesichts des Grauens von Auschwitz gibt es keine andere Antwort als das Kreuz Christi: die Liebe, die bis in den tiefsten Abgrund des Bösen hinabgestiegen ist, um den Menschen an seiner Wurzel zu retten, wo seine Freiheit sich gegen Gott auflehnen kann. Möge die heutige Menschheit Auschwitz und die anderen "Todesfabriken" nicht vergessen, in denen das nationalsozialistische Regime versucht hat, Gott zu beseitigen, um seinen Platz einzunehmen! Möge sie nicht der Versuchung des Rassenhasses nachgeben, der am Anfang der schlimmsten Formen des Antisemitismus steht! Mögen die Menschen wieder erkennen, dass Gott der Vater aller ist und uns alle in Christus dazu beruft, zusammen eine Welt der Gerechtigkeit, der Wahrheit und des Friedens aufzubauen!
Generalaudienz, 31. Mai 2006



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Gerade jetzt brauchen wir das Antlitz Christi
Heute, in einer multikulturellen und multireligiösen Welt, sind viele versucht zu sagen: "Es ist besser für den Frieden in der Welt, zwischen den Religionen und den Kulturen, nicht zuviel von der Besonderheit des Christentums zu sprechen, also von Jesus, der Kirche, den Sakramenten. Begnügen wir uns mit den Dingen, die uns mehr oder weniger gemeinsam sein können...". Aber das ist nicht wahr. Gerade in diesem Augenblick – einem Augenblick, in dem der Name Gottes grossen Missbrauch erfährt – brauchen wir den Gott, der am Kreuz siegt, der nicht mit Gewalt siegt, sondern mit seiner Liebe. Gerade in diesem Augenblick brauchen wir das Antlitz Christi, um das wahre Antlitz Gottes kennenzulernen und so dieser Welt Versöhnung und Licht zu bringen. Daher müssen wir zusammen mit der Liebe, mit der Liebesbotschaft, mit all dem, was wir für die Leidenden in dieser Welt tun können, auch das Zeugnis dieses Gottes bringen, das Zeugnis von Gottes Sieg eben durch die Gewaltlosigkeit seines Kreuzes.
Gebetsstunde in der Pfarrkirche von Rehmes- Saint Georges, 23. Juli 2006



Das Kreuz erhöhen
Welchen Sinn hat es, das "Kreuz" zu "erhöhen? Ist es nicht vielleicht anstössig, ein entehrendes Instrument der Hinrichtung zu verehren? Der Apostel Paulus sagt: "Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit" (1 Kor 1,23). Die Christen verehren jedoch nicht irgendein Kreuz, sondern das Kreuz, das Jesus geheiligt hat durch sein Opfer, Frucht und Zeugnis unermessliche Liebe. Am Kreuz hat Christus sein Blut ganz vergossen, um die Menschheit aus der Knechtschaft der Sünde und des Todes zu befreien. Deshalb wurde das Kreuz aus einem Zeichen des Verderbens zu einem Zeichen des Segens, aus einem Symbol des Todes zum Symbol der Liebe schlechthin, einer Liebe, die Hass und Gewalt besiegt und unsterbliches Leben hervorbringt. "O Crux, ave spes unica! Heiliges Kreuz, unsere einzige Hoffnung!" so singt die Liturgie.
Angelus, 17. September 2006



Das äusserste "Ja" Gottes
Das Kreuz macht uns zurecht Angst, wie es auch Jesus Christus Furcht und Angst einflösste (vgl. Mk 14,33-36): Es ist jedoch keine Verneinung des Lebens, die man loswerden muss, um glücklich zu sein. Es ist im Gegenteil das äusserste "Ja" Gottes zum Menschen, der höchste Ausdruck seiner Liebe und die Quelle des erfüllten und vollkommenen Lebens: Es enthält also die überzeugendste Einladung, Jesus Christus auf dem Weg der Selbsthingabe zu folgen.
Ansprache beim Kongress der katholischen Kirche in Italien, 19. Oktober 2006 in Verona



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Die endgültige Offenbarung der göttlichen Liebe
Ja, liebe Brüder und Schwestern, das Kreuz ist die endgültige Offenbarung der göttlichen Liebe und Barmherzigkeit auch für uns, Männer und Frauen unserer Zeit, die wir allzu oft von Sorgen und irdischen Augenblicksinteressen abgelenkt werden. Gott ist die Liebe, und seine Liebe ist das Geheimnis unseres Glücks. Um aber in dieses Geheimnis der Liebe einzutreten, gibt es keinen anderen Weg als den, uns zu verlieren, uns hinzugeben, eben den Weg des Kreuzes. "Wer mein Jünger sein will"- sagt der Herr- "der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach(Mk 8,34).
Generalaudienz, 21. Februar 2007



Das Kreuz, geistliche Quelle
"Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat" (Joh 3,16). Für uns alle ist es notwendig, aus der unversiegbaren Quelle der göttlichen Liebe zu schöpfen, die sich uns im Geheimnis des Kreuzes vollkommen kundtut, damit wir den wahren Frieden mit Gott, mit uns selbst und mit dem Nächsten finden. Nur aus dieser geistlichen Quelle kann man die unentbehrliche innere Kraft schöpfen, um das Böse und die Sünde im Kampf zu überwinden, der keine Unterbrechung kennt und unseren Pilgerweg auf Erden hin zur himmlischen Heimat kennzeichnet.
Ansprache an die Teilnehmer an einem Kurs über das Forum Internum, 16. März 2007



Der Herr klopft mit dem Kreuz an die Tür dieser Welt
Mit dem Kreuz hat Jesus die Tür Gottes, die Tür zwischen Gott und Menschen aufgestossen, sie steht offen. Aber der Herr klopft mit seinem Kreuz auch umgekehrt an die Türen dieser Welt, an die Türen unserer Herzen, die so oft und so weithin für Gott verschlossen sind. Und er sagt uns gleichsam: Wenn schon die Gottesbeweise der Schöpfung dich nicht für Gott auftun können; wenn schon das Wort der Schrift und die Botschaft der Kirche dich unberührt lassen – sieh doch mich an, den Gott, der für dich zu einem Leidenden geworden ist, der selber mitleidet – sieh, dass ich leide um dich, und tu dich auf für mich ,deinen Herrn und deinen Gott.
Predigt am Palmsonntag, 1. April 2007



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Sein Joch ist es, mit ihm zu lieben
Das Joch des Herrn tragen heisst also zuallererst: von ihm lernen. Immer bereit sein, in seine Schule zu gehen. Von ihm sollen wir seine Güte und Demut lernen – die Demut Gottes, die sich in seinem Menschsein zeigt. Der heilige Gregor von Nazianz hat sich einmal gefragt: Warum eigentlich wollte Gott Mensch werden? Der wichtigste, für mich bewegendste Teil seiner Antwort lautet: "Gott wollte sich Rechenschaft darüber geben, was der Gehorsam für uns bedeutet und alles an seinem Leiden messen, dieser Erfindung seiner Liebe. Er kann so das, was wir empfinden, durch sich selbst kennenlernen – wieviel von uns verlangt wird, wieviel Nachsicht wir verdienen, indem er nach seinem Leiden unsere Schwäche berechnet" (33. Rede, 4. Theologischen Rede 6). Manchmal möchten wir wohl zu Jesus sagen: Herr, dein Joch ist gar nicht leicht. Es ist sogar furchtbar schwer in dieser Welt. Aber wenn wir dann auf ihn hinschauen, der alles getragen hat – der selbst den Gehorsam, die Schwachheit, den Schmerz, alles Dunkle erprobt hat, dann verstummen diese unsere Klagen. Sein Joch ist es, mit ihm zu lieben. Und je mehr wir ihn lieben und mit ihm Liebende werden, desto leichter wird uns sein scheinbar schweres Joch werden. Bitten wir ihn, dass er uns hilft, mit ihm Liebende zu werden und so immer mehr zu erfahren, wie schön es ist, sein Joch zu tragen. Amen.
Predigt an der "Missa chrismatis" am Gründonnerstag, 5. April 2007



Agape und Eros
Die Liebe Gottes zum Menschen, die am Kreuz voll zum Ausdruck kommt, lässt sich mit dem Begriff "Agape" beschreiben, das heisst einer "selbstlose Liebe, die ausschliesslich das wohl des anderen sucht". Aber auch mit dem Begriff "Eros". Während sie nämlich eine Liebe ist, die dem Menschen all das bietet, was Gott ist, wie ich in der Fastenbotschaft ausgeführt habe, ist sie auch eine Liebe, bei der das "Herz Gottes, des Allmächtigen, das "Ja" seiner Geschöpfe erwartet wie ein junger Bräutigam das seiner Braut". "Durch die Falschheit des Bösen hat sich die Menschheit leider von Anfang an der Liebe Gottes verschlossen in der Illusion einer unmöglichen Selbstgenügsamkeit" (vgl. Gen 3,1-7). Aber im Opfer des Kreuzes bietet Gott weiter seine Liebe, sein Leiden für den Menschen an, jene Kraft, die, wie es Dionysios Areopagites ausdrückt, "nicht zulässt, dass sich der Liebende in sich selbst verschliesst, sondern ihn drängt, sich mit dem Geliebten zu vereinen" (De divinis mominibus, IV,13: PG 3, 712), indem er kommt und um die Liebe seines Geschöpfes "bettelt".
Predigt beim Bussgottesdienst für die Jugendlichen, 29. März 2007



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Das Kreuz ist nicht einfach
Wie schon zur Zeit Jesu genügt es auch heute nicht, das rechte Glaubensbekenntnis zu besitzen: Es ist notwendig, immer wieder neu vom Herrn die besondere Weise zu erlernen, in der er Heiland und Weg ist, auf dem wir ihm folgen sollen. Wir müssen in der Tat anerkennen, dass es auch für den Gläubigen immer schwer ist das Kreuz anzunehmen. Der Instinkt drängt uns, ihm auszuweichen, und der Versucher führt uns zu der Meinung, es sei klüger, sich selbst zu retten, als das eigene Leben zu verlieren aus Treue zur Liebe, aus Treue zum menschgewordenen Sohn Gottes.
Predigt am Hochfest der heiligen Apostel Petrus und Paulus, 29. Juni 2007



Die Botschaft des Kreuzes
Wir wissen, dass am Ende […] der einzige wirkliche "Massstab", an dem jede menschliche Realität gemessen werden kann, das Kreuz mit seiner Botschaft von einer unverdienten Liebe ist, die über das Böse, die Sünde und den Tod triumphiert und neues Leben sowie unvergängliche Freude schafft. Das Kreuz offenbart, dass wir uns selbst nur finden, wenn wir unser Leben hingeben, Gottes Liebe als ein unverdientes Geschenk empfangen und uns einsetzen, um alle Menschen in die Schönheit jener Liebe und in das Licht der Wahrheit hineinzuziehen, das allein der Welt Rettung bringt.
Predigt bei Eucharistiefeier mit Bischöfen, Seminaristen und jungen Ordensangehörigen, 19. Juli 2008



Die Wahrheit über die Liebe neu lernen
Es scheint mir daher, dass wir alle - in einer Welt, die voll ist von Aktivismus und Jugendlichkeit, von Jung-, Stark- und Schönsein, vom Streben, grosse Dinge zu tun- die Wahrheit über die Liebe lernen müssen, die das Leid auf sich nimmt und die auf eben diese Weise den Menschen erlöst und ihn vereint mit Gott, der die Liebe ist. Ich möchte daher allen danken, die das Leid annehmen und mit dem Herrn leiden. Und ich möchte uns alle ermutigen, ein offenes Herz für die Leidenden und für die alten Menschen zu haben, und zu erkennen, dass gerade ihr Leid eine Quelle der Erneuerung für die Menschheit ist, dass es in uns Liebe erweckt und uns mit dem Herrn vereint.
Begegnung mit Priestern, Diakonen und Seminaristen aus Südtirol, 6. August 2008



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Keine Liebe ohne Leiden
Das Kreuzzeichen ist die Summe unseres Glaubens, und wenn wir uns mit aufmerksamen Herzen bekreuzigen, treten wir ganz in das Geheimnis unseres Heils ein. In jener Geste der Gottesmutter liegt die ganze Botschaft von Lourdes! Gott hat uns so sehr geliebt, dass er sich für uns hingegeben hat: das ist die Botschaft des Kreuzes. "Geheimnis von Tod und Herrlichkeit". Das Kreuz erinnert uns daran, dass es keine wahre Liebe ohne Leiden und kein Geschenk des Lebens ohne Schmerz gibt.
Generalaudienz, 17. September 2008



Im Kreuz offenbart sich die barmherzige Liebe Gottes
In der Begegnung mit Jesus war ihm [dem hL. Paulus] die zentrale Bedeutung des Kreuzes klar geworden: er hatte erkannt, dass Jesus für alle und für ihn selbst gestorben und auferstanden war. Beides war wichtig: die Universalität, nämlich dass Jesus wirklich für alle gestorben ist; und die Subjektivität: er ist auch für mich gestorben. Im Kreuz hatte sich also die ungeschuldete und barmherzige Liebe Gottes offenbart.
Generalaudienz, 29. Oktober 2008



Die Liebe des Gekreuzigten
Wenn wir die Augen zum Gekreuzigten erheben, beten wir den an, der gekommen ist, um die Sünde der Welt hinwegzunehmen und uns das ewige Leben zu schenken. Die Kirche lädt uns ein, dieses glorreiche Kreuz voll Stolz zu erheben, damit die Welt sehen kann, wie weit die Liebe des Gekreuzigten zu den Menschen, zu allen Menschen gegangen ist. Sie lädt uns ein, Gott zu danken, denn von einem Baum, der den Tod gebracht hat, ist das Leben neu hervorgegangen. An diesem Holz offenbart uns Jesus seine erhabenen Herrschaft, er offenbart uns, dass er in Herrlichkeit erhöht worden ist. Ja, „kommt, lasset uns anbeten“. Mitten unter uns ist jener, der uns so sehr geliebt hat, dass er sein Leben für uns hingegeben hat, jener, der jeden Menschen einlädt, vertrauensvoll zu ihm zu kommen.
Predigt bei der Eucharistiefeier in Lourdes, 14. September 2008


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