Verwandlung




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Weg der Verwandlung
Ich möchte auch sagen, dass der Papst kein Orakel und – wie wir wissen – nur in den seltensten Fällen unfehlbar ist. Ich teile nämlich mit euch diese Fragen, diese Probleme. Ich leide auch. Aber wir wollen alle zusammen einerseits diese Probleme erleiden und auch, indem wir leiden, diese Probleme umwandeln, denn gerade das Leiden ist der Weg der Verwandlung, und ohne Leiden verändert sich nichts.
Ansprache an den Klerus der Diözese Aosta, Kirche von Introd, 25. Juli 2005



Fruchtbar
»Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten« (V. 5). Unter der Last der Arbeit zeichnen die Tränen manchmal Furchen ins Gesicht. Die Aussaat ist mühevoll, vielleicht nutzlos und ohne Erfolg. Wenn aber voll Freude eine reiche Ernte eingebracht wird, entdeckt man, dass dieser Schmerz fruchtbar war.
In diesem Psalmvers ist die tiefe Lehre vom Geheimnis der Fruchtbarkeit und des Lebens zusammengefasst, die das Leiden enthalten kann. So wie Jesus am Vorabend seines Leidens und Sterbens gesagt hatte: »Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht« (Joh 12.24)
Generalaudienz, 17. August 2005



Opfer
Man muss einsehen, dass, wenn man das Leben, die Zukunft aufbauen will, es auch Geduld und Leiden erfordert. Auch im Leben der Jugendlichen wird das Kreuz nicht fehlen, aber es ist nicht leicht, das verständlich zu machen. Der Bergsteiger weiss, dass er, wenn er einen schönen Aufstieg machen will, Opfer bringen und trainieren muss. So muss auch der junge Mensch erkennen, dass für den Aufstieg in das Leben, in die Zukunft das Einüben in ein inneres Leben notwendig ist.
Ansprache an den Klerus der Diözese Aosta, Kirche von Introd, 25. Juli 2005



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Gottes Wille
Das Joch Gottes – das ist der Wille Gottes, den wir annehmen. Und dieser Wille ist für uns nicht eine fremde Last, die uns drückt und die uns unfrei macht. Zu wissen, was Gott will, zu wissen, was der Weg des Lebens ist – das war die Freude Israels; die es als eine grosse Auszeichnung erkannte. Das ist auch unsere Freude: Der Wille Gottes entfremdet uns nicht, er reinigt uns – und das kann weh tun -, aber so bringt er uns zu uns selber, und so dienen wir nicht nur ihm, sondern dem Heil der ganzen Welt, der ganzen Geschichte.
Heilige Messe zur Amtseinführung, 24. April 2005


Frucht
Am Palmsonntag hat Jesus schliesslich alle diese Lehren über das Samenkorn des Wortes zusammengefasst: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein, wenn es in die Erde fällt und stirbt, bringt es viele Frucht. Und so hat er zu verstehen gegeben, dass er selbst das Samenkorn ist, das in die Erde fällt und stirbt. Mit der Kreuzigung scheint alles gescheitert, aber gerade so, indem es in die Erde fällt und stirbt, auf dem Weg des Kreuzes, bringt es Frucht zu jeder Zeit und zu allen Zeiten.
Ansprache an den Klerus der Diözese Aosta, Kirche von Introd, 25. Juli 2005



Kein Unglücksfall
Die Eucharistie ist ein Mysterium des Todes und der Herrlichkeit wie das Kreuz, das nicht etwa ein blosser Unglücksfall, sondern der Weg, auf dem Christus in seine Herrlichkeit gelangt ist (vgl. Lk 24,26) und durch die überwindung aller Feindschaf die ganze Menschheit versöhnt hat.
Angelus in Castelgandolfo, 11. September 2005



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Wahrer Regenbogen
Das Kreuz ist der zerbrochene Bogen, in gewisser Weise der neue, wahre Regenbogen Gottes, der den Himmel und die Erde miteinander verbindet und eine Brücke über die Abgründe und zwischen den Kontinenten schlägt. Die neue Waffe, die uns Jesus in die Hände gibt, ist das Kreuz - Zeichen der Versöhnung, der Vergebung, Zeichen der Liebe, die stärker ist als der Tod. Jedesmal, wenn wir uns bekreuzigen, müssen wir uns daran erinnern, der Ungerechtigkeit nicht andere Ungerechtigkeit, der Gewalt nicht andere Gewalt entgegenzusetzen; wir müssen uns daran erinnern, dass wir das Böse nur durch das Gute besiegen können und niemals durch Vergeltung des Bösen mit Bösem.
Predigt am Palmsonntag, 9. April 2006



Wert
Unsere Kreuze erhalten einen Wert, wenn sie als Teil des Kreuzes Christi betrachtet und angenommen werden, wenn der Abglanz seines Lichtes sie erreicht. Nur von jenem Kreuz werden auch unsere Leiden geadelt und erhalten ihren wahren Sinn.
Generalaudienz, 14. Juni 2006



Der Tod
Wenn in Christus das menschliche Leben bedeutet, "aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen" (Joh 13,1), dann ist die Todesstunde der Augenblick, in dem dieser Übergang sich konkret und endgültig verwirklicht. Wer sich bemüht, wie Christus zu leben, wird von der Angst vor dem Tod befreit, und dieser wendet sich uns nicht mehr mit dem höhnischen Grinsen eines Feindes zu, sondern – wie der hl. Franziskus im Sonnengesang schreibt – mit dem freundlichen Gesicht eines "Bruders", für den man Gott auch loben kann: "Gelobt seist du, Herr, durch unsern Bruder, den leiblichen Tod." Der Glaube erinnert uns daran, dass wir vor dem leiblichen Tod keine Angst zu haben brauchen, denn ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn.
Angelus, 5. November 2006



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Leiden, das das Herz der Welt zu verändern vermag
In der Tat, ist es denn nicht eine Gnade, an den Leiden Christi teilhaben zu können, sich mit dem Tun zu vereinen, durch das er unsere Sünden auf sich geladen hat, um sie zu sühnen? Die katholischen Gemeinden, die oft in einer schweren Lage sind, sollen sich der mächtigen Kraft bewusst sein, die von ihren mit Liebe angenommenen Leiden ausströmt. Es ist dies ein Leiden, das das Herz des andern und das Herz der Welt zu verändern vermag. Deshalb ermutige ich jeden, den eigenen Weg beharrlich fortzusetzen, gestützt von dem Wissen um den "teuren Preis", mit dem Christus ihn gerettet hat (vgl. 1 Kor 6,20).
Schreiben an die Katholiken in den Ländern des nahen Ostens, 21. Dezember 2006



Wie das Weizenkorn
Das Christentum verkündet uns die Freude, gewiss. Doch diese Freude wächst allein auf dem Weg der Liebe, und dieser Weg der Liebe hat etwas mit dem Kreuz, mit der Gemeinschaft mit dem gekreuzigten Christus zu tun. Und er wird versinnbildlicht durch das Weizenkorn, das in die Erde gefallen ist. Wenn wir beginnen, das zu begreifen und jeden Tag anzunehmen, weil uns jeder Tag irgendeine Unzufriedenheit auferlegt, irgendeine Last, die auch Schmerz verursacht, wenn wir diese Schule der Nachfolge Christi annehmen, wie die Apostel in dieser Schule lernen mussten, dann werden wir auch dazu fähig den Leidenden zu helfen.
Besuch im Römischen Priesterseminar, 17. Februar 2007



Durch die Wunden geheilt
"Durch seine Wunden seid ihr geheilt "(1 Petr 2,24) – das ist die Botschaft, die Petrus an die ersten Konvertiten richtete. Diese Wunden, die für den Glauben des Thomas zuerst ein Hindernis darstellten, da sie Zeichen des augenscheinlichen Scheiterns Jesu waren, diese selben Wunden sind in der Begegnung mit dem Auferstandenen Beweise einer siegreichen Liebe geworden. Diese Wunden, die Christus sich aus Liebe zu uns zugezogen hat, helfen uns zu begreifen, wer Gott ist, und selber nachzusprechen: "Mein Herr und mein Gott." Nur ein Gott, der uns so liebt, dass er unsere Wunden und unseren Schmerz – vor allem den der Unschuldigen – auf sich nimmt, ist glaubwürdig.
Botschaft zum Segen "Urbi et Orbi", 8. April 2007



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Der Übermacht des Bösen ist die Allmacht der Liebe entgegengesetzt
Liebe Brüder und Schwestern, durch die Wunden des auferstandenen Christus können wir die Übel, welche die Menschheit quälen, mit Augen der Hoffnung sehen. Der Herr hat zwar in seiner Auferstehung das Leid und das Böse nicht aus der Welt genommen, aber er hat es mit der Überfülle seiner Gnade an der Wurzel besiegt. Der Übermacht des Bösen hat er die Allmacht seiner Liebe entgegengesetzt. Er hat uns als Weg zum Frieden und zur Freude die Liebe hinterlassen, die den Tod nicht fürchtet. "Wie ich euch geliebt habe", hat er vor seinem Sterben zu den Aposteln gesagt, "so sollt auch ihr einander lieben" (Joh 13,34).
Botschaft zum Segen "Urbi et Orbi", 8. April 2007













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