Leib und Blut



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Das wahre Opfer ist die Liebe des Sohnes
Mit dem Geschenk des Kelches schenkt uns der Herr das wahre Opfer. Das einzige wahre Opfer ist die Liebe des Sohnes. Mit dem Geschenk dieser Liebe, der ewigen Liebe, tritt die Welt in den neuen Bund ein. Die Eucharistie zu feiern bedeutet, dass Christus sich selbst uns gibt. Seine Liebe, um uns ihm selbst gleichförmig zu machen und so die neue Welt zu schaffen.
Generalaudienz, 10. Dezember 2008



Der wirkliche Kult: das Kreuz Christi
Mit dem Kreuz Christi - dem höchsten Akt der zu menschlicher Liebe gewordenen göttlichen Liebe - ist der alte Kult mit den Tieropfern im Tempel von Jerusalem zu Ende. Dieser symbolische Kult, ein Kult der Sehnsucht, ist jetzt durch den wirklichen Gottesdienst ersetzt: die Liebe Gottes, die in Christus Fleisch geworden und im Tod am Kreuz zu ihrer Vollkommenheit geführt worden ist. Dies ist also keine Spiritualisierung eines wirklichen Kultes, sondern im Gegenteil: der wirkliche Kult, die wahre gottmenschliche Liebe ersetzt den symbolischen und vorläufigen Kult. Das Kreuz Christi, seine Liebe mit Fleisch und Blut ist der wirkliche Kult, da er der Wirklichkeit Gottes und des Menschen entspricht.
Generalaudienz, 7. Januar 2009



Die Feier der Eucharistie vertiefen
Wir müssen alle zusammenarbeiten, um die Feier der Eucharistie immer mehr zu vertiefen: nicht nur als Ritus, sondern als existentiellen Vorgang, der mich in meinem Innersten mehr als jede andere Sache berührt und mich verändert, mich verwandelt und dadurch, dass sie mich verwandelt, beginnt sie auch mit der Verwandlung der Welt, die der Herr wünscht und für die er uns zu seinen Werkzeugen machen will.
Begegnung mit dem Klerus der Diözese Rom, 26. Februar 2009



Damit wir verwandelt werden
In der Eucharistie wird die "grundlegende Verwandlung von Gewalt in Liebe, von Tod in Leben" gelebt. "Diese erste zieht dann die weiteren Verwandlungen nach sich. Brot und Wein werden sein Leib und sein Blut. Aber an dieser Stelle darf die Verwandlung nicht Halt machen, hier muss sie erst vollends beginnen. Leib und Blut Jesu Christi werden uns gegeben, damit wir verwandelt werden."
Ansprache an die Vollversammlung der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, 13.März 2009



Eucharistie werden!
Eucharistie werden! Gerade dies soll unser ständiges Verlangen und unser Einsatz sein, damit das Opfer des Leibes und Blutes des Herrn das wir auf dem Altar darbringen, vom Opfer unseres Daseins begleitet werde. Jeden Tag schöpfen wir aus dem Leib und Blut des Herrn jene freie und reine Liebe, die uns zu würdigen Dienern Christi und zu Zeugen seiner Freude macht.
Predigt am Hochfest des Leibes und Blutes Christi, 11. Juni 2009



Gegenwart Christi im eucharistischen Sakrament
Im Bewusstsein, dass wir wegen unserer Sünden unwürdig sind, wir aber zugleich die Nahrung der Liebe brauchen, die der Herr uns im eucharistischen Sakrament schenkt, erneuern wir am heutigen Abend unseren Glauben an die wirkliche Gegenwart Christi in der Eucharistie. Dieser Glaube darf nicht als selbstverständlich angesehen werden! Heute stehen wir vor der Gefahr einer sich auch in der Kirche schleichend ausbreitenden Säkularisierung, die sich in einen Formalen und leeren eucharistischen Kult umsetzen kann, in Feiern, denen es jener Teilnahme des Herzens ermangelt, die in Verehrung und Achtung für die Liturgie zum Ausdruck kommt.
Predigt am Hochfest des Leibes und Blutes Christi, 11. Juni 2009



Für das höchste Geschenk danken
Der Gründonnerstag stellt also eine erneute Einladung dar, Gott für das höchste Geschenk der Eucharistie zu danken, das voll Ehrfurcht anzunehmen und mit lebendigem Glauben anzubeten ist.
Generalaudienz, 8. April 2009



Danken wird segnen
Der Herr dankt. Im Danken anerkennen wir, dass etwas Gabe ist, die von einem anderen kommt. Der Herr dankt und gibt damit das Brot, "die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit", an Gott zurück, um es von ihm her neu zu empfangen. Danken wird segnen. Was Gott in die Hand gegeben ist, kehrt von ihm gesegnet, verwandelt zurück. Die römische Liturgie hat also recht, wenn sie unser Beten in diesem heiligen Moment mit den Worten auslegt: "wir bringen [die Opfergaben] dar", "wir flehen", "wir bitten, nimm diese Opfergaben an", "segne sie". All das verbirgt sich in dem Wort "Eucharistia".
Predigt bei der Heiligen Messe "in Coena Domini" am Gründonnerstag, 9. April 2009



Wir schauen auf seine Hände
"Er nahm das Brot in seine heiligen und ehrwürdigen Hände..." Wir schauen auf die Hände hin, mit denen er Menschen geheilt hat; auf die Hände, mit denen er Kinder gesegnet hat; auf die Hände , die er Menschen aufgelegt hat; und auf die Hände, die am Kreuz angenagelt wurden und die für immer die Wundmale als Zeichen seiner todbereiten Liebe tragen.
Predigt bei der Heiligen Messe "in Coena Domini" am Gründonnerstag, 9. April 2009



Aus liturgischer Agape muss Liebe im Alltag werden
Im Wort Agape gehen die Bedeutungen Eucharistie und Liebe ineinander über. Im Brotbrechen Jesu hat die sich austeilende Liebe ihre äusserste Radikalität erlangt: Jesus lässt sich als lebendiges Brot brechen. Im ausgeteilten Brot erkennen wir das Geheimnis des Weizenkorns, das stirbt und so Frucht bringt. Wir erkennen die neue Brotvermehrung, die aus dem Sterben des Weizenkorns kommt und bis ans Ende der Welt reicht. Zugleich sehen wir, dass Eucharistie nie bloss liturgische Handlung sein kann. Sie ist nur ganz, wenn aus liturgischer Agape Liebe im Alltag wird.
Predigt bei der Heiligen Messe "in Coena Domini" am Gründonnerstag, 9. April 2009



Das Geschenk der Eucharistie
Heute lade ich euch ein, das Geschenk anzunehmen, das Christus von sich selbst in der Eucharistie macht. Indem der Christ im Glauben diese unverzichtbare Speise empfängt, schöpft er die Kraft, die es ihm gestattet, sich ganz den Brüdern zu schenken. Ich lade euch ein, alle Tage die Tür des Herzens weit offen zu halten und Tag für Tag Zeugen der Milde des Herrn gegenüber allen zu sein, die dessen materiell oder geistlich bedürfen. Seid unablässig Boten der Frohen Botschaft!
Angelus,16. August 2009



Selbst Bleibende werden
Das Brot und der Wein dieser Welt geben uns vergängliche Freude. Sie weisen aber über sich hinaus: im Sakrament des Altares, dessen Gestalten sie sind, können wir Leib und Blut Christi empfangen und so in Christus bleiben, und er bleibt in uns. Die Eucharistie führt uns zum Bleibenden und schenkt uns, selbst Bleibende zu werden; sie führt uns auf dem Weg zur wahren Weisheit, [...] und zur ewigen Herrlichkeit. Danken wir Gott jederzeit für alles, was er uns in Christus geschenkt hat.
Angelus,16. August 2009



Brot des Lebens
In jener Nacht geht Jesus hinaus und liefert sich den Händen des Verräters aus, des Vernichters, und besiegt genau dadurch die Nacht und die Finsternis des Bösen. Nur so findet das Geschenk der Eucharistie, die im Abendmahlsaal eingesetzt wurde, seine Erfüllung: Jesus gibt wirklich seinen Leib und sein Blut hin. Indem er die Schwelle des Todes überschreitet, wird er lebendiges Brot, wahres Manna, unvergängliche Speise für alle Zeiten. Das Fleisch wird zum Brot des Lebens.
Heilige Messe auf dem Vorplatz der Patriarchalbasilika St. Johann im Lateran, 26. Mai 2005



Akt der Liebe
Wie kann Jesus seinen Leib austeilen und sein Blut? Indem er Brot zu seinem Leib und Wein zu seinem Blut macht und austeilt, nimmt er seinen Tod vorweg, nimmt er ihn von innen her an und verwandelt ihn in eine Tat der Liebe. Was von aussen her brutale Gewalt ist - die Kreuzigung -, wird von innen her ein Akt er Liebe, die sich selber schenkt, ganz und gar.
Köln, Abschlussgottesdienst, 21. August 2005



Niederknien
Wie Ihr habe auch ich mich auf den Weg gemacht, um zusammen mit Euch niederzuknien vor der weissen Hostie, in der die Augen des Glaubens die reale Gegenwart des Erlösers der Welt erkennen.
Ansprache Poller Rheinwiesen, Köln, 18. August 2005



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Kein solcher Gott
»Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm« (Joh 6,56). Wie sollten wir uns über eine solche Verheissung nicht freuen? Wir haben jedoch gehört, dass die Menschen auf jene erste Verkündigung hin zu murren und zu protestieren begannen, anstatt sich zu freuen: »Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?« (Joh 6,52). Um ehrlich zu sein, diese Haltung hat sich im Laufe der Geschichte viele Male wiederholt. Man könnte im Grunde genommen sagen, die Menschen wollen Gott gar nicht so nahe, so verfügbar haben, sie wollen nicht, dass er so an ihren Angelegenheiten teilnimmt. Die Menschen wollen einen Gott, der gross ist, und schliesslich wollen auch wir ihn oft etwas von uns fernhalten.
Predigt zum Abschluss des nationalen Eucharistischen Kongresses, Bari, 29. Mai 2005



Nah
Wir brauchen einen nahen Gott, einen Gott, der sich in unsere Hände begibt und uns liebt.
Predigt zum Abschluss des nationalen Eucharistischen Kongresses, Bari, 29. Mai 2005



Sakrament
Friede sei mit euch – Friede sei mit dir! Wenn der Herr das sagt, schenkt er nicht einfach irgendetwas, sondern er schenkt sich selbst. Denn er selbst ist der Friede (vgl. Eph 2,14). In diesem Gruss des Herrn können wir auch einen Hinweis auf ein grosses Geheimnis des Glaubens erkennen, auf die Heilige Eucharistie, in der er uns immer wieder sich selbst und damit den wahren Frieden schenkt. Dieser Gruss steht somit im Zentrum eurer priesterlichen Mission: Der Herr vertraut euch das Geheimnis dieses Sakraments an. In seinem Namen dürft ihr sagen: Das ist mein Leib – das ist mein Blut. Lasst euch immer aufs neue für die Heilige Eucharistie, für die lebendige Gemeinschaft mit Christus begeistern. Betrachtet es als Mittelpunkt jedes Tages, dass ihr sie in würdiger Weise feiern könnt. Führt die Menschen immer wieder zu diesem Geheimnis hin. Helft ihnen, von der Eucharistie her den Frieden Christi in die Welt zu tragen.
Predigt zur Priesterweihe, Rom, Pfingstsonntag 15. Mai 2005



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Vereint
Leib und Blut Jesu Christi werden uns gegeben, damit wir verwandelt werden. Wir selber sollen Leib Christi werden, blutsverwandt mit ihm. Wir essen alle das eine Brot, das aber heisst: Wir werden untereinander eins gemacht, Anbetung wird, so sagten wir, Vereinigung. Gott ist nicht mehr bloss uns gegenüber der ganz Andere. Er ist in uns selbst und wir in ihm. Seine Dynamik durchdringt uns und will von uns auf die anderen und auf die Welt im ganzen übergreifen, dass seine Liebe wirklich das beherrschende Mass der Welt werde.
Köln, Abschlussgottesdienst, 21. August, 2005



Klare Antwort
"Nehmt und esst; das ist mein Leib. [...] Trinkt alle daraus; das ist mein Blut". Die Worte Jesu im Abendmahlssaal kündigen seinen Tod an und offenbaren das klare Bewusstsein, mit dem er dem Tod entgegenging und ihn in Selbsthingabe verwandelte, in eine Geste der Liebe, die sich selbst ganz hinschenkt. Der Herr gibt sich uns in der Eucharistie mit seinem Leib, seiner Seele und seiner Gottheit, und wir werden eins mit ihm und untereinander. Unsere Antwort auf seine Liebe muss daher konkret sein und ihren Ausdruck finden in einer wahren Umkehr zur Liebe, in der Vergebung, in der gegenseitigen Annahme und in der Aufmerksamkeit gegenüber den Bedürfnissen aller Mitmenschen. Zahlreich und vielfältig sind die Formen des Dienstes, den wir im alltäglichen Leben für unseren Nächsten leisten können, wenn wir ihm ein bisschen Aufmerksamkeit entgegenbringen. Die Eucharistie wird dann zur Quelle der geistlichen Energie, die unser tägliches Leben und damit auch die gesamte Welt in der Liebe Christi erneuert.
Angelus, 25. September 2005



Verwandlungsakt
Euer Besuch in Rom findet in den letzten Tagen dieses der Eucharistie geweihten Jahres statt. Während ich nun zum Abschluss komme, bestärke ich euch in der immer tieferen persönlichen Verehrung dieses grossen Geheimnisses, durch das Christus sich uns vollends hingibt, um uns zu nähren und uns ihm gleichförmig zu machen. Die Menschen in euren Ländern leiden unter Hunger, Unterdrückung und Krieg. Helft ihnen, in der Eucharistie den zentralen Verwandlungsakt zu entdecken, der allein die Welt wirklich erneuern kann: Gewalt wird in Liebe, Sklaverei in Freiheit und Tod in Leben umgewandelt.
"Ad-limina"-Besuch der Bischöfe aus Äthiopien und Eritrea, 16. Oktober 2005


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Der Schatz der Kirche
Die Eucharistie ist in der Tat der "Schatz" der Kirche, das kostbare Erbe, das der Herr ihr hinterlassen hat. Und die Kirche bewahrt es mit grösster Sorgfalt, indem sie die Eucharistie jeden Tag in der heiligen Messe feiert, in Kirchen und Kapellen anbetet, an die Kranken austeilt und denen als Wegzehrung spendet, die ihre letzte Reise antreten. Die Wirkung, die von diesem Schatz ausgeht, der für die Getauften bestimmt ist, beschränkt sich jedoch nicht auf den innerkirchlichen Bereich: Die Eucharistie ist der Herr Jesus, der sich hingibt "für das Leben der Welt" (Joh 6,51). Zu jeder Zeit und an jedem Ort möchte er dem Menschen begegnen und ihm das Leben Gottes bringen. Aber nicht nur das: Die Eucharistie besitzt auch kosmischen Bedeutung, denn die Wandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi bildet den Ursprung der Vergöttlichung der Schöpfung. Deshalb zeichnet sich das Fronleichnamsfest ganz besonders durch die Tradition aus, das Allerheiligste Sakrament in Prozession zu tragen, eine Geste, die reich ist an Bedeutung. Indem wir die Eucharistie auf die Strassen und Plätze tragen, wollen wir das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist, mitten in unser Alltagsleben bringen; wir wollen, dass Jesus dort lebt, wo wir leben. Unsere Welt, das Dasein eines jeden von uns muss zu seinem Tempel werden.
Angelus, 18. Juni 2006



Zeichen seiner Gegenwart: Brot
Jesus hat als Zeichen seiner Gegenwart Brot und Wein gewählt. Mit jedem dieser beiden Zeichen schenkt er sich ganz, nicht nur einen Teil von sich. Der Auferstandene ist nicht geteilt. Er ist eine Person, die sich uns durch die Zeichen nähert und sich mit uns vereint. Jedes dieser Zeichen steht aber auf seine Weise für einen besonderen Aspekt seines Geheimnisses und will durch seine besondere Erscheinungsform zu uns sprechen, damit wir ein wenig mehr vom Geheimnis Jesu Christi begreifen lernen. Während [...] der Anbetung schauen wir auf die konsekrierte Hostie – die einfachste Art von Brot und Nahrung, die nur aus etwas Mehl und Wasser besteht. So erscheint sie als Speise der Armen, denen der Herr seine Nähe zuallererst zugedacht hat. Das Gebet, mit dem die Kirche während der Messliturgie dieses Brot dem Herrn darbringt, bezeichnet es als Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit. In ihm enthalten ist die menschliche Mühe, die tägliche Arbeit dessen, der den Boden bestellt, der aussät und erntet und schliesslich das Brot zubereitet.
Predigt am Hochfest des Leibes und Blutes Christi, 15. Juni 2006



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Zeichen seiner Gegenwart: Wein
In ganz ähnlicher Weise spricht auch das Zeichen des Weines zu uns. Während das Brot jedoch auf die Alltäglichkeit, auf die Einfachheit und auf die Pilgerschaft verweist, bringt der Wein die Erlesenheit der Schöpfung zum Ausdruck: Das Freudenfest, das Gott uns am Ende der Zeiten bereiten will und das er durch dieses Zeichen schon jetzt immer wieder andeutungsweise vorwegnimmt. Aber auch der Wein spricht von der Passion: Der Weinstock muss wiederholt beschnitten und dadurch gereinigt werden; die Traube muss bei Sonne und Regen reifen und anschliessend gekeltert werden: Nur durch diese Passion reift ein kostbarer Wein.
Predigt am Hochfest des Leibes und Blutes Christi, 15. Juni 2006



Bitten an den Eucharistischen Jesus
Am Hochfest Fronleichnam schauen wir vor allem auf das Zeichen des Brotes. Es erinnert uns auch an die Pilgerschaft Israels während der vierzig Jahre in der Wüste. Die Hostie ist unser Manna, mit dem der Herr uns speist – sie ist wahrhaft das Brot vom Himmel, durch das er sich selbst schenkt. In der Prozession folgen wir diesem Zeichen und so folgen wir ihm selbst. Und wir bitten ihn: Führe uns auf den Strassen unserer Geschichte! Zeige der Kirche und ihren Hirten immer wieder den rechten Weg! Schau auf die Menschheit, die leidet, die zwischen so vielen Fragen unsicher umherirrt: schau auf den leiblichen und seelischen Hunger, der sie quält! Gib den Menschen Brot für Leib und Seele! Gib ihnen Arbeit! Gib ihnen Licht! Gib ihnen dich selbst! Reinige und heilige uns! Lass uns verstehen, dass nur durch die Teilnahme an deiner Passion, durch das "Ja" zum Kreuz, zum Verzicht, zur Reinigung, die du uns auferlegst, unser Leben reifen und zu seiner wahren Fülle gelangen kann. Führe uns von allen Enden der Erde zusammen. Eine deine Kirche, eine die zerrissene Menschheit! Schenke uns den Heil! Amen!
Predigt am Hochfest des Leibes und Blutes Christi, 15. Juni 2006



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Quell des Lebens
Ohne Wasser gibt es kein Leben. Das wussten die Menschen, deren Heimat an die Wüste grenzt, sehr genau. So ist für sie das Quellwasser zum Symbol des Lebens überhaupt geworden. Das Lamm, das heisst Jesus, führt die Menschen zu den Quellen des Lebens. Zu diesen Quellen gehört die Heilige Schrift, in der Gott selber zu uns spricht und uns sagt, wie man richtig lebt. Zu diesen Quellen gehört aber dann mehr: Die eigentliche Quelle ist nämlich Jesus selbst, in dem Gott sich uns schenkt. Und das tut er am meisten in der heiligen Kommunion, in der wir sozusagen direkt am Quell des Lebens trinken können: er kommt zu uns und vereinigt sich mit einem jeden von uns.
Ansprache bei der Vesper in München, 10. September 2006



Das grösste Geschenk
Wir wollen Gott nachahmen und nicht nur für uns selbst leben, nicht nur an mich denken, sondern an den anderen denken, auch an die Eltern, die Brüder und Schwestern und so weiter. Und auch hier ist es das schönste Geschenk, gut zu sein zu den anderen, Güte zu zeigen, Gerechtigkeit, Liebe. Das ist letztlich das Grösste Geschenk. Die anderen Geschenke bringen nur diese Bedeutung zum Ausdruck, dieses Wollen, gut zueinander zu sein. Und wenn wir einander dieses wahre Geschenk machen, ahmen wir Gott nach und bereiten uns auch auf die erste heilige Kommunion und die Firmung vor. Denn in der ersten Kommunion wird Weihnachten sozusagen vollkommen. An Weihnachten hat Gott sich selbst geschenkt, in der ersten heiligen Kommunion macht er dieses Geschenk jedem einzelnen von uns persönlich, er kommt zu jedem von uns. Unter der Gestalt eines kleinen Stückchen Brotes ist er es selbst, der sich uns schenkt und in unser Herz kommen will. Wenn man zu Hause einen wichtigen Gast erwartet, tut man alles, um sauberzumachen, Vorbereitungen zu treffen und so weiter, damit er ein einladendes Zuhause vorfindet. Und so, weil wir wissen, dass Gott selbst zu mir kommen will, in mein Herz, tun wir alles, was wir können, damit dieses Herz gut und schön wird, so wird die Freude grösser sein.
Worte zu den Kindern der Pfarrei "Santa Maria Stella dell`Evangelizzazione", 10. Dezember 2006



Konzentrat der Wahrheit und der Liebe
In der Eucharistie ist Christus wirklich gegenwärtig, und die heilige Messe ist das lebendige Gedächtnis seines Pascha. Das Allerheiligste Sakrament ist der qualitative Mittelpunkt des Kosmos und der Geschichte. Dadurch stellt es für jeden, der sich auf die Suche nach der Wahrheit begibt und mit ihr zusammenwirken will, eine unerschöpfliche Quelle des Denkens und des Handelns dar. Es ist sozusagen ein "Konzentrat" der Wahrheit und der Liebe. Es erhellt nicht nur die Erkenntnis, sondern auch und vor allem das Handeln des Menschen, der sich in seinem Leben "von der Liebe geleitet an die Wahrheit" hält (Eph 4,15), wie der hl. Paulus sagt, im täglichen Bemühen darum, sich so zu verhalten, wie Jesus selbst sich verhalten hat. Die Eucharistie hält daher in dem Menschen, der sich ständig und im Glauben durch sie nährt, die fruchtbare Einheit zwischen Kontemplation und Aktion aufrecht.
Ansprache bei der Begegnung mit den Studenten der römischen Universitäten, 14. Dezember 2006


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Lehren zu lieben
In der Feier der Eucharistie wird Christus selbst unter uns gegenwärtig; ja mehr noch: Er kommt, um uns – im Wortgottesdienst – mit seiner Lehre zu erleuchten und uns – in der Eucharistiefeier und in der Kommunion – mit seinem Leib und seinem Blut zu nähren. Er kommt also, um uns lieben zu lehren, er kommt, um uns fähig zu machen, zu lieben und somit zu leben.
Predigt bei Eucharistiefeier im römischen Jugendgefängnis, 18. März 2007



Mühe, die Gegenwart Christi in der Eucharistie zu erkennen
Als ich am Nachsynodalen Apostolischen Schreiben den Ausruf des Priesters nach der Konsekration: "Geheimnis des Glaubens!" kommentierte, schrieb ich : Mit diesen Worten "verkündet der Priester das gefeierte Mysterium und drückt sein Staunen angesichts der Wesensverwandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi aus – einer Wirklichkeit, die alles menschliche Verstehen übersteigt" (Nr.6). Gerade weil es sich um eine geheimnisvolle Wirklichkeit handelt, die unser "Verstehen" übersteigt, dürfen wir uns nicht wundern, wenn auch heute viele Menschen Mühe haben, die wirkliche Gegenwart Christi in der Eucharistie anzuerkennen. Es kann gar nicht anders sein. Es war so bis zu jenem Tag, als Jesus in der Synagoge von Kafarnaum offen verkündete, dass er gekommen ist, um uns sein Fleisch und sein Blut zur Speise zu geben (Joh 6,26-58). Seine Sprache erschien "hart", und viele zogen sich zurück. Heute wie damals bleibt die Eucharistie ein "Zeichen des Widerspruchs", und das kann auch gar nicht anders sein, denn ein Gott, der selbst Fleisch geworden ist, sich selbst opfert für das Leben der Welt, stürzt die Weisheit der Menschen in eine Krise.
Predigt beim Hochfest des Leibes und Blutes Christi, 7. Juni 2007



Die Speise
Die Eucharistie ist eine Speise, die jenen Vorbehalten ist, die durch die Taufe von der Sklaverei befreit und Kinder wurden; jene Speise, die sie auf ihrem langen Weg des Exodus durch die Wüste der menschlichen Existenz am Leben hält. Wie das "Manna" für das Volk Israel, so ist die Eucharistie für jede christliche Generation die unentbehrliche Nahrung, die uns auf unserem Weg durch die Wüsten der Welt begleitet, die ausgetrocknet ist von ideologischen und wirtschaftlichen Systemen, die das Leben nicht fördern sondern vielmehr erniedrigen; eine Welt, in der die Logik der Macht und des Besitzes vorherrscht und nicht die Logik des Dienens und der Liebe. Eine Welt, in der nicht selten die Kultur der Gewalt und des Todes dominiert. Doch Christus kommt uns entgegen und schenkt uns die Gewissheit. Er selbst ist das "Brot des Lebens". Er hat es im Ruf vor dem Evangelium wiederholt: " Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer dieses Brot isst, wird in Ewigkeit leben."
Predigt beim Hochfest des Leibes und Blutes Christi, 7. Juni 2007



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Gleichgewicht im Feiern des Gottesdienstes
Durch Gottesdienste, die mit Begeisterung gefeiert werden, wollen eure Gemeinden der Herrlichkeit Gottes in freudiger Weise Ausdruck geben; dies soll aber immer im rechten Gleichgewicht mit einer stillen Betrachtung des Geheimnisses geschehen, das gefeiert wird. Erst das Schweigen erlaubt es, das man sich wirklich auf das Hören des Erlösers einstellt, der sich der feiernden Gemeinde schenkt. So ermöglicht eine innere Vorbereitung vor dem Empfang des Leibes Christi jedem, das Geheimnis des Heils im Glauben der Kirche zu empfangen.
"Ad-limina"-Besuch der Bischöfe aus der Zentralafrikanischen Republik, 1. Juni 2007



Unser Herz muss brennen
Auch uns muss das Herz aufgehen, gleichsam "brennen", wenn wir Jesus begegnen, sein Wort und seinen heiligen Leib in uns aufnehmen. Entfacht vom Glauben an den auferstandenen Herrn wollen wir seine Liebe in die Welt hinaustragen.
Angelus, 6. März 2008



Unser schönster Schatz
Die Eucharistie ist unser schönster Schatz. Sie ist das Sakrament schlechthin; sie führt uns im voraus in das ewige Leben ein; sie enthält das ganze Geheimnis unseres Heils; sie ist Quelle und Höhepunkt des Handelns und des Lebens der Kirche [...]. Es ist daher besonders wichtig, dass sich die Hirten und die Gläubigen unablässig darum bemühen, dieses grosse Sakrament zu vertiefen. Auf diese Weise wird jeder seinen Glauben stärken und immer besser seine Sendung in der Kirche und der Welt erfüllen können, indem er sich daran erinnert, dass es in seinem persönlichen Lebens ebenso wie im Leben der Kirche und der Welt eine Fruchtbarkeit der Eucharistie gibt. Der Geist der Wahrheit gibt sich in euren Herzen zu erkennen; bezeugt auch ihr vor den Menschen Christus.
Predigt bei Eucharistiefeier zum Abschluss des Eucharistischen Kongresses in Québec, 22. Juni 2008



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Geheimnis des Glaubens
"Geheimnis des Glaubens": das verkünden wir bei jeder Messe. Ich möchte gern jeden dazu auffordern, dieses grosse Geheimnis zu studieren, besonders durch wiederholte Lektüre und Erforschung - allein und in Gruppen - des Konzilstextes über die Litrurgie, Sacrosanctum Concilium, um so in der Lage zu sein, mutig Zeugnis von dem Mysterium abzulegen. Auf diese Weise wird jeder Mensch dazu kommen, die Bedeutung jedes Aspektes der Eucharistie besser zu verstehen, wenn er ihre ganze Tiefe begreift und sie mit grösserer Intensität lebt. Jeder Satz, jede Geste hat ihre eigene Bedeutung und erschliesst ein Geheimnis.
Predigt bei Eucharistiefeier zum Abschluss des Eucharistischen Kongresses in Québec, 22. Juni 2008



Christus in einem reinen Herzen aufnehmen
Ich möchte die Hirten und alle Gläubigen auch zu einer erneuerten Aufmerksamkeit auf die Vorbereitung zum Empfang der Eucharistie einladen. Trotz unserer Schwachheit und unserer Sünden möchte Christus in uns Wohnstatt nehmen, er wünscht unsere Heilung. Daher müssen wir alles in unserer Macht Stehende tun, um ihn in einem reinen Herzen aufzunehmen, indem wir ständig durch das Sakrament der Vergebung die Reinheit wiedergewinnen, die die Sünde verletzt hat, und so entsprechend der Aufforderung des Konzils "unser Herz und unsere Stimme zusammenklingt" (vgl. Sacrosanctum Concilium, 11). In der Tat, die Sünde, vor allem die schwere Sünde, widersetzt sich dem Wirken der eucharistischen Gnade in uns. Andererseits werden diejenigen, die aufgrund ihrer Situation die Kommunion nicht empfangen können, dennoch in einer Kommunion des Verlangens und in der Teilnahme an der Eucharistiefeier eine Kraft und Heilswirksamkeit finden.
Predigt bei Eucharistiefeier zum Abschluss des Eucharistischen Kongresses in Québec, 22. Juni 2008



Eine dynamische Gegenwart
Im eucharistischen Geheimnis, das auf jedem Altar erneuert wird, wird Jesus wirklich gegenwärtig. Seine Gegenwart ist eine dynamische Gegenwart, die uns ergreift, um uns zu den Seinen zu machen, um uns sich ähnlich zu machen; sie zieht uns mit der Kraft seiner Liebe an und lässt uns so aus uns selbst herausgehen, damit wir uns ihm anschliessen, indem sie uns mit ihm eins werden lässt.
Predigt bei Eucharistiefeier in der Kathedrale von Albano, 21. September 2008



Grösste Verehrung für das Allerheiligste Sakrament
Brüder und Schwestern, umgeben wir das Sakrament des Leibes und des Blutes des Herrn, das Allerheiligste Sakrament der wirklichen Gegenwart des Herrn für seine Kirche und für die gesamte Menschheit mit grösster Verehrung. Vernachlässigen wir nichts, um ihm unsere Ehrfurcht und unsere Liebe zu zeigen! Schenken wir ihm die grössten Ehrerbietungen. Lassen wir durch unsere Worte, unsere Stille und unsere Gesten niemals zu, dass in uns und um uns herum der Glaube an den auferstandenen Christus, der in der Eucharistie gegenwärtig ist, getrübt wird.
Predigt bei der Eucharistiefeier in Paris, 13. September 2008




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Opfer der Danksagung
Die heilige Messe ist ein Opfer der Danksagung schlechthin, das uns erlaubt, unsere Danksagung mit der des Erlösers, des ewigen Sohnes des Vaters, zu vereinen, die Messe an sich lädt uns auch ein, die Götzen zu meiden, denn – wie der hl. Paulus mit Nachdruck sagt – „ihr könnt nicht Gäste sein am Tisch des Herrn und am Tisch der Dämonen“ (1 Kor 10,21).
Predigt bei der Eucharistiefeier in Paris, 13. September 2008



Die Heilige Hostie
Die Heilige Hostie, die vor unseren Augen ausgesetzt ist, spricht von dieser unendlichen Kraft der Liebe, die sich glorreich am Kreuz offenbart. Die Heilige Hostie erzählt uns vom unglaublichen Herabbeugen Dessen, der sich arm gemacht hat, um uns durch sich reich zu machen. Er, der bereit war, alles zu verlieren, um uns für seinen Vater zu gewinnen. Die Heiligen Hostie ist das Lebendige und wirkmächtige Sakrament der ewigen Gegenwart des Retters der Menschen für seine Kirche.
Eucharistische Prozession in Lourdes, 14. September 2008



Was wir in Ewigkeit schauen werden
Die Eucharistie ist ebenso der zukünftige Jesus Christus, Jesus Christus, der kommen wird. Wenn wir die heilige Hostie betrachten, seinen verherrlichten Leib, der verklärt und auferstanden ist, dann betrachten wir das, was wir in der Ewigkeit schauen werden. Darin werden wir die ganze Welt erkennen können, die in jedem Augenblick von ihrem Schöpfer getragen wird. Jedes Mal, wenn wir Ihn essen, aber auch jedes Mal, wenn wir Ihn betrachten, verkünden wir Ihn, bis Er kommt in Herrlichkeit: „donec veniat“. Genau deshalb empfangen wir Ihn mit unendlicher Ehrfurcht.
Eucharistische Prozession in Lourdes, 14. September 2008

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